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FUSSBALL: Herrliche Schwalbe ins Abseits

Leverkusen-Trainer Heiko Herrlich (46) sorgt mit einer Schwalbe für das unrühmliche Highlight der Achtelfinals im DFB-Pokal. Der ehemalige Top-Stürmer muss nun mit einer Strafe rechnen.
Dominik Weingartner
Diskussion nach der Schwalbe von Leverkusen-Trainer Heiko Herrlich (mit Mütze). (Bild: Friedemann Vogel/EPA (Mönchengladbach, 20. Dezember 2017))

Diskussion nach der Schwalbe von Leverkusen-Trainer Heiko Herrlich (mit Mütze). (Bild: Friedemann Vogel/EPA (Mönchengladbach, 20. Dezember 2017))

Dominik Weingartner

dominik.weingartner@luzernerzeitung.ch

Es läuft die 75. Minute. Bayer Leverkusen führt im Achtelfinal des deutschen Pokals gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:0. Der Ball geht ins Aus. Denis Zakaria, Schweizer Nationalspieler in Diensten der Gladbacher, rennt dem Ball hinterher Richtung Bank der Leverkusener. Und dann passiert es: Als er an Bayer-Coach Heiko Herrlich vorbeirennt, nimmt dieser die Nähe zum Anlass, theatralisch zu Boden zu gehen. Die Fernsehbilder zeigen: Es gibt kaum eine Berührung, Herrlich vollführt eine lupenreine Schwalbe, die selbst ausgewiesene Könner wie Filippo Inzaghi vor Neid erblassen lassen dürfte. Dennoch reklamiert Herrlich, vom Schweizer Shootingstar gerempelt worden zu sein.

Klar, dass der Trainer mit Hohn und Spott überschüttet wird. An der Pressekonferenz nach dem Spiel spricht er von «Blödsinn», den er da gemacht habe, und entschuldigt sich. Herrlich ist indes nicht der erste Trainer, der in Deutschland als Simulant in die Geschichte eingeht. Norbert Meier, damals Trainer des MSV Duisburg, ging 2005 nach einer vermeintlichen Kopfnuss eines Spielers der gegnerischen Mannschaft zu Boden. Der Vorfall endete schliesslich in der Entlassung Meiers.

Spielsperre oder Busse

Diese Konsequenz muss Herrlich wohl nicht fürchten. Zu erfolgreich spielte seine Mannschaft zuletzt. Nach einem mässigen Saisonstart haben die Leverkusener seit zehn Spielen nicht mehr verloren. In der Bundesliga überwintert der Verein, der dem Pharmakonzern Bayer gehört, auf dem vierten Platz, der für die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Und nach dem 1:0-Sieg gegen Gladbach steht die Mannschaft im Viertelfinal des DFB-Pokals.

Doch der DFB ermittelt. Es bestehe der Verdacht, dass sich Herrlich «unsportlich verhalten» habe, schreibt der deutsche Fussballverband in einer Mitteilung von gestern. Der Kontrollausschuss des DFB hat von Herrlich eine Stellungnahme eingefordert. Anschliessend wird über das weitere Vorgehen entschieden. Mögliche Strafen sind etwa Spielsperren oder eine Busse.

Herrlich war einst ein Top-Stürmer. Zwischen 1989 und 2004 absolvierte er 258 Bundesligaspiele für Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund. Dabei erzielte der gebürtige Baden-Württemberger 76 Tore. Dortmund zahlte 1995 mit 11 Millionen Mark die damals höchste je aufgerufene Ablösesumme an Gladbach. Mit dem BVB gewann er an der Seite der Schweizer Sturmlegende Stéphane Chapuisat die Meisterschaft und die Champions League. Seinen damaligen Trainer Ottmar Hitzfeld bezeichnet Herrlich als sein Vorbild. Letztes Jahr führte er den Drittligisten Jahn Regensburg in die zweite Liga, seit dieser Saison trainiert er die Werkself aus Leverkusen.

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