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FUSSBALL: «Ging mit Kritik anders um»

Der Surseer Haris Seferovic hat am Montag der Eintracht Frankfurt mit seinem Tor den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga gesichert. Der Nationalstürmer über wichtige Tore und seine Befindlichkeit.
Interview Andreas Ineichen, Lugano
Für ihn sieht die Welt wieder positiver aus: Haris Seferovic will nun mit der Schweizer Nationalmannschaft Vollgas geben. (Bild: Keystone/Samuel Golay)

Für ihn sieht die Welt wieder positiver aus: Haris Seferovic will nun mit der Schweizer Nationalmannschaft Vollgas geben. (Bild: Keystone/Samuel Golay)

Interview Andreas Ineichen, Lugano

Auch ein Gespräch mit Medienschaffenden kann anstrengend sein. Diesmal kaum wegen mühseliger Fragen, nein. Die Sonne demonstriert am Donnerstag über der Nobelherberge Villa Sassa zu Lugano, wo sich die Schweizer Nationalmannschaft auf die Euro in Frankreich vorbereitet, ihre Stärke. So bringt Marco von Ah, Mediensprecher des Schweizerischen Fussballverbands, höchstpersönlich eine Karaffe mit kaltem Wasser für Haris Seferovic (24) an den Tisch auf der Veranda, von der man einen herrlichen Blick auf den See geniessen kann.

Zumindest schön soll die EM-Kampagne der Schweizer werden, und mit Seferovic hat Nationalcoach Vladimir Petkovic einen Stürmer im Kader, der nicht nur Sonne, sondern auch Selbstvertrauen getankt hat.

Haris Seferovic, Sie sind der Mann der wichtigen Tore. Sie haben das Siegtor zum Gewinn der U-17-WM in Nigeria erzielt, Sie machten das späte 1:0 in der WM-Qualifikation gegen Zypern in Genf, Sie stellten den Sieg gegen Ecuador im WM-Auftakt 2014 mit dem 2:1 in der 93. Minute sicher. Und am Montag haben Sie Frankfurt mit Ihrem 1:0 den Klassenhalt in der Barrage gegen den 1. FC Nürnberg gesichert. Wie erklären Sie sich das?

Haris Seferovic: Die Gründe dafür kenne ich nicht, aber ich bin glücklich, dass es so gekommen ist.

Was war das wichtigste Tor?

Seferovic: Das kann ich so nicht sagen, weil jedes Tor eine eigene Bedeutung und Wichtigkeit für mich und meine Teamkollegen hat. Dasjenige gegen Nürnberg ist gerade eminent wichtig für mich. Damit habe ich eine Durststrecke beendet (seit Ende November 2015 blieb er torlos, Anm. d. Red.)

Sie wollen sich also nicht auf eine Hitparade Ihrer wichtigsten Tore einlassen?

Seferovic: Das bringt nichts, weil alle wichtig waren. Jeder junge Fussballer wird zum Beispiel gerne U-17-Weltmeister, dieses Tor hatte eine grosse Bedeutung für die Mannschaft. Und das Tor gegen Ecuador in unserem ersten WM-Spiel war auch wichtig für das Weiterkommen.

Beschreiben Sie doch Ihr Verhältnis zu Eintracht-Trainer Nico Kovac.

Seferovic: Er lässt sehr hart und sehr professionell arbeiten, er ist ein direkter und offener Typ. Für ihn hat sich letztlich auch ausbezahlt, was er mit uns in den letzten Wochen gemacht hat.

Wie fühlen Sie sich nach dem letzten Montag?

Seferovic: Mein Kopf ist befreit, ich spüre eine gute Energie in meinem Körper. Meine Saison mit Frankfurt war keine einfache, sie hatte gute und schlechte Phasen. Aber jetzt zählt für mich in erster Linie, dass der Abschluss so erfreulich war. Meine Welt sieht auf einen Schlag wieder positiver und fröhlicher aus. Der ganze Druck, der etwas grösser als üblich war, ist von mir abgefallen.

Sie haben sich in dieser Saison einiges an Kritik anhören müssen. Zum Beispiel von Kovac-Vorgänger Armin Veh und von den Eintracht-Fans. Das ging so weit, dass Sie Ihren Facebook-Account gelöscht haben. Was blieb davon bei Ihnen hängen?

Seferovic: Ich hatte einfach keinen Bock mehr auf die Kommentare negativ eingestellter Leute. Es gab zwar auch positive, aufmunternde. Aber ich habe mir gedacht, dass es auch andere Spieler gibt, die man nach den Gründen für das Tief der Eintracht fragen konnte. Jetzt bin ich so weit, dass negative Wortmeldungen bei mir im linken Ohr rein- und beim rechten sofort wieder rausgehen. Es ist einfach eine weitere Erfahrung in meiner Karriere.

Wie hat Sie diese Erfahrung verändert?

Seferovic: (überlegt) Ich bin davor anders umgegangen mit Kritik. Entweder hat sie mich beeindruckt, wenn sie positiv war, oder dann halt mit voller Wucht getroffen. Jetzt setze ich auf mir nahestehende Menschen in meinem Umfeld, die mich richtig einstellen – und auf deren Urteil ich mich in jedem Fall verlassen kann.

Mit Breel Embolo und Eren Derdiyok haben Sie namhafte Konkurrenz, was die Besetzung der Sturmspitze angeht. Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Seferovic: Konkurrenz muss da sein, sonst kann man keine Topleistung erbringen. Darum kann Konkurrenz nur gut sein. Ich gebe mein Bestes, um mich in den Trainings und den Spielen aufzudrängen. Letztlich entscheidet aber der Trainer über die Aufstellung.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Derdiyok?

Seferovic: Sehr gut.

Es gibt aber auch Beispiele von Mannschaften, in denen es Streit zwischen Konkurrenten gibt.

Seferovic: Ja sicher, aber so etwas brauchen wir nicht im Schweizer Nationalteam.

Welche Bedeutung hat das morgige Testspiel gegen Belgien?

Seferovic: Wir müssen Vollgas geben am Samstag. Für mich ist es nicht mehr die Zeit des Experimentierens. Wir müssen einen Weg aufzeigen, wie wir es an der Euro packen wollen, und die Fehler in unserem Spiel ausmerzen.

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