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FUSSBALL: Fünf kleine Pässe erklommen

Die Schweiz hat bis zur Hälfte des Pensums gefallen, doch es gibt Luft nach oben. Zwischen Vladimir Petkovics Mannschaft und Portugal spitzt sich das Fernduell zu, ein finaler Showdown droht.
Christian Brägger, Genf
Stephan Lichtsteiner. Bild: Walter Bieri/Key

Stephan Lichtsteiner. Bild: Walter Bieri/Key

Christian Brägger, Genf

Man sagt, was gut ist, darf, ja soll bleiben. Und gut ist in der WM-Qualifikation mit fünf Siegen aus ebenso vielen Spielen so einiges bei diesem Schweizer Nationalteam, nicht nur die Leaderposition. Der Ballbesitz zum Beispiel, das dominante Auftreten auch. Oder das Gespür von Vladimir Petkovic für Spielsituationen. Nicht zum ersten Mal war dieser Instinkt entscheidend und brachte den Sieg. «Ein Trainer versucht immer, etwas zu bewegen. Diesmal hat es sich gelohnt», sagte Petkovic. Gegen Lettland stellte er in der zweiten Halbzeit um und forcierte mit der Hereinnahme von Stürmer Josip Drmic die Offensive. Der lange verletzt gewesene Joker stach, die Schweizer lagen sich in den Armen. Es war ein Jubel, der so viel aussagte über den Charakter dieses Teams, weil er aus dem Innersten kam, tief aus dem Herzen.

Gewiss, die Letten waren im Stade de Genève kein Gradmesser. In ihrer Startformation standen acht Spieler, die in der heimischen Liga ihr Geld verdienen, diese liegt im Ranking der Uefa auf Position 41, schwächer geht es kaum. Aber die Letten waren ein unangenehmer Widersacher, der diszipliniert und leidenschaftlich verteidigte. Aber es ist unterdessen eine Tugend der Schweiz, in solchen Begegnungen nicht zu verzweifeln, sondern Ruhe zu bewahren. Diese Geduld wird sie sich erhalten müssen, zumal die kommenden Aufgaben auf den Färöer-Inseln, daheim gegen Andorra und auswärts in Lettland, nur das eine Bild liefern werden: Die Schweiz rennt an, der Gegner aus den Niederungen der Weltrangliste igelt sich ein.

Wo die Schweizer den Hebel ansetzen müssen

Wo sehr viel Licht ist, gibt es aber doch ein wenig Schatten und damit Verbesserungspotenzial für die zweite Hälfte der WM-Qualifikation. Da ist vor allem die fehlende Spielpraxis einiger Exponenten im Klub, die man in Genf bei einem Xherdan Shaqiri in der zweiten Halbzeit spürte. «Ich werde meine Spieler in Zukunft genau beobachten, weil man schon gesehen hat, dass einigen der Rhythmus fehlte», sagte Petkovic. Auch in der Stunde des Erfolgs blieb der Coach kritisch, ein Beweis, dass sein Ansehen und sein Selbstvertrauen deutlich gestiegen sind. Und im Grunde verdeutlicht seine Haltung auch, wie beseelt er davon ist, dieses Team vorwärtszubringen und besser zu machen. Petkovic hat zwar Remo Freuler und Steven Zuber am Samstag das Debüt im Nationalteam ermöglicht, doch er weiss sehr wohl, dass für das ganz grosse Bild gerade ein fitter Shaqiri unersetzlich ist. Auch dessen Tore.

Eigentlich hat Petkovic immer ein Spektakelmacher, nie aber ein Resultattrainer sein wollen. Weil die Schweizer Tore jedoch nicht in der Häufigkeit wie bei den Portugiesen fallen wollen, macht es fast den Anschein, als sei er dies geworden. Es fehlt seinem Team an Leichtigkeit, an Durchschlagskraft im Sturm, viel muss es investieren für den Ertrag. Das reicht, solange der Gegner Andorra heisst. Im Oktober aber wartet zum Abschluss der Qualifikation zuerst Ungarn und dann Europameister Portugal. Erfüllt die Schweiz bis dahin die Pflicht, würden ihr zwei Unentschieden den Weg nach Russland ebnen. «Bis jetzt haben wir fünf kleine Pässe erklommen, nun kommt der sechste. Es wird spannend sein bis zum Schluss, wir müssen unseren kleinen Vorteil bewahren», sagte Petkovic.

Es wird wohl zum Showdown gegen Cristiano Ronaldo und Co. kommen, die Ungarn mit 3:0 aus dem Rennen um das direkte WM-Ticket geworfen haben. Das ist dann der zehnte Pass – er wird gar gross sein.

Gruppe B

5. Runde Samstag: Schweiz – Lettland 1:0. Andorra – Färöer 0:0. Portugal – Ungarn 3:0. 1. Schweiz 5 5 0 0 10:3 15 2. Portugal 5 4 0 1 19:3 12 3. Ungarn 5 2 1 2 8:6 7 4. Färöer 5 1 2 2 2:8 5 5. Lettland 5 1 0 4 2:9 3 6. Andorra 5 0 1 4 1:13 1

Nächste Spiele. Freitag, 9. Juni, 20.45 Uhr: Färöer – Schweiz, Andorra – Ungarn, Lettland – Portugal.
Donnerstag, 31. August, 20.45 Uhr: Schweiz – Andorra, Portugal – Färöer, Ungarn – Lettland.
Sonntag, 3. September, 18 Uhr: Färöer – Andorra. – 20.45 Uhr: Lettland – Schweiz, Ungarn – Portugal.
Samstag, 7. Oktober, 18 Uhr: Färöer – Lettland. – 20.45: Andorra – Portugal, Schweiz – Ungarn.
Dienstag, 10. Oktober, 20.45 Uhr: Portugal – Schweiz, Ungarn – Färöer, Lettland – Andorra.

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