FUSSBALL: Erneuter Rückschlag für Hochdorf

Der FC Hochdorf kann nach dem Sieg gegen Locarno vom Aufwind nicht profitieren – 1:2-Niederlage gegen den FC Sarnen. Hochdorf-Präsident Jürg Wicki leidet mit dem Team.

Ruedi Vollenwyder
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Der Sarner Ruben Urbano (rechts) behauptet den Ball gegen den Hochdorfer Kristian Rajic. (Bild: Nadia Schärli (Hochdorf, 30. September 2017))

Der Sarner Ruben Urbano (rechts) behauptet den Ball gegen den Hochdorfer Kristian Rajic. (Bild: Nadia Schärli (Hochdorf, 30. September 2017))

Ruedi Vollenwyder

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Nach der 0:4-Schlappe in Eschen­bach begannen beim FC Hochdorf die Alarmglocken wie wild zu läuten. Und dieses Geläute bewirkte im Team von Spielertrainer Pascal Bader eine Trotzreaktion. Völlig überraschend gewann der FC Hochdorf die Nachholpartie gegen den Spitzenklub FC Locarno dank eines Penaltytreffers von Matias Vrazic mit 1:0. Der erste Vollerfolg war in trockenen Tüchern, die Erleichterung in Baders Team gewaltig.

Doch die Euphorie hielt nicht an. In einer faden, teilweise auch fahrigen Partie mussten sich die Hochdorfer gegen einen auch nicht überzeugenden FC Sarnen mit 1:2 geschlagen geben. Nach einer vergebenen Topchance durch Hochdorfs Sturmspitze Kristian Rajic (15.) sorgte Dominic Ineichen nach einer Flanke von Luca Vogel mit einem Hechtköpflertor für die 1:0-Führung für die Sarner. Ein Gegentor, das FCH-Goalie Patrick Schmidt total ärgerte. «Wir waren bei diesem Sarner Angriff überhaupt nicht parat. Wenn man so körperlos spielt, dann kann man keinen Match gewinnen.» Diese fehlende Aggressivität hat der Goalie-Routinier in der laut geführten Pausen-Chropfleerete auch angesprochen. Viel genützt hat diese Pausenansprache allerdings nicht. Wohl versuchten die Hochdorfer mehr Druck aufzubauen. «Doch die Durchschlagskraft war nicht vorhanden, um klare Torchancen zu kreieren», bilanzierte der 26-jährige Goalie. Der zweite Gegentreffer (76.) in diesem spielerisch nicht hochstehenden Derby durch den quirligen Filipe Da Costa, nach Vorarbeit von Luca Vogel, nahm den Hochdorfern die letzte Hoffnung auf eine Bestätigung des Sieges über Locarno. Denn das Kopfballtor von Pascal Bader in der 89. Minute kam zu spät. Patrick Schmidt nachdenklich: «Jetzt sind wir Führungsspieler gefordert, um die Pace, wie im Locarno-Match angewendet, wieder neu zu aktivieren.»

Rückendeckung für Spielertrainer Bader

Für die Hochdorfer Vereins-Chefetage kommt dieser verpatzte Saisonstart nicht unerwartet. Co-Präsident Jürg Wicki, der sich für das sportliche Wohl des Vereins verantwortlich zeigt, will ob der schlechten Rangierung nicht in Panik machen: «Schon gegen Ende der letzten Saison steckte der Wurm drin. Und diesen schleppten wir mit in die neue Saison.» Und er gibt zu: «Sicher nagt die Erfolglosigkeit auch in mir. Doch noch mehr tun mir die Spieler leid.» Auf die Trainerfrage angesprochen, äussert sich Jürg Wicki klar und deutlich. «Ein gewisser Druck ist da, diese Tatsache kann ich nicht in Abrede stellen. Doch wir sind ein Amateurverein, und da macht ein Trainerwechsel nach acht Spielen überhaupt keinen Sinn. Bis zum Ende der Vorrunde passiert in dieser Hinsicht überhaupt nichts. Wir haben Geduld.» Er ergänzt: «Bei der Anstellung waren wir uns bewusst, dass wir mit Pascal Bader einen Trainerneuling engagieren. Er leistet zusammen mit dem Staff, trotz des ausbleibenden Erfolges, gute Arbeit. Wie gesagt, ein Trainerwechsel ist kein Thema.»

Solche Probleme kennt man beim Aufsteiger FC Sarnen nicht. Sportchef Björn Burch: «Es ist erfreulich, wie sich die Mannschaft mit den vielen jungen Spielern gegenwärtig präsentiert.» Dieses Lob kam vor dem Spiel. Nach der Partie musste ihm Trainer Ricardo Pereira widersprechen: «Die drei Punkte nehme ich gerne. Aber was die Leistung anbelangt, bin ich überhaupt nicht zufrieden. Wir können klar besseren Fussball spielen. Und das ärgert mich gewaltig.» Und er rügt weiter: «Ich stelle höhere Ansprüche an mein Team. Im Match gegen die Hochdorfer sah ich zu viele Schwankungen. Sei es im Zweikampfverhalten oder in der Konzentration. Wir wollten einen Schritt vorwärts machen, haben mit unserem unbefriedigenden Auftreten aber wieder einen rückwärts gemacht.»