Matchbericht & Noten
«Wir haben diesen Sieg zu 100 Prozent verdient» – der FC Luzern macht in Vaduz einen grossen Schritt weg von der Abstiegszone

Dank einem frühen Doppelschlag gewinnt der FCL in Liechtenstein gegen Aufsteiger Vaduz mit 2:1. Der Vorsprung auf den Barrageplatz beträgt nun beruhigende neun Punkte.

Janick Wetterwald aus Vaduz
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Die FCL-Startelf

Der Matchbericht

Ein Start nach Mass für den FC Luzern im Ländle: Der FC Vaduz patzt in der Verteidigung, und der FCL profitiert. Joël Schmied könnte den Ball im eigenen Strafraum wegschlagen, lässt ihn jedoch zu Goalie Benjamin Büchel rollen. Dieser kommt gegen den schnellen FCL-Angreifer Ibrahima Ndiaye etwas zu spät, der Ball fällt Dejan Sorgic vor die Füsse, der zur Führung für Luzern einschiebt (6. Minute).

Sorgic und Ndiaye bejubeln den Führungstreffer.

Sorgic und Ndiaye bejubeln den Führungstreffer.

Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

Es kommt noch besser: In der 12. Minute köpfelt FCL-Verteidiger Marco Burch einen Eckball von Louis Schaub in die Maschen. Es ist für den 20-jährigen Obwaldner das erste Tor bei den Profis.

Der Torjubel von Verteidiger Marco Burch.

Der Torjubel von Verteidiger Marco Burch.

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Der Drops gelutscht? Nein! Vaduz direkt im Gegenzug mit dem Anschlusstreffer. Martin Frydek unterschätzt eine Flanke, die Cédric Gasser in den Rücken der Luzerner Verteidigung bringt. Dort kann Gabriel Lüchinger aus kurzer Distanz schiessen, und er trifft für Vaduz (13.).

Das Spiel flacht danach etwas ab, der FCL bleibt das gefährlichere Team mit mehr Aktionen vor dem gegnerischen Tor. Vaduz bleibt aber aktiv: In der 37. Minute eine Schuss-Gelegenheit für Yago Gomes an der Strafraumgrenze, aber FCL-Leihspieler Jordy Wehrmann blockt mit einer Grätsche.

Einsatz pur bei Wehrmann gegen Gomes.

Einsatz pur bei Wehrmann gegen Gomes.

Bild: Michael Zanghellini / Freshfocus

Kurz vor der Pause versuchen es Simon Grether und dann auch noch Louis Schaub mit Schüssen aus der Distanz. Es bleibt aber zur Pause bei der 2:1-Führung für die Gäste.

Bei den Luzernern kommt der tschechische Verteidiger Frydek wegen einer Verletzung nicht mehr auf das Feld zurück. Sidler absolviert die zweite Halbzeit als linker Aussenverteidiger. Das Heimteam kommt mit Elan aus der Kabine. Klar, die Vaduzer müssen mehr machen, wenn sie noch Punkte ergattern wollen. Nach nicht ganz einer Stunde Spielzeit reagiert auch der Vaduzer Trainer Mario Frick. Er bringt mit Tunahan Cicek, Elvin Ibrisimovic und Dejan Djokic drei neue Offensivspieler.

Vaduz-Trainer Mario Frick.

Vaduz-Trainer Mario Frick.

Bild: Martin Meienberger / Freshfocus

In der 65. Minute hat der FCL eine grosse Chance auf die Vorentscheidung. Simon Grether lanciert Schaub, der Ball kommt dann via Sorgic zu Ndiaye, der völlig frei vor Vaduz-Goalie Büchel steht, aber mit seinem starken linken Fuss den Ball nicht im Tor unterbringt.

Was kommt noch vom Aufsteiger Vaduz? Das Team ist bemüht, doch es fehlt in der Offensive an der zündenden Idee. Die Defensive der Gäste kann das Geschehen gut vom eigenen Strafraum fernhalten. Darum versucht es Cicek in der 81. Minute aus rund 16 Metern und schiesst an die Latte – Glück für Luzern, da wäre auch Goalie Marius Müller chancenlos gewesen. Der Nachschuss von Nico Hug zieht auch am Gehäuse vorbei. Der FCL taumelt, und Vaduz-Aussenverteidiger Pius Dorn hat nach toller Vorlage von Cicek die nächste Chance – Müller pariert gut.

