FUSSBALL: «Glücksgefühle machen süchtig»

Heute (20.00, Seefeld) ist es so weit: Der SC Buochs trifft im Cup-Viertelfinal auf St. Gallen aus der Super League. Buochs-Trainer David Andreoli (32) sagt im Interview, wie er eine weitere Grosstat vollbringen will.

Interview René Barmettler
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Am Rande der Ekstase: Buochser Jubel im September 2014, nachdem die Young Boys mit 1:0 (rechts Torschütze Christoph Lambert) bezwungen wurden. (Bild Eveline Beerkircher)

Am Rande der Ekstase: Buochser Jubel im September 2014, nachdem die Young Boys mit 1:0 (rechts Torschütze Christoph Lambert) bezwungen wurden. (Bild Eveline Beerkircher)

David Andreoli, sind Sie bereit, mit dem SC Buochs ein weiteres Stück Cup-Geschichte zu schreiben?

Andreoli: Wir werden bereit sein, um unser bestmögliches Spiel abzurufen. Es wäre sehr schön, wenn dies dazu reicht, um weitere Cup-Geschichten zu schreiben. Allerdings wartet ein sehr harter Gegner auf uns.

Wie stellen Sie Ihr Team auf das Spiel gegen St. Gallen ein?

Andreoli: St. Gallen ist anders als YB, aber ebenfalls ein grosses Super-League-Kaliber. Die Ostschweizer sind aktuell sehr gefährlich auf ruhende Bälle. Sie haben viele grosse Spieler und viel Gewicht in ihrem Team. In dieser Rückrunde setzen sie den ballführenden Gegner früh unter Druck. Darauf müssen wir uns einstellen.

Sie gewannen letzte Woche ein Testspiel gegen den FC Luzern U 21 (1. Liga) mit 3:0. Waren an dieser Partie etwa Spione aus St. Gallen zugegen?

Andreoli: Wir haben mitbekommen, dass St. Galler Scouts da waren. Bereits zuvor wurden wir in einem Testspiel beobachtet. Aber damit haben wir gerechnet. Schon YB-Trainer Uli Forte hat uns beim Meisterschaftsspiel in Hergiswil besucht. Das zeigt, wie viel den Super-League-Klubs der Cup bedeutet. Aber es ist auch eine Art Ehre für uns, dass diese Vereine uns derart ernst nehmen.

Sie werden ebenfalls in die Rolle des Beobachters geschlüpft sein. Welchen Zeitaufwand haben Sie dafür betrieben?

Andreoli: Das möchte ich nicht quantifizieren. Ich habe mir jedes offizielle Spiel von 2015 am Fernsehen angesehen. Dazu haben mich Leute mit Informationen versorgt, die live am Geschehen dabei waren.

Ihr Team hat die Young Boys ausgeschaltet, dann auch noch den FC Schötz: Wie lautet das Erfolgs- rezept?

Andreoli: Es ist grosse Leidenschaft, die unsere Jungs an den Tag legen. Sie investieren und opfern viel für diesen Sport. Diese Bereitschaft ist die solide Basis, damit solche Grosstaten erfolgen können.

Ohne Talent geht das aber nicht ...

Andreoli: Das Team hat grosses fussballerisches Können. Die Spieler haben beim FC Luzern oder beim SC Kriens die Ausbildung durchlaufen. Aber auch unsere Eigengewächse leisten ihre Beiträge. Schötz, Sursee oder auch Zug 94 profitieren vom Stützpunkt Luzern/Kriens ebenfalls stark.

Nach dem 1:0-Erfolg im Sechzehntelfinal gegen YB sprachen Sie von einer Explosion der Gefühle. Wie können Sie das beschreiben?

Andreoli: Das kann nur jemand verstehen, der sich ähnlich intensiv mit dieser Materie beschäftigt. Als Profispieler erlebte ich vergleichbare Momente. Etwa als ich mit dem FCL in die Super League aufstieg oder als ich mich im Cupfinal gegen den FC Zürich in die Torschützenliste eintragen lassen konnte. Nach dem Schlusspfiff kommen dann solche Glücksgefühle auf. Das sind Momente, die einen an den Sport binden und süchtig machen können.

Wie viel Rummel im Vorfeld des Cuphits müssen oder dürfen Sie erdulden?

Andreoli: Es ist sehr viel los. Ich kannte das ja als Spieler. Da gab es Momente, als du gefragt warst. Das ist ein Aufwand, den ich aber mit Genuss betreibe. Wir geben uns aber nur für seriöse Sachen her. Ich erhielt eine Anfrage aus Zürich, mit zwei, drei Spielern dahin zu gehen, um uns interviewen zu lassen. Das geht nicht, wollen wir nicht. Wir sind kein Profiklub wie St. Gallen.

Sie stehen im ersten Jahr Ihrer Trainerkarriere. Ihr Einstand ist eine Erfolgsgeschichte. Wie gehen Sie damit um?

Andreoli: Das passiert alles unwillentlich. Ich gebe mein Bestmögliches und kann sicher meine Erfahrung als langjähriger Spieler einbringen. Es kann alles, so wie jetzt, rund laufen. Ich sehe aber auch die Stolpersteine. Irgendwann ist dieser Cupwettbewerb für uns zu Ende. Es kommen neue Wettbewerbe, wo wir natürlich nicht immer gewinnen können. Niederlagen sind lehrreicher als Siege. Diese Lektion muss uns allerdings nicht schon an diesem Mittwoch erteilt werden.

Nach Ihren Erfolgen stehen Sie nun bestimmt unter Beobachtung von Klubs aus höheren Ligen.

Andreoli: Solche Sachen beschäftigen mich nicht. Der SC Buochs hat mir die Möglichkeit gegeben, den Start ins Trainerbusiness zu ermöglichen. Er hat mir die beste Struktur geboten. Ich würde im Moment jede Anfrage absagen, das ginge mir viel zu schnell.

Zum Schluss: Geben Sie doch bitte einen Tipp für das Spiel gegen St. Gallen ab.

Andreoli: Einen Resultattipp gebe ich nicht ab. Aber eines weiss ich: Mein Team ist im Stande, ein Tor zu erzielen. Diesen Torerfolg wollen wir unbedingt erleben.

Hinweis

Es gibt heute noch Tickets im Vorverkauf (www.ticketcorner.ch) oder an der Abendkasse.

Schweizer Cup: Viertelfinals, Heute

Münsingen (1. Liga) - Basel 19.30

Buochs (2. Liga inter) - St. Gallen 20.00

Zürich - Grasshoppers 20.15 (SRF 2)

Sion - Aarau 20.30