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FUSSBALL: FCL kämpft um Stürmer Frey

Mit breiter Brust steigt Michael Frey heute ins Heimspiel gegen Ex-Klub YB. Luzern will den Stürmer länger ausleihen, noch ist das letzte Wort nicht gesprochen.
Daniel Wyrsch
Michael Frey hat mit seinem Kampfgeist zu alter Stärke zurückgefunden. (Bild Philipp Schmidli)

Michael Frey hat mit seinem Kampfgeist zu alter Stärke zurückgefunden. (Bild Philipp Schmidli)

Wenn Michael Frey (21) heute im Luzern-Dress gegen die Young Boys spielt, geniesst der Stürmer das uneingeschränkte Vertrauen seines Trainers. FCL-Coach Markus Babbel sagte gestern in der Pressekonferenz über Frey: «Ich würde mich freuen, wenn er ein, zwei Jahre bei uns anhängt. Nach der langen Verletzungspause wäre eine längere Ausleihe der richtige Schritt.» Babbel ist überzeugt, dass dies eine Win-win-Situation für Frey und den Verein wäre. Er weiss aber auch, dass es schwierig wird, den durchsetzungsstarken Angreifer zu halten. Frey ist bis Ende Saison vom OSC Lille (Ligue 1) ausgeliehen. Die Franzosen überwiesen für ihn im September 2014 eine Ablöse von rund 3 Millionen Franken an die Young Boys. Der Ex-YB-Profi meint zu einem möglichen Verbleib in Luzern: «Es gibt sicher Gespräche. Am Schluss entscheidet Lille, wo es für mich weitergeht.»

Kritik und Unruhe treiben ihn an

Frey gefällt es beim FCL. Über sein gelungenes Comeback nach dem Knöchelbruch, der ihn fast das ganze letzte Jahr ausser Gefecht setzte, sagt er: «Ich bin hier schnell wieder in Form gekommen, weil ich die richtigen Leute um mich habe und wegen meiner extremen Willensstärke.» Dieser unbändige Kampfgeist beweist Frey nicht zuletzt auf dem Platz. Er rennt viel, lässt keinen Zweikampf aus, spielt gute Pässe und Flanken. Vier Assists hat er sich bereits gutschreiben lassen, allerdings hapert es noch im Abschluss: Ein Tor hat er bisher auf dem Konto. Er findet, dass sei zu wenig, und beklagt bei seinen zahlreichen Chancen auch das fehlende Abschlussglück mit Pfostenschüssen. Babbel fordert den Stürmer auf, dass er öfter im Sechzehner auftaucht. Diese Kritik nimmt Frey an.

«Weiter gehts, immer weiter», tönte früher Goalie-Titan Oliver Kahn. Dieses Motto könnte auch für Alex Frei oder Michael Frey stehen. Frei mit i ist für Frey mit y durchaus ein Vorbild in Sachen professioneller Einstellung. Leichter als der ehemalige FCL-Sportchef geht der U-21-Internationale Frey aber mit öffentlicher Kritik um. Nach dem schmerzhaften Aus im Cup-Halbfinal gegen Lugano, der fünften Niederlage in Serie, erklärte der Berner: «Jetzt wirds ‹gäng› lauter, die Unruhe wird immer grösser. Mir macht das nichts aus, ich gebe alles, damit wir da rauskommen!» Im Rückblick sagt Frey: «So bin ich schon als kleiner ‹Giel› gewesen. Lief es nicht, habe ich noch mehr Gas gegeben.» Dieser für Profis in der hiesigen (Komfort-)Zone eher untypische Wesenszug hat sich für Frey beim FCL bewährt. Zwar verloren die Innerschweizer auch das folgende sechste Pflichtspiel der Rückrunde, doch das 2:5 bei YB war leistungsmässig die Wende. «Für mich persönlich ist das im Rückblick so etwas wie der Knackpunkt gewesen», sagt Frey. Zu den Treffern von Marco Schneuwly und Jahmir Hyka gab er die Vorlagen. Und im darauffolgenden eminent wichtigen Heimspiel gegen Lugano steuerte er ein Tor zum 2:1-Sieg bei.

Keine Angst vor der YB-Torfabrik

«Ein spannendes Spiel» erwartet Frey heute gegen seinen langjährigen Ex-Verein. Gründe dazu gibt es genug: «Wir sind gut drauf, wollen viel positive Energie in den Match mitnehmen. Und YB hat die letzten Spiele – ausser gegen Basel – positiv gestaltet.» Damit drückt sich Frey gegenüber seinem Ausbildungsklub ziemlich zurückhaltend aus. YB entwickelte sich in den letzten Wochen und Monaten zu einer Torfabrik, das Team von Trainer Adi Hütter schoss mehrmals zwischen drei und sieben Treffer pro Spiel; Lugano wurde 7:0 besiegt, der FCL wie erwähnt 5:2, Vaduz 5:4, Sion und St. Gallen je 3:2.

Übermässig viel Respekt flössen Frey diese Ergebnisse nicht ein. Zum einen hat YB nur einen Sieg davon auswärts (in St. Gallen) erzielt und die restlichen alle im heimischen Stade de Suisse gefeiert. Zum anderen gewann der FCL im letzten Heimspiel gegen YB 3:1.

Plakate haben wehgetan

Zudem hat Frey ein Hühnchen mit YB-Fans zu rupfen. Die hatten beim Luzerner Gastspiel in Bern Transparente gegen ihn aufgehängt. «Das hat mir etwas wehgetan», stellte er damals fest, «ich bin wohl zu schnell von YB weggegangen.» Mit dem zeitlichen Abstand findet er: «Solche Dinge gehören zum Fussball, das bringt Feuer in die Sache.»

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