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FUSSBALL: Der Luzerner mit Flügeln

Der FC Basel trifft heute (21.05/SRF info) im Rückspiel der Europa League auf Salzburg, das ohne den verletzten Luzerner Christian Schwegler (29) auskommen muss. Der Defensivspieler erklärt, wie sein Klub tickt und spricht über seine Zukunft.
Jonas von Flüe
Salzburger Kämpfer mit Luzerner Wurzeln: Christian Schwegler. (Bild: Keystone / Hans Punz)

Salzburger Kämpfer mit Luzerner Wurzeln: Christian Schwegler. (Bild: Keystone / Hans Punz)

Christian Schwegler wirkt fröhlich an diesem Dienstagnachmittag. Keine Spur von Enttäuschung, dass er das Rückspiel gegen den FC Basel von der Tribüne aus verfolgen muss. «Ich habe schon längere Zeit muskuläre Probleme, die beim Hinspiel in Basel schlimmer wurden», erklärt er. Beim 0:0 am letzten Donnerstag wurde er in der Pause ausgewechselt. Rund ein bis zwei Wochen wird er seiner Mannschaft fehlen.

Der Luzerner, aufgewachsen in Ettiswil, wo seine Eltern auch heute noch leben, ist vor fünf Jahren in die österreichische Bundesliga aufgebrochen, um endlich Titel zu gewinnen, nachdem er zwei Cupfinals verloren hatte und mit YB zweimal Vizemeister wurde.

Mit Salzburg gewann er bisher zwei Meisterschaften und einmal den Cup. Im Dezember wurde er zum ersten Mal Vater, im Januar hat er seinen Vertrag in Salzburg um zwei weitere Jahre bis im Sommer 2016 verlängert.

Unserer Zeitung sagt er, wie der erfolgreiche Verein aus der Mozart-Stadt tickt, wie gross die Chancen der Salzburger auf ein Weiterkommen sind und welche Beziehungen er zu unserer Region pflegt.

Red Bull Salzburg

Im Juni 2005 hat der Getränkehersteller Red Bull den vom Konkurs bedrohten Bundesligisten Austria Salzburg übernommen und den Verein in FC Red Bull Salzburg umbenannt. Dem Klub flog in den Folgejahren viel Antipathie aus dem In- und Ausland entgegen, weil er sich nicht um Traditionen scherte und mit viel Geld den Erfolg suchte.

Christian Schwegler hat seit seinem Wechsel 157 Spiele für Salzburg absolviert und kann die Aufregung um den Verein nicht verstehen: «Schade, dass der Klub nur auf den Kommerz reduziert wird. Hier wird gut gearbeitet, die Trainingsbedingungen sind für alle Profis optimal, und wir haben Erfolg», sagt er. Eine ganze Schar von Spezialisten kümmert sich um die Profis.

In den letzten sieben Jahren flogen die Salzburger dem Red-Bull-Slogan gemäss mit Flügeln viermal zum Meistertitel. Und mit dem Erfolg sind auch die Kritiker langsam verstummt. «Wir haben viele Sympathien gewinnen können, weil wir endlich auch unseren Mitteln entsprechend erfolgreich sind», erklärt Schwegler. 40 Millionen Euro beträgt das Budget des Vereins. Klingende Namen wie Giovanni Trapattoni, Lothar Matthäus oder Huub Stevens haben den Klub bereits trainiert. Doch statt auf alternde Stars wie Alexander Zickler (2005 bis 2010) setzt Salzburg nun auf «junge, entwicklungsfähige Spieler», wie es Schwegler formuliert. Das Durchschnittsalter beträgt weniger als 25 Jahre. Das grosse Ziel, die Teilnahme an der Champions League, haben die Salzburger bisher aber stets verpasst. 2012 blamierten sie sich gegen den luxemburgischen Meister Düdelingen in der Qualifikation.

Europa League

Mit dem Gesamtskore von 6:1 hat Salzburg den niederländischen Meister Ajax Amsterdam eliminiert. Abgesehen vom 0:0 gegen Basel haben die Österreicher sämtliche internationalen Partien in dieser Saison gewonnen. Das Stadion wird heute gegen den Schweizer Meister zum vierten Mal in dieser Spielzeit ausverkauft sein – 29 320 Zuschauer haben ein Ticket ergattert. Christian Schwegler rechnet mit einem intensiven Spiel, in dem die Basler wieder versuchen werden, der starken Offensive Salzburgs den Schneid abzukaufen. «Der Ausgang ist völlig offen, die Chancen, dass wir weiterkommen, stehen bei 50 Prozent», sagt der 29-Jährige.

Salzburgs Sportchef Ralf Rangnick spricht gerne vom FC Basel als Vorbild. Und auch Schwegler sagt: «Der FCB hat in den letzten Jahren international sehr viel erreicht. Von solchen Erfolgen können wir bislang nur träumen.»

Österreichische Liga

Die Bundesliga wird ja gerne auch als Operettenliga abgestempelt. Schwegler vergleicht Österreichs Spitzenliga aber mit der Super League, das Niveau sei etwa gleich hoch. Doch das Gefälle ist enorm. Salzburg hat in dieser Saison sechsmal 5:0 oder höher gewonnen. Bereits am Sonntag kann Basels Gegner als erste europäische Mannschaft Meister werden – 9 Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung auf den Zweiten Grödig 27 Punkte. Auf die Dominanz angesprochen, muss Schwegler lachen. «Die anderen Teams nehmen sich halt gegenseitig Punkte weg», sagt er.

