FUSSBALL: Er will den Spass wiederfinden

Jérôme Bühler (22) wechselte auf diese Saison hin von Kriens nach Buochs. Der ehemals hoch gehandelte FCL-Junior will nach einem durchwachsenen Jahr in Kriens mit den Nidwaldnern wieder voll angreifen.

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Jérôme Bühler am Seeufer beim Seefeld in Buochs. (Bild: .Bild: Michael Wyss (31. Juli 2017))

Jérôme Bühler am Seeufer beim Seefeld in Buochs. (Bild: .Bild: Michael Wyss (31. Juli 2017))

Roger Amberg

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Lange galt Jérôme Bühler beim FC Luzern als vielversprechendes Talent. Der 22-jährige Surseer, der in Hergiswil aufgewachsen ist und mittlerweile in Horw lebt, durchlief beim FCL alle Stationen im Nachwuchs und war in der U21 einer der Leistungsträger. Während ehemalige Teamkollegen wie Nicolas Haas, João Oliveira oder Jonas Omlin mittlerweile in der Super League oder gar der Serie A spielen, schaffte er den Sprung ins Luzerner Profiteam jedoch nie. «Für Aussenstehende sieht es vielleicht manchmal nicht so aus, aber es ist enorm schwierig, und es braucht extrem viel, damit man es packt. Schliesslich schaffen es nur diejenigen, die in allen Belangen zu den Stärksten gehören.»

Bühler hat seinen Traum vom Profifussball mit 22 Jahren noch nicht ganz aufgegeben, ist aber realistisch genug, die Situation richtig einzuschätzen. «Ich bleibe ambitioniert, gebe nicht auf und lasse mir sicher eine Tür offen. Aber nur noch völlig auf die Karte Profifussball zu setzen, wäre auch naiv.» Es sei ihm bereits in seiner Ausbildung wichtig gewesen, zweigleisig zu fahren und auch in der Arbeitswelt Fuss zu fassen. Seit kurzem arbeitet er als Sachbearbeiter bei der Medienbeobachtungsfirma Management Tools Media AG in Hergiswil.

Schwierige Saison bei Kriens

Nachdem im letzten Sommer sein Juniorenvertrag beim FCL auslief, wechselte Bühler zum SC Kriens, wo er allerdings häufig nur zweite Wahl war. «Das war zu wenig für meine Ansprüche. Ich hatte mir viel mehr vorgenommen. Ich weiss, dass ich mehr kann und auch mehr hätte zeigen können, aber irgendwie ist die ganze Saison recht unglücklich verlaufen», erklärt Bühler, der den Wechsel zu den Kriensern allerdings nicht bereut: «In diesem Moment sah ich es als den richtigen Schritt an. Aufgrund verschiedener Faktoren hat es dann leider nicht ganz so gut funktioniert. Trotzdem konnte ich aber auch in dieser Zeit viel lernen und wichtige Erfahrungen sammeln.»

Beim SC Buochs wagt Bühler nun einen Neuanfang. «Nach diesem schwierigen Jahr war es für mich wichtig, dass ich zu einem Verein komme, wo ich wenn möglich immer spiele und Leistungsträger sein kann. Wichtig war vor allem aber auch, dass ich den Spass am Fussball wiederfinde.» Als Rückschritt empfindet Bühler den Wechsel zu den Buochsern nicht, auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag. «Vielleicht sehen das ein paar Leute so, aber ich glaube, dass es kein grosser Rückschritt für meine persönliche Entwicklung ist.» In der relativ neu zusammengestellten Truppe (9 Zuzüge, 6 Abgänge) sieht Bühler viel Qualität und hofft auf eine ähnlich gute Klassierung wie letztes Jahr, als die Buochser den fünften Schlussrang belegten.

Wunschtransfer von Sportchef Lambert

Für Sportchef Nicolas Lambert ist Bühler ein absoluter Glücksgriff: «Jérôme Bühler ist für mich ein Wunschtransfer. Neben seinen grossen fussballerischen Qualitäten, welche perfekt zu unserem schnellen Spiel passen, ist er auch charakterlich einwandfrei», so Lambert, der die Stärken des 22-Jährigen kennt: «Jérôme ist ein sehr agiler und wirbliger Spieler. Er ist sehr schnell und sobald er die Tiefe des Feldes nutzen kann, enorm gefährlich, da er einen guten Zug aufs Tor hat.»

Morgen Samstag (17.00, Seefeld) empfangen die Buochser mit Jérôme Bühler zum Saisonauftakt den FC Münsingen. Die Berner scheiterten in der letzten Spielzeit erst in den Aufstiegsspielen an Gossau und dürften daher ein echter Gradmesser für das neue Buochser Team darstellen, bei denen sich Jérôme Bühler wieder ins Rampenlicht spielen will.

Kadermutationen

Zuzüge: Selver Hodzic (Trainer, FC Luzern Nachwuchs), Luca Bernasconi (Hergiswil), Jérôme Bühler (Kriens), Michel Da Costa (Kriens), Rico Gabriel (Stans), Patrik Gjidoda (Wangen bei Olten), Emanuele Giodotti (AC Bellinzona), Kevin Kehrer (Kriens), Tobias Kirschenhofer (FC Luzern U21), Stefan Trajkovic (vereinslos).

Abgänge: David Andreoli (Rücktritt), Yannik Bäuerle (Emmen), Manuel Bucheli (Obergeissenstein), Michael Käch (unbekannt), Nikola Knezevic (Emmenbrücke), Bojan Malbasic (Kriens), Dominic Schilling (Kriens).