Fussball
Der FC Luzern hält in St. Gallen bis am Schluss die Null – Trainer Celestini ist überzeugt: «Dieser Punkt wird für uns sehr wichtig sein»

Für einmal gibt es kein Torspektakel zwischen St. Gallen und Luzern: Die beiden Mannschaften müssen sich im Kampf um den Ligaerhalt mit einem 0:0-Unentschieden zufrieden geben.

Daniel Wyrsch aus St. Gallen
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Die FCL-Startelf

Kurzbericht

Die Mannschaft des FC Luzern wurde am Morgen von rund 150 Fans in Richtung St. Gallen verabschiedet. Der Wunsch der Anhänger: Drei Punkte gewinnen im Kampf um den Ligaerhalt.

Fabio Celestini hat seinen Spielern einen Plan mitgegeben: Defensiv gut stehen, gegen die forsch attackierenden St. Galler möglichst wenig zulassen. Die Theorie geht in der Praxis zumindest in der ersten Halbzeit auf. Captain Christian Schwegler kann im Pausen-Interview bestätigen, dass der FCL keine klare Torchance zugelassen hat. Kwadwo Duah (4./29.) trifft zweimal ins Aussennetz, Victor Ruiz (23.) schiesst nach einem Abspielfehler von Jordy Wehrmann über Marius Müller und das Luzerner Gehäuse.

Goalie Marius Müller und Innenverteidiger Marco Burch (Mitte) halten gegen Jordi Quintillà und St. Gallen in zweimal 45 Minuten die Null.

Goalie Marius Müller und Innenverteidiger Marco Burch (Mitte) halten gegen Jordi Quintillà und St. Gallen in zweimal 45 Minuten die Null.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus (St.Gallen, 17. April 2021)

In der 38. Minute schiesst Martin Frydek aus über 25 Metern – und der Ball knallt an die Latte hinter Ati Zigi. Luzern kommt damit im ersten Umgang einem Torerfolg am nächsten. Für Aufregung sorgen Rencontres zwischen Lukas Görtler und Frydek (40.) und Betim Fazliji und Ibrahima Ndiaye (44.). Fazliji und Ndiaye kassieren dafür je die gelbe Karte.

Kurz vor Ablauf einer Stunde tätigt Celestini einen Dreifachwechsel: Er wechselt Varol Tasar für Louis Schaub, Pascal Schürpf für Yvan Alounga und Dejan Sorgic für Ndiaye ein. Für Sorgic ist es das Comeback nach vier Pflichtspielen, die er wegen einer Knieverletzung verpasste. Nur vier Minuten nach der Einwechslung kommt Sorgic zum ersten Abschluss: Sein Aufsetzer (63.) geht knapp am Tor vorbei.

Bei St. Gallen kommen kurze Zeit später Basil Stillhart und Junior Adamu ins Spiel. In der 75. Minute scheitert Adamu nach Vorarbeit von Thody Youan an Keeper Müller, den Nachschuss torpediert der überraschte Duah weit übers FCL-Tor. In dieser Szene wackelt die Innerschweizer Abwehr.

Der FC Luzern verteidigt meist kompakt: Abwehrchef Stefan Knezevic (vorne rechts) gegen St.-Gallen-Stürmer Kwadwo Duah.

Der FC Luzern verteidigt meist kompakt: Abwehrchef Stefan Knezevic (vorne rechts) gegen St.-Gallen-Stürmer Kwadwo Duah.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus (St.Gallen, 17. April 2021)

In der 91. Minute spielt sich Schürpf durch, passt auf Tasar, der aber mit seinem Abschluss nicht an Ati Zigis rechter Hand vorbeikommt. Der St. Galler Torwart hält für sein Team den Punkt fest, der FCL kann sich in der Nachspielzeit nicht zum Sieg schiessen. Der spannende Match ohne spielerische Klasse endet 0:0 unentschieden. Auf einen Vollerfolg warten die Luzerner mittlerweile seit fünf Partien. Die Ostschweizer sogar seit sieben Spielen.

Erst zum dritten Mal in dieser Saison erzielt die Mannschaft von Fabio Celestini kein Tor (vorher zweimal gegen den FC Zürich; 0:2 und 0:0 im Herbst 2020). Damit bleibt der FCL in der Tabelle bei 49 geschossenen Treffern, aber auch bei 49 Gegentoren.

Mit nunmehr 33 Punkten müssen die Innerschweizer – aktuell auf Platz 8 – hoffen, dass sie am Sonntag nicht vom Tabellenneunten Vaduz (32 Punkte) überholt werden. Die Liechtensteiner treten in Lausanne an, könnten mit einem Sieg den Barrage-Platz an die Zentralschweizer abgeben.

Stimmen zum Spiel

FCL-Torhüter Marius Müller: «Der Abwehr und mir tut dieses Spiel ohne Gegentor sehr gut, nachdem uns das schon länger nicht mehr gelungen ist. Varol Tasar kenne ich im Abschluss anders, schade, hat er die Chance kurz vor Schluss nicht verwertet. Aber man muss auch sagen, dass Zigi den Schuss gut gehalten hat.»

FCL-Coach Fabio Celestini: «Dieser Punkt wird am Schluss der Meisterschaft sehr wichtig für uns sein.»

St.-Gallen-Coach Peter Zeidler: «Zumindest haben wir nicht verloren und einen Punkt geholt. Aber das heisst nicht, dass wir damit zufrieden sind.»

St.-Gallen-Stürmer Kwadwo Duah: «Aus meiner Sicht waren wir die klar bessere Mannschaft, wir hatten ein paar Chancen mehr als Luzern. Dazu standen wir solide in der Verteidigung. Bei meiner grossen Chance ist mir der Ball nach der Abwehr des Torhüters unerwartet vor die Füsse gefallen, ich war überrascht. Diese Möglichkeit hätte ich reinmachen müssen.»

Die FCL-Noten

Die Einzelkritiken der Luzerner Spieler

Der Liveticker zum Nachlesen

Das Telegramm

St. Gallen – Luzern 0:0

Kybunpark. – Keine Zuschauer. – SR Tschudi. 

Tore: Fehlanzeige.

St. Gallen: Zigi; Cabral, Stergiou, Fazliji, Muheim; Quintillà; Görtler, Youan; Ruiz (64. Stillhart); Guillemenot (64. Adamu), Duah (86. Babic).

Luzern: Müller; Schwegler (79. Grether), Burch, Knezevic, Frydek; Schaub (59. Tasar), Wehrmann, Ugrinic, Alabi; Ndiaye (59. Sorgic), Alounga (59. Schürpf).

Bemerkungen: St. Gallen ohne Abaz, Kräuchi, Campos, Letard (alle verletzt). Luzern ohne Emini (gesperrt), Ndenge, Schulz und Binous (alle verletzt). 38. Lattenschuss von Frydek. Verwarnungen: 45. Fazliji, Ndiaye (beide wegen Unsportlichkeit). 82. Wehrmann (Foul).  

Die Tabelle

Der Ausblick

Der FCL empfängt bereits am kommenden Mittwoch (18.15 Uhr) in der Swisspor-Arena den FC Lausanne-Sport. Gegen den Aufsteiger aus dem Waadtland haben die Innerschweizer auswärts zweimal verloren (je 1:2) und zu Hause ein Unentschieden (2:2) errungen. Der erste Saisonsieg gegen das Team von Giorgio Contini ist also das Ziel.