Nationalmannschaft

Christian Schwegler hat nie ein Spiel für die Schweizer Nationalmannschaft absolviert, sein Name ist auch nie gefallen, wenn es um Spieler ging, die beobachtet wurden. Groll hegt der schnelle und für seine weiten Einwürfe bekannte Luzerner deswegen nicht. «Unsere Liga steht halt im Schatten der grossen Ligen», ist sich Schwegler bewusst. Sein Wechsel 2009 war für seine internationale Karriere sicher nicht förderlich, dennoch mache man sich schon Gedanken, weshalb nie ein Anruf gekommen sei.

Auf seiner Position der rechten Aussenverteidigung ist Stephan Lichtsteiner gesetzt, das weiss auch Schwegler. Doch er meint, eine Chance verdient zu haben. «Vor den anderen Spielern muss ich mich nicht verstecken», ist er überzeugt. Neidisch auf seinen jüngeren Bruder Pirmin (27), der bei Eintracht Frankfurt in der deutschen Bundesliga spielt und 14 Länderspiele absolviert hat, ist er nicht. «Ich stehe zwar nicht so sehr im Fokus wie er, habe dafür aber hier meine Ruhe», sagt er lachend.

Zukunft

Als er 16 Jahre alt war, hat Christian Schwegler sein Elternhaus verlassen und ist nach Luzern gezogen, wo er bis 2005 spielte. Über Bielefeld und die Young Boys fand er nach Salzburg. Seine Heimat sieht er momentan nur noch in den Ferien, doch er steht in regelmässigem Kontakt mit seinen Eltern und Freunden, die noch in Luzern leben. Fürs Hinspiel in Basel hat er rund 30 Tickets für Verwandte und Bekannte gekauft.

Bis 2016 läuft sein Vertrag in Salzburg, Schwegler kann sich gut vorstellen, dann in die Schweiz zurückzukehren und noch einmal bei einem Schweizer Verein Gas zu geben. «Die Zeit im Ausland ist sehr lehrreich, ich wurde nicht nur als Fussballer reifer, sondern auch als Person», sagt er. Seine Zukunft sieht er aber in der Schweiz. Er hat in Schenkon ein Haus gebaut und einen Master in Projekt- und Sportmanagement erworben. Für die Zeit nach seiner Karriere hat er also schon vorgesorgt. «Mit dem Fernstudium habe ich die Basis sicher gelegt, was ich dann genau machen werde, wird sich zeigen», sagt er.

Zuerst will er aber noch eine neue Herausforderung wagen, denn mit 32 will er seine Karriere sicher noch nicht beenden. Ist eine Rückkehr zum FC Luzern auch ein Thema? «Beim FCL sind meine Wurzeln. Aus der Ferne habe ich das Gefühl, dass ein positiver Trend ersichtlich ist, dass man einen Plan hat, wie sich der Verein entwickeln soll.»

Doch bevor er sich mit der Rückkehr in die Schweiz befasst, will er mit Salzburg Basel ausschalten, noch weitere Titel holen, und endlich die Champions League erreichen.

Imposantes Energy-Drink-Team

Europa League Si. Der FC Basel möchte in Salzburg in die Viertelfinals vorstossen. Das 0:0 lässt fürs Rückspiel gegen die selbstbewussten Gastgeber einigen taktischen Spielraum offen.

Den imposanten Salzburger Output – seit dem Jahreswechsel haben die «Bullen» in zehn Partien 41 Treffer produziert – haben die Basler Vertreter registriert. Ihnen ist die Qualität der überdurchschnittlichen gegnerischen Offensive bekannt. Aber im Hinspiel demonstrierten die Basler, dass sie selbst mit einem dezimierten Aufgebot in der Lage sind, das spektakuläre Ensemble zu stoppen. Mit dem ersten torlosen Remis seit dem 2. Dezember 2012 (gegen Austria Wien) hatte im Umfeld der Salzburger niemand gerechnet. In der allgemeinen Euphorie um die Rekordzahlen vernachlässigten ein paar Salzburger Auguren wohl, dass der FCB, der Verein des Juristen Bernhard Heusler, im Europacup mehr prekäre Situationen gemeistert hat als der Klub des Energy-Drink-Milliardärs Dietrich Mateschitz.

Die voraussichtlichen Aufstellungen. Salzburg: Gulacsi; Klein, Ramalho, Rodnei, Svento; Kampl, Leitgeb, Ilsanker, Mané; Alan, Soriano.

Basel: Sommer; Arlind Ajeti, Suchy, Sauro; Philipp Degen, Xhaka, Frei, David Degen; Stocker, Elneny; Streller.

Bemerkungen: Salzburg ohne Hinteregger (gesperrt), Schwegler, Vorsah, Ulmer (alle verletzt), FCB ohne ohne Serey Die (gesperrt), Delgado, Voser, Ivanov, Safari (alle verletzt), Schär (rekonvaleszent), Callà (nicht spielberechtigt).

Europa League. Achtelfinals. Rückspiele. 18.00: Anschi Machatschkala (Russ) – Alkmaar (Ho) (Hinspiel 0:1). – 19.00: Valencia – Ludogorez Rasgrad (Bul) (3:0). Viktoria Pilsen (Tsch) – Olympique Lyon (1:4). Benfica Lissabon – Tottenham Hotspur (3:1). Fiorentina – Juventus Turin (1:1). – 21.05: Salzburg – FC Basel (0:0). Betis Sevilla – FC Sevilla (2:0). Napoli – FC Porto (0:1).

Auslosung Viertelfinals: Freitag, 13.30.

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