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FUSSBALL: Haris Seferovic : «Ich gebe einfach weiterhin mein Bestes»

Haris Seferovic (26) spielt bei Benfica Lissabon praktisch nicht, im Nationalteam ist er in der Sturmspitze dennoch gesetzt. Im Interview sagt der Surseer, wie er mit der Situation im Klub umgeht und was ihm Luzern bedeutet.
Raphael Gutzwiller
Voller Einsatz des Surseer Nationalspielers Haris Seferovic (rechts) am letzten Freitag im Spiel gegen Griechenland (links Kostas Manolas). (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Athen, 23. März 2018))

Voller Einsatz des Surseer Nationalspielers Haris Seferovic (rechts) am letzten Freitag im Spiel gegen Griechenland (links Kostas Manolas). (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Athen, 23. März 2018))

Interview: Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Haris Seferovic, 2018 haben Sie bei Benfica Lissabon erst 14 Minuten gespielt. Haben Sie Angst, Ihren Platz im WM-Team zu verlieren?

Nein, Angst habe ich deshalb nicht. Ich denke, der Nationaltrainer weiss, was er an mir hat. Die Situation im Klub ist nicht einfach, und ich versuche, sie zu ändern.

Dennoch scheint Ihre Situation mit derjenigen von Gökhan Inler vergleichbar zu sein. Dieser spielte 2016 bei Leicester City nicht mehr und flog für die Europameisterschaft aus dem Kader. Könnte das Ihnen auch passieren?

Natürlich kann das jedem Spieler passieren. Wenn ich plötzlich nicht mehr im Aufgebot stünde, dann müsste ich das akzeptieren. Daran denke ich aber nicht. Ich will zu mehr Spielpraxis kommen.

Bei Benfica spielen Sie seit einem Systemwechsel fast gar nicht mehr, und ihr Konkurrent Jonas hat in 27 Spielen 31 Tore erzielt. Woher nehmen Sie Ihre Hoffnung auf mehr Einsatzzeit?

Ich gebe einfach weiterhin in jedem Training mein Bestes. Ich fühle mich körperlich und im Kopf sehr fit. Das versuche ich dem Trainer täglich zu zeigen.

Sie haben erst im letzten Sommer von Eintracht Frankfurt zu Benfica gewechselt. War das ein Fehler?

Nein, sicher nicht. Ich habe bereits vor einiger Zeit gesagt, dass ich den Wechsel keine Sekunde bereut habe. Daran hat sich nichts geändert. Ich spiele bei einem Topklub. Dort braucht es bereits eine gewisse Qualität, um überhaupt im Kader zu stehen. Ich hatte das Pech, dass das System umgestellt wurde, und wenn der Konkurrent über 30 Tore schiesst, ist auch klar, dass man ihn nicht aus der Stammelf nimmt.

Sie sagen, Benfica sei ein Topklub. In der Champions League sah es aber nicht danach aus.

Das stimmt. Wir sind schwach in die Champions League gestartet, und wie wir in Basel gespielt haben, war schlecht. Es war ein Tag, an dem uns gar nichts gelungen ist, bei Basel funktionierte alles und der FCB gewann 5:0. Danach war die Champions League für uns gelaufen. Doch wir haben eine grosse Qualität.

In Portugal spielen die zweiten Mannschaften der Topvereine in der zweiten Liga. Wäre es eine Option, dort Spielpraxis zu sammeln?

Nein, sicher nicht. Ich bin Teil der ersten Mannschaft und werde versuchen, dort zu meinen Einsätzen zu gelangen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sie bei einem Klub gut starten und in der Folge nur noch wenig spielen. Ähnlich war es bereits bei San Sebastian und Eintracht Frankfurt. Machen Sie sich darüber Gedanken?

Nein, ich denke nicht, dass das etwas bringt. Wenn man sich zu viele Gedanken macht, wird die Situation nur noch schlimmer. Ich habe aus den negativen Erfahrungen bei den anderen Vereinen gelernt. Das Einzige, was ich tun kann, ist, weiter an mir zu arbeiten.

Im Nationalteam setzt Trainer Vladimir Petkovic in der Sturmspitze nach wie vor auf Sie. Wie gut tut dieses Vertrauen des Trainers?

Das Vertrauen des Trainers ist immer wichtig. Natürlich ist es schön, dass Petkovic auch jetzt auf mich setzt, obwohl ich im Verein wenig spiele.

Doch auch in der Nationalmannschaft war es nicht immer leicht. Im Barragespiel gegen Nordirland in Basel haben Sie einige Chancen vergeben und wurden von den eigenen Fans ausgepfiffen. Wie sehr hat Sie das verletzt?

Darüber will ich nicht sprechen, das Thema ist für mich erledigt.

Haben Sie sich Gedanken über einen Rücktritt gemacht?

Nein, ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft war für mich kein Thema.

Am Dienstag spielen Sie das erste Mal wieder in der Schweiz. Erwarten Sie eine Reaktion der Fans, zumal das Spiel in Luzern stattfindet?

Das erwarte ich nicht. Die Fans kommen ins Stadion, um das Spiel zu sehen. Und mein Ziel ist es, eine gute Leistung mit dem Team abzuliefern und zu gewinnen. Alles andere ist nicht wichtig.

Wie speziell ist es für Sie, dass das Spiel in Luzern stattfindet?

Ich freue mich immer, wenn wir in Luzern spielen. Luzern bedeutet für mich Heimat. Wenn ich freihabe und es möglich ist, gehe ich gerne nach Hause nach Sursee. Dann bin ich oft in Luzern, etwa um etwas zu essen. Fussballerisch habe noch das alte Allmendstadion in Erinnerung. Als Kind war ich ein paarmal hier, um Spiele zu schauen. Ich erinnere mich noch an Stürmer Jean-Michel Tchouga.

Am Freitag haben Sie den Assist zum Siegtor von Blerim Dzemaili gegeben. Wie gut hat Ihnen das getan?

Der Assist hat mir sicher gut getan. Natürlich sind solche Erfolgserlebnisse wichtig. Es war alles in allem ein gutes Spiel, auch wenn es sicher noch Verbesserungspotenzial gibt. Aber Testspiele sind dazu da, Dinge zu probieren.

Sie zählten 2009 zu den U17-Weltmeistern und waren bei der letzten WM 2014 in Brasilien mit dabei. Was erwarten Sie von der Weltmeisterschaft in Russland?

Wir haben das Ziel, in die Achtelfinals zu kommen, müssen aber einfach Spiel für Spiel nehmen. Im Startspiel gegen Brasilien sind wir Aussenseiter. Aber im Fussball ist immer alles möglich.

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