Fussball
FCL überzeugt auch gegen Cham nicht – mit Glück gewinnt der Titelverteidiger das Zentralschweizer Cup-Derby 1:0

Der FC Luzern siegt vor 2810 Zuschauern im Zentralschweizer Cup-Hit gegen den SC Cham 1:0. Die Luzerner müssen im Eizmoos gegen den Gastgeber aus der Promotion League einige brenzlige Szenen überstehen. Einziger Torschütze der Partie ist Ibrahima Ndiaye.

Daniel Wyrsch
Drucken

FCL-Startelf

Die verletzten Pascal Schürpf und Marius Müller sowie der gesperrte Marvin Schulz nehmen auf der Tribüne Platz. Das sind drei wichtige Profis, die den Luzernern fehlen. Doch auch Cham vermeldet verletzte Spieler, so unter anderem Manuel Fäh.

Das Tor

45. Minute: Filip Ugrinic flankt vors Tor, wo sich Ibrahima Ndiaye gegen die Chamer Verteidiger in die Höhe schraubt und den Ball spektakulär zum 1:0 der Gäste aus Luzern ins Netz köpfelt.

Ibrahima Ndiaye (rechts) erzielt in der 45. Minute das 1:0 für den FC Luzern im Cupspiel gegen den SC Cham.

Ibrahima Ndiaye (rechts) erzielt in der 45. Minute das 1:0 für den FC Luzern im Cupspiel gegen den SC Cham.

Bild: Philipp Schmidli/Keystone (Cham, 15. August 2021)

Kurzbericht

Die erste Halbzeit ist eine ausgeglichene Angelegenheit. Beide Mannschaften kommen zu ihren Chancen. Die erste Gelegenheit hat FCL-Captain Dejan Sorgic mit einem Kopfball in der 16. Minute, doch Cham-Goalie Marco Peterhans ist zur Stelle. Nur zwei Minuten später prüft Chams Nummer 10, Marco Rüedi, den Luzerner Schlussmann Vaso Vasic.

In der 30. Minute bringt ein Freistoss von Nico Siegrist Gefahr vor das FCL-Tor, Chamer Fans reklamieren sogar einen Foulpenalty. Das hätte allerdings eine sehr strenge Regelauslegung von Schiedsrichter Lukas Fähndrich erfordert. Die Promotion-League-Mannschaft von Trainer Roland Schwegler zeigt, dass sie spielerisch mit dem Super-League-Team aus Luzern mithalten kann.

Mittelstürmer Sorgic (37.) schiesst rätselhafterweise nicht aus guter Abschlussposition. Der FCL-Goalgetter der letzen Saison (13 Ligatore) bleibt weiterhin ohne Treffer. Kurz vor der Pause gelingt den Luzernern der beste Angriff der ersten Halbzeit: Sie kombinieren sich bis zum Sechzehner der Zuger, wo Filip Ugrinic auf Ibrahima Ndiaye flankt, der gekonnt zum 1:0 einköpfelt.

FCL-Offensivspieler Filip Ugrinic (links) behauptet den Ball gegen Cham-Stürmer Demian Titaro.

FCL-Offensivspieler Filip Ugrinic (links) behauptet den Ball gegen Cham-Stürmer Demian Titaro.

Bild: Philipp Schmidli/Keystone (Cham, 15. August 2021)

Umstrittene Szene in der 54. Minute: Célien Wicht passt auf Lukas Riedmann, der im Strafraum von Vaso Vasic aus dem Tritt gebracht und schliesslich gefällt wird. Der 36-jährige Luzerner Schiedsrichter Lukas Fähndrich (vom FC Littau) pfeift den fälligen Penalty nicht. Das wird die Chamer ärgern. Sekunden nach dem nicht Nicht-Elfmeter schiesst Wicht aus wenigen Metern über die Latte hinter Vasic.

In der 65. Minute flankt Christian Gentner präzis auf Nidaye, der erneut mit dem Kopf stark abschliesst, doch Peterhans hält mirakulös. In der 89. Minute hat der SC Cham die Doppelchance mit Siegrist und dem eingewechselten Franzosen Sofian Domoraud, verpasst aber den späten Ausgleich.

