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FUSSBALL: Die DNA des FC Basel

Der FC Basel sorgte mit dem Sieg gegen Manchester United in der Champions League für einen Paukenschlag. Der Trainer sagt: «Jetzt dürfen wir nicht wegfliegen».
Sven Schoch (sda), Basel
Stilsicher: Basel-Trainer Raphael Wicky (mit Brille). (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Basel, 22. November 2017))

Stilsicher: Basel-Trainer Raphael Wicky (mit Brille). (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Basel, 22. November 2017))

Sven Schoch (SDA), Basel

sport@luzernerzeitung.ch

Basel bringt in grossen europäischen Partien Qualitäten auf den Rasen, von dem andere Schweizer Klubs nur träumen können. Der Schweizer Meister besitzt das Potenzial, die Achtelfinals in der Champions League zu erreichen – trotz Umbruch, trotz Kritik in der Liga.

Mit einem ungemütlichen ­Finish hat Manchester trotz des ausserplanmässigen Ausrutschers in Basel nicht zu rechnen. Der Leader der Gruppe A hält nach wie vor alle Trümpfe in der eigenen Hand. Vielleicht nahm José Mourinho den Rückschlag beim Aussenseiter deshalb verhältnismässig gelassen: «So ist Fussball. Es fällt mir schwer, mein Team zu kritisieren. Unser Spiel war lange richtig gut – von zehn solchen Spielen gewinnen wir neun.»

Seine Erfolgsquote in vier Vergleichen mit dem FCB ist indes weiter abgesackt. Der «Special One» tut sich auffällig schwer gegen den Schweizer Branchenprimus. Im Herbst 2013 liess er sich von Murat Yakins Elf zweimal düpieren, nun bezog er gegen den Champions-League-Rookie Raphael Wicky die nächste Niederlage.

Dass Mourinho den Auftritt Manchesters im St.-Jakob-Park hinterher um eine Klasse besser beurteilte als jenen von Chelsea an gleicher Stelle vor vier Jahren, wertet die Performance Basels zusätzlich auf. «Wir brachten damals keinen einzigen Schuss aufs Tor. Heute fehlten nur die Tore.»

Der Mann, der seit seinem Aufstieg an die Spitze mit ­Porto im EM-Jahr 2004 an den besten Adressen Europas 20 Trophäen gewann, ist in prestigeträchtigen Wettbewerben in der Regel nur schwierig auszuspielen – Basel fand ­einen Weg, weil Wickys Team erstaunlich abgebrüht auftrat und Qualitäten ausspielte, über die in der Schweiz nur die Bebbi ver­fügen – mentale Belastbarkeit, physische Widerstandsfähigkeit, grenzenloses Selbstvertrauen.

Mit welcher Regelmässigkeit dem Schweizer Titelhalter international beachtete Coups gelingen, ist verblüffend – als ob in der DNA des Klubs die Überzeugungskraft verankert wäre, vor allem gegen Vertreter der finanzkräftigsten Liga der Welt Grenzen zu verschieben. Einmal mehr spielt Basel mit sehr guten Chancen um einen Platz in den Top 16 Europas.

Wicky reagierte ganz im Stil des stilsicheren Strategen auf Fragen, welches Geheimnis sich hinter den atem­beraubenden, teilweise magischen Nächten von Rotblau verberge. Er könne die wiederkehrenden Erfolge nicht in einen grösseren Kontext stellen. «Früher war ich nur als TV-Experte dabei, um solche Spiele zu geniessen.» Jetzt habe er vermittelt, «dass wir nichts zu verlieren haben und völlig frei aufspielen können».

Einen Klub besiegt, der sich jeden Spieler leisten kann

Genügt das bereits, um den Zweitplatzierten der Money League zu stürzen, um einen Klub zu besiegen, der eine globale Ausstrahlung hat, sich jeden Spieler der Welt leisten kann und unter Mourinho im letzten Frühling die Europa League gewonnen hat? Wicky holt etwas aus: «Die Mannschaft hat Qualität und einen grossen Umbruch ­hinter sich, der noch andauert. Neben den Talenten sind wir auf Erfahrungswerte angewiesen, auf Spieler wie Suchy, Lang, ­Serey Die oder Xhaka. Und wir brauchen eine perfekte Nacht.»

Und als die flächendeckenden Eruptionen abebbten, sich das Adrenalin wieder bei normalen Werten einpendelte, da war von Wicky ein Statement zu hören, das die Charakteristik des Winner-Teams sehr gut spiegelte: «Wichtig ist, dass bei meinem Team keine Panik ausbricht, wenn es nicht läuft, und dass es nicht wegfliegt, wenn es mal läuft.»

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