FUSSBALL: FCL ist heiss auf Konaté & Co.

Der FC Luzern ist 2015 noch ungeschlagen und tritt (heute, 16.00, SRF 2) mit breiter Brust beim FC Sion an. Dies trotz fünf Niederlagen hintereinander im Tourbillon.

Daniel Wyrsch
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In Topform: Sions senegalesischer Stürmer Moussa Konaté jubelt am letzten Mittwoch nach seinem 2:0-Treffer gegen Vaduz. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

In Topform: Sions senegalesischer Stürmer Moussa Konaté jubelt am letzten Mittwoch nach seinem 2:0-Treffer gegen Vaduz. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

Daniel Wyrsch

Für den FC Luzern ist die Ausgangslage im Kampf um den Ligaerhalt erfreulicher geworden. Drei Partien der Rückrunde sind gespielt, die Mannschaft von Trainer Markus Babbel (42) hat fünf Punkte geholt, ein Torverhältnis von 5:1 erreicht und ist unbesiegt. Doch ausgerechnet jetzt kommt die Reise ins Wallis, wo der FCL der beliebteste Gegner der vergangenen drei Jahre ist. Denn die Innerschweizer verloren im Tourbillon die letzten fünf Spiele. Die drei Trainer Ryszard Komornicki, Gerardo Seoane (ad interim) und Carlos Bernegger mussten jeweils ohne Punkte die dreistündige Busfahrt zurück an den Vierwaldstättersee auf sich nehmen.

Konaté schiesst Sion aus dem Keller

Bernegger musste allein drei Pleiten mit Luzern in Sion einstecken. Am Tag nach der letzten Niederlage am 5. Oktober 2014 wurde er freigestellt. Bei jenem 1:3 hatte Moussa Konaté für Sion die Wende mit dem 1:1-Ausgleich eingeleitet.

Der 21-jährige Stürmer aus Senegal ist in Form: Am Mittwoch schoss Konaté beide Tore zum 2:0-Sieg der Walliser im Nachtragsspiel beim FC Vaduz. Mit diesem ersten Auswärtsvollerfolg der Saison hat Sion das Tabellenschlusslicht an den FC Aarau abgegeben.

Überlegt sich Berneggers Nachfolger Babbel wegen des schnellen, fünffachen Saisontorschützen Konaté, in Sion tiefer stehend zu verteidigen? Der Bayer antwortet gelassen: «Ich denke es nicht, Angriff ist die beste Verteidigung.» Seine Erklärung leuchtet ein: «Es ist völlig wurst, ob du vorne angreifst oder tiefer stehst, es geht darum, wie du zupackst. Denn, wenn wir tief stehen und keinen Zugriff aufs Spiel kriegen, brennt es lichterloh.» Wie geschehen im Auswärtsspiel gegen St. Gallen (0:0), als die Luzerner nur mit Glück die ersten 30 Minuten ohne Gegentor überstanden.

Positive Beispiele sind für Babbel die beiden anderen Partien der Rückrunde: Gegen YB (1:1) und Aarau (4:0) zeigte seine Mannschaft «von der ersten Sekunde an, dass sie hellwach und aggressiv ist. Schaffen wir das, haben wir grosse Möglichkeiten, den Gegner in die Bredouille zu bringen.» Zudem, erwähnt Babbel richtig, hatte YB ebenfalls nicht die langsamsten Angreifer.

Sion-Goalgetter nicht drehen lassen

Die Schnelligkeit, Wendigkeit und Abschlussstärke von Konaté hat Babbel am Mittwochabend am Fernsehen studiert. «Wenn du so einem Stürmer Platz gibst, wird es schwer. Wenn du ihn packst, ihn nicht drehen lässt, dann wird es für ihn schwer.» Beide Tore hatte Konaté aus der Drehung erzielt. Der FCL-Trainer wollte sich wie gewohnt nicht in die Karten schauen lassen, mit welchem Personal er im Tourbillon antritt. Auf zehn von elf Positionen dürfte die Sache klar sein. Babbel deutete aber immerhin an, dass es im Mittelfeld eine Änderung geben könnte. Beim ersten Heimsieg der Saison gegen Aarau vor Wochenfrist fiel als Einziger Adrian Winter mit einigen Fehlpässen ab. Möglich, dass an seiner Stelle Alain Wiss oder Oliver Bozanic in die Startelf rückt.

Babbel wies darauf hin, dass er in Luzern schon öfter habe feststellen müssen, wie die Spieler nach einem erfolgreichen Match die Tendenz hätten, «sich auszuruhen und lobhudeln zu lassen». In dieser Woche habe er im Training aber keine solchen Anzeichen gehabt. «Alle haben voll mitgezogen.»

Babbel zum ersten Mal in Sion

Dem Coach bietet sich die Gelegenheit, als erster Trainer seit Murat Yakin den FCL zu einem Sieg in Sion zu führen. Yakin schaffte das Kunststück gleich zweimal hintereinander: Zuerst im Cup-Halbfinal Mitte April 2012 mit einem 1:0 (Torschütze Winter) und dann noch zum Saisonschluss am 23. Mai 2012 mit einem 3:1 (Eigentor Zibung, Tore Stahel, Ferreira und Kukeli per Penalty). Babbel: «Ich bin das erste Mal in Sion und eh schon heiss. Die Chance auf den ersten Sieg nach fast drei Jahren macht mich noch heisser!» Übrigens hat Sion zuletzt klar von seiner Heimstärke eingebüsst. Seit dem Sieg gegen Luzern haben die Walliser in vier Spielen zu Hause nur drei Unentschieden erreicht und einmal verloren.

Heute ist der von GC geholte Sion-Führungsspieler Vero Salatic wegen einer gelb-roten Karte in Vaduz gesperrt. Babbel erachtet das Fehlen des Aufbauers weder als Vor- noch als Nachteil für sein Team. «Mir ist wichtig, dass wir die besten Gelegenheiten nutzen wollen, um jetzt Sion und dann gleich hintereinanderfolgend GC und Vaduz in den Abstiegskampf reinzuziehen.»