Die Chamer powern auch in der sechsminütigen Nachspielzeit weiter, das Ausgleichstor gelingt ihnen aber nicht mehr. Der Cup-Titelverteidiger FCL siegt mit einigem Dusel 1:0 in der Zuger Provinz – und geht in die 2. Cup-Runde. Die Luzern-Fans honorieren den grossartigen Einsatz der Amateur-Kicker aus der drittklassigen Promotion League: Das Team des SC Cham bekommt aus dem Block der FCL-Anhänger stehende Ovationen. Ein schöner Schlusspunkt dieses Cupfestes.

FCL-Goalie Vaso Vasic spricht mit den Fans, welche die Mannschaft beim Cup-Auswärtsspiel in Cham begleitet haben.

FCL-Goalie Vaso Vasic spricht mit den Fans, welche die Mannschaft beim Cup-Auswärtsspiel in Cham begleitet haben.

Bild Philipp Schmidli/Keystone (15. August 2021)

Ausführlicher Matchbericht

Reaktionen

FCL-Coach Fabio Celestini: «Mit der Leistung können wir nicht zufrieden sein. Doch in Kürze wird dieser Match vergessen sein. Im Cup zählt nur das Weiterkommen, das haben wir geschafft. In Sachen Mentalität müssen wir uns deutlich steigern, diese Partie erinnert mich vom Gefühl her in keiner Weise an unser erstes Cupspiel vor einem Jahr in Thun, das wir gegen den frischen Absteiger in die Challenge League 1:0 gewonnen hatten. Unsere Leistung damals war weitaus besser.»

Cham-Trainer Roland Schwegler: «Meine Mannschaft ist von den FCL-Fans direkt nach Spielschluss gefeiert worden. Wir haben in den über 90 Minuten alles rausgehauen, eine sensationelle Leistung gezeigt. Die Penaltyszene ist für mich eindeutig, die Journalisten haben sie ja auch noch einmal im Fernsehen gesehen: FCL-Goalie Vasic trifft unseren Angreifer Lukas Riedmann in die Beine, das war ein klares Foul. Der Schiedsrichter hätte aber Mut gebraucht, um hier Penalty zu pfeifen. Unser Angriffe haben wir leider nicht sauber zu Ende gespielt, da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen. Im Moment bin ich sehr enttäuscht und auch sauer, aber nachher in der Kabine werde ich spätestens nach dem ersten Bier sehr stolz auf meine Mannschaft sein.»

Roland Schwegler, Trainer SC Cham

Video: PilatusToday und Tele 1

Silvan Sidler, Verteidiger FC Luzern

Video: PilatusToday und Tele 1

Marco Burch, Verteidiger FC Luzern

Video: PilatusToday und Tele 1

Telegramm

Cham – Luzern 0:1 (0:1)

Eizmoos. – 2810 Zuschauer (Stadionrekord). – SR Fähndrich.

Tor: 45. Ndiaye (Ugrinic) 0:1.

Cham: Peterhans; Röthlisberger (76. Hermann), Niederhauser, Bühler, Thöni (76. Bender); Miranda, Loosli; Siegrist, Rüedi (81. Hoxha), Riedmann (62. Domoraud); Wicht (62. Titaro).

Luzern: Vasic; Farkas, Burch, Badstuber (79. Domgjoni), Sidler (84. Grether); Ugrinic (79. Alounga), Wehrmann, Gentner (84. Emini), Frydek; Ndiaye, Sorgic.

Bemerkungen: Cham ohne Fäh, Laisa und Wiskemann (alle verletzt), Luzern ohne Schulz (gesperrt), Müller, Schürpf, Campo, Ndenge und Alabi (alle verletzt). Verwarnungen: 73. Frydek (Foul), 77. Rüedi (Foul).

Der Treffer des FCL im Video

Ausblick

Der SC Cham muss schon am Mittwoch (19.30 Uhr) in Genf gegen Etoile Carouge antreten, dieses Meisterschaftsspiel wird aufgrund des Cupwochenendes nachgeholt. Für den europäisch bereits in seiner ersten Conference-League-Qualirunde ausgeschiedenen FC Luzern folgt eine komplette Vorbereitungswoche, am kommenden Sonntag (16.30 Uhr) spielt Blau-Weiss ebenfalls in Genf – allerdings beim 17-fachen Schweizer Meister Servette. Der FCL strebt im vierten Ligaspiel den ersten Sieg an.

Aktuelle Nachrichten