Marius Müller ist gegen Vaduz der gewohnt starke Rückhalt für den FCL.

Marius Müller ist gegen Vaduz der gewohnt starke Rückhalt für den FCL.

Bild: Michael Zanghellini / Freshfocus

Die Mannschaft von Fabio Celestini rettet den Vorsprung über die Zeit und nimmt drei Punkte mit in die Innerschweiz. Es ist der dritte Sieg in Serie für die Luzerner. Damit beträgt der Vorsprung auf den Barrageplatz jetzt neun Punkte bei noch vier ausstehenden Spielen. Somit ist der FCL die Abstiegssorgen so gut wie los – rechnerisch ist der Ligaerhalt aber noch nicht definitiv.

Die Stimmen zum Spiel

FCL-Goalie Marius Müller: «Das Spiel war sehr ähnlich wie das letzte hier in Vaduz, als wir spät den Ausgleich kassierten. Umso wichtiger, dass wir heute den Sieg geholt haben und unseren Lauf weiterführen.»

Zum Gegentor: «Keine Ahnung, wie uns das wieder passieren konnte, 20 Sekunden nach dem 2:0 für uns. Eine Fehlerkette und dann sehe ich den Ball spät, er wird auch noch abgelenkt, das machte es für mich sehr schwierig.»

Zum Tor von Marco Burch: «Diese Variante haben unsere Standardexperten im Abschlusstraining ausgepackt. Dort hat es sensationell schlecht funktioniert. Ich bin froh, ging es im Spiel besser.»

Torschütze Marco Burch: «Ich fühle mich sehr gut nach dem ersten Tor, aber ich fühle mich noch besser nach dem Sieg – es war ein harter Kampf.»

Zu seinem Tor: «Wir haben die Situation im Training geübt. Der Plan war, den Raum am ersten Pfosten anzugreifen. Dass der Ball so genau auf mich kam, das war perfekt.»

Zum Anschlusstreffer: «Es lief unglücklich. Ein Pass durch unseren Strafraum, an den keiner von uns herankommt. Ich rutsche nach der Ablage in den Rücken der Verteidigung auch noch aus. Da lief einiges schief.»

Fabio Celestini: «Der Beginn war super, wir kamen auf das Feld mit der klaren Einstellung, dieses Spiel zu gewinnen. Trotz dem schnellen Gegentor haben wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir suchten in der zweiten Halbzeit das dritte Tor, aber es fiel nicht. Klar, hatte dann der Gegner in der Schlussphase die eine oder andere Torchance. Am Ende kann ich sagen: Wir haben uns diesen Sieg zu 100 Prozent verdient.»

Die FCL-Noten

Der Liveticker zum Nachlesen

Das Telegramm

Vaduz – Luzern 1:2 (1:2)
Rheinpark. – 100 Zuschauer. – SR Tschudi.
Tore: 6. Sorgic (Ndiaye) 0:1. 12. Burch (Schaub) 0:2. 13. Lüchinger (Gasser) 1:2.
Vaduz: Büchel; Schmied, Schmid, Simani; Gasser (46. Dorn), Gajic (58. Ibrisimovic), Hug; Gomes (75. Prokopic), Lüchinger; Di Giusto (58. Cicek); Sutter (58. Djokic).
Luzern: Müller; Grether, Knezevic, Burch, Frydek (46. Sidler); Tasar, Wehrmann, Ugrinic, Ndiaye; Sorgic, Schaub (80. Emini).
Bemerkungen: Vaduz ohne Obexer und Wieser (beide verletzt), Luzern ohne Schürpf (gesperrt), Schulz, Ndenge und Binous (alle verletzt). 81. Lattenschuss Cicek.
Verwarnungen: 72. Gomes (Foul), 84. Sidler (Zeitspiel), 88. Tasar und Ibrisimovic (beide Unsportlichkeit).

Die Tabelle

Der Ausblick

Schon am Dienstag (17.30 Uhr) spielt der FCL wieder: Im Brügglifeld bestreitet er den heissen Cup-Halbfinal gegen den FC Aarau. Die Aarauer sind formstark, sie feierten am Freitag in der Challenge League gegen Leader GC einen 2:1-Heimsieg. Für die Luzerner geht die Meisterschaft in der Super League am kommenden Sonntag (16.00 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Servette weiter.