FUSSBALL: FC Altdorf im Freudentaumel

Zum zweiten Mal innert Jahresfrist feiert das Fanionteam des FC Altdorf einen Aufstieg. Und diese Erfolgsstory könnte in Bälde um ein zusätzliches Kapital erweitert werden.

Urs Hanhart
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Geschafft: Die Altdorfer feiern ausgelassen den Aufstieg in die 2. Liga inter. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 28. Mai 2017))

Geschafft: Die Altdorfer feiern ausgelassen den Aufstieg in die 2. Liga inter. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 28. Mai 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Gestern Nachmittag nach dem letzten Heimspiel gegen Emmen in der 2. Liga regional floss das Bier auf der Altdorfer Schützenmatte in Strömen. Teilweise wurde der Gerstensaft sogar in bester Formel-1-Manier im Champa­gner-Stil verspritzt. Die Spieler und die Verantwortlichen des FC Altdorf hatten auch allen Grund, so richtig eine Sause loszulassen.

Mit dem souverän herausgespielten 3:0-Heimerfolg gegen Emmen machte das Team in Sachen Aufstieg bereits in der vorletzten Runde alles klar. Die Urner werden also in der nächsten Saison in der 2. Liga inter spielen. Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass diese Mannschaft vor zwei Jahren den Gang in die 3. Liga antreten musste. Seither hat sie nun einen eindrücklichen direkten Durchmarsch in die 2. Liga inter hingelegt.

Sensationelle Aufholjagd hingelegt

Massgeblichen Anteil an der neuen Stärke des Fanionteams haben Trainer Pedro Somoza, dessen Assistent Urs Arnold und Sportchef René Senn. Sie alle haben in den letzten zwei Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Allerdings gibt Somoza zumindest einen Teil der Blumen zurück an seine Mannschaft. «Mein Team hat insbesondere in der Rückrunde eine sensationelle Leistung abgeliefert und neun Siege in den bisherigen zehn Spielen herausgespielt. Das ist einfach fantastisch.Der Aufstieg ist vollauf verdient.»

Denn nach der Vorrunde belegte der FC Altdorf noch einen Mittelfeldplatz. Die Spitzenteams waren schon relativ weit enteilt. «Für mich war immer klar, dass wir noch deutlich zulegen werden, zumal wir in der Winterpause noch einige Verstärkungen verpflichten konnten», verriet Somoza und fügte an: «Die Mannschaft ist im Verlaufe der Rückrunde zu einer Einheit gewachsen und hat sich enorm gesteigert. Zudem haben wir von unserem relativ breiten Kader profitiert. Dadurch konnten wir verletzungsbedingte Ausfälle gut kompensieren.»

Ein Highlight in der Vereinsgeschichte

Zur Bedeutung des jüngsten Erfolgs sagte Sportchef Senn: «Dieser Aufstieg in die 2. Liga inter ist ein absolutes Highlight in unserer Vereinsgeschichte. Vor vielen Jahren hat das Fanionteam in der 1. Liga gespielt. Jetzt sind wir in jener Liga angekommen, die wir uns vereinsintern schon länger zum Ziel gesetzt haben.» Allerdings relativierte Senn: «Von der Planung her kommt dieser Aufstieg eigentlich ein Jahr zu früh. Man muss bedenken, dass wir im Vorjahr noch in der 3. Liga gespielt haben. Normalerweise braucht man etwas Zeit, um sich in einer neuen Liga zu etablieren. Die 2. Liga inter ist eine grosse Herausforderung. Aber wir sind bereits daran, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen.»

Jetzt lockt auch noch der IFV-Cup-Sieg

Kaum ist der Aufstieg in trockenen Tüchern, nimmt der FC Altdorf bereits sein nächstes grosses Ziel ins Visier. Er tritt am Pfingstsamstag im IFV-Cup-Final gegen den FC Littau an, wobei die Luzerner vom Heimvorteil profitieren können. Zu diesem Showdown sagte Somoza: «Es war sehr wichtig, dass wir mit dem Aufstieg unser erstes Ziel erreicht haben. Jetzt können wir im Cupfinal unbeschwert antreten. Ich erwarte einen harten Fight, denn Littau ist ein sehr starker Gegner.»

Falls sich die Urner im Cup­final durchsetzen, qualifizieren sie sich zudem für die erste Hauptrunde im Schweizer Cup für die nächste Saison. Mit etwas Losglück würde dann ein ganz grosser Gegner winken, wie zuletzt 1981, als auf der Schützenmatte die Grasshoppers gastierten, die damals auf nationaler Ebene das Mass aller Dinge darstellten.