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FUSSBALL: Die Schweiz zittert sich zum Pflichtsieg

Die Schweizer sind mit dem 2:1 in Litauen in der EM-Ausscheidungsgruppe E auf Position 2 vorgerückt. Zur Erfüllung der Pflicht benötigten sie einen späten Effort.
Es war die wichtige Reaktion auf den 0:1-Schock für die Schweiz: Josip Drmic drückt auf eine Kopfball-Vorlage von Fabian Schär (hinten) den Ball zum zwischenzeitlichen Ausgleich über die Torlinie von Litauen. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Es war die wichtige Reaktion auf den 0:1-Schock für die Schweiz: Josip Drmic drückt auf eine Kopfball-Vorlage von Fabian Schär (hinten) den Ball zum zwischenzeitlichen Ausgleich über die Torlinie von Litauen. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Bildergalerie: Mehr Impressionen zum Auftritt der Schweizer auf www.luzernerzeitung.ch/bilder

Sven Schoch (Si), Vilnius

Von der englischen Steilvorlage (3:2-Sieg in Slowenien; siehe Box) profitierten die Schweizer erst nach langem, teilweise mühevollem Anlauf und dank dem späten Umschwung. Xherdan Shaqiri erzwang das Siegtor nach brillanter Vorarbeit des 18-jährigen Basler Ausnahmetalents Breel Embolo sechs Minute vor dem Ende.

Mit dem vierten Erfolg in Folge haben sich die Schweizer vor der letzten Tranche der Qualifikation optimal positioniert. Verlängern sie im kommenden September vor eigenem Publikum in der Direktbegegnung mit der Equipe vom Balkan ihre Serie, sind sie mit einer 6-Punkte-Reserve nach sportlichem Ermessen nicht mehr vom direkten EM-Kurs abzubringen.

Heikle Momente im Ministadion

Die zuvor während acht Monaten torlose und teilweise desolate Weltnummer 96 konfrontierte die viel höher dotierten Schweizer mit erstaunlich grossen Problemen. Als der Gornik-Stürmer Cernych den HSV-Abwehrchef Djourou austrickste, bahnte sich kurzzeitig gar ein blamables Resultat an.

Auf das 0:1 reagierte der Favorit indes nicht panisch, sondern mit Klasse: Drmic lenkte eine Kopfballvorlage Schärs zum 1:1 über die Linie. Derweil die zwar bemerkenswert enthusiastischen, aber technisch limitierten Einheimischen unmittelbar nach dem Gegentor spürbar an Geschwindigkeit einbüssten, legten die Schweizer unter Druck weiter zu.

«Wir sind besser, wir sind stärker», hatte Vladimir Petkovic im Vorfeld deklariert und drei weitere Punkte verlangt. Seine Spieler hielten erst mit ihrer überzeugenden Performance in der finalen Phase Wort.

Im Vorprogramm war im Schweizer Kreis die Effizienz das Thema, weil zuletzt trotz einer Flut von Chancen zu wenig Output resultierte. Und immer wieder rückte der Spass am kreativen Element der Equipe ins Zentrum. Doch vom attraktiven Stil, vom Anspruch, die Aussenseiter der Gruppe diskussionslos zu dominieren, war bis tief in die zweite Hälfte wenig zu sehen. Nach einem ordentlichen Start mit mehreren Vorstössen flachte das Geschehen aus der Optik der Schweizer ab. Abwehrpatron Johan Djourou und nicht nur er – leistete sich in der eigenen Zone gar das eine oder andere fatale Time-out.

Petkovic wechselt Captain aus

Die Osteuropäer jedenfalls standen trotz gegen 70 Prozent Ballbesitz der Gäste bereits in den ersten 45 Minuten einmal dicht vor dem Führungstor. In der 17. Minute stürmte Slivka solo auf Yann Sommer zu - der Gladbacher Keeper verhinderte mit einer schwierigen Parade den Fehlstart, Schär bereinigte die Szene am Ende in höchster Bedrängnis.

Zu viel verlief zunächst nicht plangemäss, weil die Schweizer Kreativabteilung das Spiel selten im richtigen Moment beschleunigte. In der zentralen Achse entwickelte Granit Xhaka an der linken Seite Inlers vor der Pause längst nicht jenes Volumen, mit dem er als Kopf von Mönchengladbachs Aufschwung in der Bundesliga monatelang zu brillieren pflegte. Petkovic reagierte angesichts des zu zähflüssigen Aufbaus ziemlich früh. Nach 58 ungenügenden Minuten passte der Coach mit einem Doppelwechsel das taktische Schema an Gökhan Inler musste weichen. Während der sechsjährigen Ära von Ottmar Hitzfeld hatte der Captain das Terrain in keinem einzigen Pflichtspiel vorzeitig verlassen müssen, seit der Amtsübernahme Petkovics bereits zum zweiten Mal.

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