FUSSBALL: Frühe Entscheidung im Obwaldner Derby

Alpnach bleibt in der 3. Liga in der Spitzengruppe. Im Obwaldner Derby gegen Sachseln steht der 3:0-Sieg bereits nach 25 Minuten fest.

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Der Alpnacher Andreas Hurschler (links) wird hier vom Sachsler Roberto Cataldi bedrängt. (Bild: Dominik Wunderli (Alpnach, 2. September 2017))

Der Alpnacher Andreas Hurschler (links) wird hier vom Sachsler Roberto Cataldi bedrängt. (Bild: Dominik Wunderli (Alpnach, 2. September 2017))

18 Jahre ist es her: In der Saison 1998/99 trafen zum letzten Mal zwei Obwaldner Klubs in der 3. Liga aufeinander. Am Samstag war es wieder einmal so weit – und der FC Alpnach wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Als die Gäste aus Sachseln endlich ins Spiel fanden, war dieses bereits entschieden. In der 25. Minute erzielte Pablo Odermatt das 3:0, sein zweiter Treffer des Spiels.

Mehr Tore gab es, trotz Chancen hüben wie drüben, nicht zu sehen. «Wir sind super ins Spiel gekommen. Meine Spieler haben das umgesetzt, was ich von ihnen verlangt habe», sagte Alpnachs Trainer Patrik Odermatt. Nicht mehr zufrieden war er mit dem Gezeigten nach der Pause. Denn das angestrebte 4:0 fiel nicht mehr. Dies war letzten Endes aber nur eine Randnotiz.

Sachseln noch ohne Punktgewinn

Alpnach hat einen starken Saisonstart hingelegt, liegt nach drei Runden auf dem zweiten Platz. Vor allem die Abwehr steht sehr gut: Bisher hat man noch kein Gegentor kassiert, kurioserweise mit drei verschiedenen Goalies in den drei Spielen. «Patrik Odermatt hat uns gut geschult, und wir setzen dies um», lobt das Alpnacher Urgestein Joel Wetterwald seinen Trainer. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer scheint bereits bestens zu funktionieren. Als Belohnung folgt am kommenden Samstag der Spitzenkampf gegen Horw. «Nach diesem Saisonstart können wir mit viel Selbstvertrauen und befreit in dieses Spiel gehen», freut sich Patrik Odermatt auf das Duell mit dem verlustpunktlosen Leader aus Horw.

Weniger rosig präsentiert sich die Situation beim FC Sachseln. Der Aufsteiger aus der 4. Liga steht nach drei Partien noch punktlos da, 1:10 lautet das Torverhältnis. Zwar zeigten die Sachsler im Derby gute Ansätze, aber eben erst nachdem man bereits drei Gegentreffer kassiert hatte. «Alpnach war viel giftiger, hat die Zweikämpfe gewonnen und seine Chancen knallhart ausgenützt», beschreibt Sachseln-Trainer Bruno Enz die ersten 25 Minuten. Immerhin steigerte sich seine Mannschaft nach dem 0:3 merklich, im Abschluss liess man aber die auf diesem Niveau notwendige Kaltblütigkeit vermissen. Angesprochen auf den total missglückten Saisonstart meint Enz: «Es sieht nicht schön aus. Aber wir kommen schon noch.» Die zweite Halbzeit im Derby kann den Sachslern tatsächlich Grund zur Hoffnung geben. Allzu lang dürfen die ersten Punkte aber nicht mehr auf sich warten lassen.

 

Melk von Flüe

regionalsport@luzernerzeitung.ch

 

3.-Liga-Derbys sind sehr selten

Obwaldner Derbys finden traditionell in der 4. und 5. Liga statt. Praktisch an jedem Spieltag treten Obwaldner Teams gegeneinander an – mal freundschaftlich, mal heissblütig. In der 3. Liga sind die innerkantonalen Duelle aber rar. Die Partie zwischen Alpnach und Sachseln am Samstag war das erste Obwaldner 3.-Liga-Derby dieses Jahr­tausends. Auf der Website des Innerschweizerischen Fussballverbands ist kein solches Spiel auffindbar – die Daten gehen «nur» bis in die Saison 1999/2000 zurück.

Doch just eine Spielzeit davor war es letztmals so weit: Alpnach und die Reserven des FC Sarnen trafen im Obwaldner 3.-Liga-Derby aufeinander. Für die Sarner ging am Ende der Saison 1998/99 das 3.-Liga-Abenteuer nach nur einem Jahr zu Ende, sie mussten den Gang in die 4. Liga antreten. Ein Jahr später erwischte es auch den FC Alpnach.

Direkter Wiederabstieg hat Tradition

Seither haben immer wieder Obwaldner Mannschaften die Promotion in die 3. Liga geschafft. Kerns (2000/01, 2005/06 und 2008–2010), Giswil (2002/03), Sachseln (2010/11) und Sarnen II (2012/13) konnten sich aber meist nur eine Saison in der 3. Liga halten. Der FC Alpnach ist seit 2015 in der 3. Liga engagiert. Im ersten Jahr schaffte man den Ligaerhalt knapp, in der vergangenen Spielzeit klassierte man sich schon in der ersten Tabellenhälfte. Und nach dem gelungenen Saisonstart scheint es so, als ob sich die Alpnacher zu einem 3.-Liga-Dauergast entwickeln. Die erste Tendenz des FC Sachseln zeigt hingegen postwendend zurück in die 4. Liga. (mvf)