Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FUSSBALL: Er hat ein Zwischenziel erreicht

Noam Baumann (21), der ehemalige Torhüter von Zug 94, ist die Nummer 1 des FC Wil in der Challenge League. Der U21-Internationale will Erfahrungen sammeln für ein Engagement in einer Topliga.
Martin Mühlebach
Der Hünenberger Noam Baumann (rechts) lässt mittels spektakulärer Paraden so manchen Stürmer verzweifeln. (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Genf, 9. August 2017))

Der Hünenberger Noam Baumann (rechts) lässt mittels spektakulärer Paraden so manchen Stürmer verzweifeln. (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Genf, 9. August 2017))

Martin Mühlebach

sport@zugerzeitung.ch

Türkische Investoren butterten viel Geld ins Challenge-League-Team des FC Wil. Hochkarätige Spieler wurden mit hochdotierten Verträgen ausgestattet. Sie sollten den Aufstieg in die Super League realisieren. Zudem fassten die Investoren den Bau eines neuen Stadions ins Auge. Als beide Pläne scheiterten, zogen sie sich im vergangenen Frühjahr zurück. Noam Baumann, der vom Erstligisten Zug 94 im Februar 2016 als Ersatztorhüter zu Wil stiess, hat diese turbulente Zeit schadlos überstanden. Mehr noch – er hat davon profitiert: «Nachdem im vergangenen Dezember letztmals hohe Saläre ausbezahlt worden waren, konnten namhafte Spieler und Grossverdiener wie der brasilianische Internationale André Santos, der türkische Nationalspieler Egemen Korkmaz und der Stammtorhüter Steven Deana nicht mehr gehalten werden. Ich blieb, und fortan stehe ich als Nummer 1 im Tor des FC Wil.»

Baumann hat sich das Vertrauen der neuen Vereinsleitung verdient. In der vergangenen Rückrunde wurde er eingewechselt, nachdem Deana im Spiel gegen Le Mont die rote Karte gezeigt erhalten hatte. Baumann liess sich nicht bezwingen – Wil gewann nach einer Niederlagenserie mit 2:0. «Es war cool, mein Debüt in der Challenge League ohne Gegentreffer feiern zu können», blickt der Hünenberger Baumann zurück. Als Maurizo Jacobacci, der heute Sion U21 trainiert, gegen Ende der letzten Saison in Wil als Übungsleiter einsprang, avancierte Baumann zum Stammkeeper. Dankbar sagt dieser: «Ich habe von meinem Vorgänger Steven Deana sehr viel profitiert. Er hat mich stets gepusht und mir zu verstehen gegeben, dass ich Karriere machen würde.»

Viel zu verdanken habe er auch seinem Torhütertrainer, dem früheren Nationalmannschaftstorhüter Stephan Lehmann. «Er versteht es ausgezeichnet, seinen Schützlingen mentale Stärke und Aggressivität zu vermitteln», betont Noam Baumann. Der 193 Zentimeter grosse, 84 Kilogramm wiegende Schlussmann besticht nicht nur durch das sichere Pflücken hoher Bälle, er glänzt auch mit reflexschnellen Paraden auf der Torlinie und mit konzentriertem Mitspielen.

Zurück in der Schweizer Auswahl

Diese Stärken blieben auch Heinz Moser, dem Trainer der Schweizer U21-Nationalmannschaft, nicht verborgen. Er holte den zwischenzeitlich nicht mehr aufgebotenen Baumann wieder in sein Team zurück, wo er derzeit hinter Gregor Kobel, dem Ersatztor­hüter des deutschen Bundesligisten Hoffenheim, die Reservistenrolle einnimmt. Der zielstrebige, ehrgeizige Baumann betont: «Ich nehme den Konkurrenzkampf mit Kobel an. Wir beide sind in etwa gleich stark.»

Sein Ziel sei es, so Baumann, sich sowohl mit Wil als auch mit der U21 der Schweiz für höhere Aufgaben zu empfehlen. Schon früher hätten Super-League-Klubs Interesse an einer eventuellen Verpflichtung gezeigt, aber er sei bei Wil geblieben, um noch eine Saison lang weitere Erfahrungen sammeln zu können. Nach der gestrigen bitteren 2:3-Niederlage gegen den Leader Schaffhausen sind die Wiler weiterhin Letzter, einen Punkt hinter Aarau und Winterthur. Noam Baumann blickt voraus: «Was nach der laufenden Saison passiert, weiss ich noch nicht. Sicher ist, dass ich dereinst in der Super League spielen möchte. Danach wäre ich nicht abgeneigt, ins Ausland zu gehen. Ich könnte mir ein Engagement in Spanien, England, Deutschland oder Italien vorstellen.»

Um einen Vergleich zwischen seinem Ex-Klub Zug 94 und dem FC Wil gebeten, sagt Baumann: «Der grösste Unterschied besteht wohl im Gesamtpaket. In Wil herrscht ein Profibetrieb mit täglichen Trainingseinheiten. Das Spielermaterial ist besser, im Training und in den Ernstkämpfen wird ein höheres Tempo angeschlagen, und die medizinische Betreuung lässt keine Wünsche offen.» Nebst dem Teamarzt stünden den Spielern praktisch rund um die Uhr drei Physiotherapeuten und zwei Athletiktrainer zur Verfügung. In der Person des deutschen Konrad Fünfstück (Ex-Kaiserslautern) stehe in Wil ein ausgewiesener Cheftrainer unter Vertrag, der grossen Wert auf eine positive Arbeitseinstellung lege. «Seine Devise heisst: Wer hart arbeitet, wird auf lange Sicht belohnt.» Das trifft durchaus auch auf Baumann zu.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.