FUSSBALL: FC Luzern U21 gegen Schötz war Spektakel mit Windunterstützung

Der FC Luzern U21 gewinnt das 1.-Liga-Derby gegen Schötz 4:3. Der Kampf um die Aufstiegsspielränge spitzt sich immer mehr zu.

René Barmettler
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Der Schötzer Dreifachtorschütze Labinot Aziri stoppt den Ball mit der Brust, den Luzernern Cleric Njau (links) und Remo Arnold bleibt in dieser Szene das Nachsehen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. April 2018))

Der Schötzer Dreifachtorschütze Labinot Aziri stoppt den Ball mit der Brust, den Luzernern Cleric Njau (links) und Remo Arnold bleibt in dieser Szene das Nachsehen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. April 2018))

René Barmettler

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

Nochmals probierte es der Schötzer Mittelfeldspieler Michael Koch mit einem Weitschuss. Für einmal wurde er nicht von einem Gegenspieler abgeblockt. Der Ball flog gefährlich in Richtung des FCL-Gehäuses. Doch Simon Enzler parierte diesen Gewaltschuss und lenkte ihn über das Tor. Der anschliessende Corner flog ins Niemandsland, dann erfolgte der Schlusspfiff in einer unterhaltsamen und vom Föhnsturm verwehten Partie.

Die Schötzer verliessen den Platz mit hängenden Köpfen. Verständlich, denn zwingend war diese 3:4-Niederlage auf keinen Fall. «Wir waren offensiv immer gefährlich, haben aber leider auch zu viel zugelassen», resümierte Schötz-Trainer René Erlachner hinterher. Bitter: Schötz-Stürmer Labinot Aziri erzielte eine Triplette, und trotzdem ging sein Team leer aus. «Wir haben eine tolle Mannschaft», sagte Erlachner, «nun müssen wir aber unsere Hausaufgaben machen, um den dritten Platz doch noch möglich zu machen.»

Bekanntlich dürfen die zwei besten Gruppendritten ebenfalls an den Aufstiegsspielen teilnehmen. Doch dazu muss der FC Schötz (5.) nun sechs Punkte auf das derzeit drittplatzierte Buochs wettmachen. Luzern U21 weist nach diesem 4:3-Sieg nun ebenso viele Punkte wie die Nidwaldner auf. Und weil auch das zweitplatzierte Münsingen in der Partie vom Sonntag in der 88. Minute in Delémont den Siegestreffer erzielen konnte, blieb das Spitzenquartett an diesem Wochenende makellos.

Enzler wehrt einen Foulpenalty ab

Michel Renggli, der Trainer des FCL U21, war nach dieser aufwühlenden Partie nicht einfach nur glücklich: «Das war definitiv zu viel Spektakel.» Sein Team ermöglichte den Schötzern immer wieder, in die gefährlichen Räume einzudringen. Doch es kam auch fast zu einfach zu seinen Treffern. Beim 1:0 «spazierte» Dereck Kutesa durch die Schötzer Abwehrreihen, die wegen einer angezeigten Abseitsposition des Linienrichters stehen blieben.

Doch die Luzerner Hinterländer reagierten, glichen durch Aziri aus (21.). Claudio Zenger scheiterte aber mit einem Foulpenalty an Enzler (29.), und sie sahen sich drei Minuten später wiederum dank eines Weitschusses durch Filip Ugrinic im Rückstand. Schötz steckte nicht auf, glich kurz nach der Pause aus (47.), ehe in der 53. Minute Aziri seine Triplette mit einem haltbaren Flachschuss komplettierte. «Wir liessen auf den Seiten zu viel zu, fabrizierten zahlreiche Fehlpässe», monierte Renggli, der die Wind-ausrede nicht gelten lassen wollte: «Wir müssen halt einfacher spielen.» Bisweilen gelang dies auch, sein mit den Fanionspielern Daniel Follonier, Dereck Kutesa und Filip Ugrinic verstärktes Team kehrte die Partie noch. Follonier erzielte den Ausgleich zum 3:3 (68.), und Marco Rüedi gelang mit einem sehenswerten Seitfallzieher unhaltbar für Schötz-Goalie Dominic Stadelmann der 4:3-Siegestreffer. Somit bleibt der FC Luzern im Kampf um die Aufstiegsspiele im Geschäft. «Aber», warnt Michel Renggli, «alles hängt an einem seidenen Faden. Auf dieser Stufe braucht es viel mentale Stärke.» Das gestrige Spiel dürfte dieses junge Team in dieser Beziehung gestärkt haben – Rückenwind im doppelten Sinn.