Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FUSSBALL: Hochspannung am Tabellenende: Fünf Super-League-Vereine kämpfen gegen den Abstieg

So eng war der Abstiegskampf wohl noch nie: Fünf Mannschaften kämpfen in der Super League um den Ligaerhalt. Ein Team wird den Gang in die Challenge League antreten müssen. Die betroffenen Vereine gehen unterschiedlich damit um.
Raphael Gutzwiller
Abstiegskampf pur: das Duell zwischen Lugano (in Schwarz) und Thun. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Lugano, 14. April 2018))

Abstiegskampf pur: das Duell zwischen Lugano (in Schwarz) und Thun. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Lugano, 14. April 2018))

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Noch sieben Runden sind zu spielen in der Super-League-Saison. Der Kampf um die Meisterschaft dürfte entschieden sein, die Young Boys werden ihren ersten Meistertitel seit 1986 holen. Der Vorsprung der Berner auf Basel beträgt bereits 13 Punkte. Viel spannender ist es am Tabellenende. Dort kämpfen die fünf übrig gebliebenen Abstiegskandidaten ums Überleben, sie sind nur durch einen Punkt getrennt. Das Abstiegsgespenst geht um in der Super League.

Der Umgang damit ist unterschiedlich. In Thun, wo das Abstiegsgespenst beinahe heimisch ist, bleibt man wie immer ruhig. Auch bei Lausanne und sogar im Wallis beim FC Sion, der sich zuletzt wieder steigern konnte, scheint man mit der Situation gut umgehen zu können. Dagegen ist einiges los in Lugano und bei den Grasshoppers – vor allem abseits des Platzes. Beide Vereine haben letzte Woche den Trainer entlassen, statt Murat Yakin (GC) und Pierluigi Tami (Lugano) stehen neu Mathias Walther (GC) und Guillermo Abascal (Lugano) an der Seitenlinie. Beide neuen Trainer konnten ihr erstes Spiel aber nicht gewinnen, Lugano spielte 1:1 gegen Thun, die Hoppers verloren zu Hause gegen den FC St. Gallen mit 1:2. Ziemlich sicher wird es seit der Einführung der Super League 2003 einen neuen Punkterekord für den Absteiger geben. Der FC Zürich war 2016 mit 34 Punkten bisher bester Absteiger.

Wer den Platz des Letztplatzierten am Ende der Saison einnimmt, ist übrigens bereits praktisch fix: Der souveräne Challenge-League-Leader Neuchâtel Xamax wird aufsteigen.

Grasshoppers
Platz 6, 32 Punkte

SterneLogoTrikot

SterneLogoTrikot

  • Situation: Es brennt lichterloh beim Rekordmeister. Vor einer Woche entliess die GC-Führungsetage Trainer Murat Yakin, Sportchef Mathias Walther übernahm das Team als Interimstrainer. YakinsEntlassung war das Ende eines Machtkampfs. Kann nun ausgerechnet der viel kritisierte Sportchef Walther die Grasshoppers retten? Nach dem ersten Spiel unter seiner Führung mehren sich die Fragezeichen. Gegen St. Gallen ging GC zu Hause mit 1:2 vom Platz. Was für den Rest der Saison noch schlimmer sein könnte: Captain Marko Basic fällt mit einem Kreuzband- und Meniskusriss bis Ende Jahr aus. In der Rückrunden-Tabelle liegt GC übrigens auf dem letzten Platz, die Zürcher haben nach der Winterpause nuracht Punkte geholt.
  • Unsere Prognose: Die Unruhe im Umfeld ist zu gross, GC kann so den Turnaround nicht schaffen. Mit einer Niederlage im letzten Heimspiel gegen den neuen Meister Young Boys steigen die Grasshoppers erstmals seit 1949 ab.
  • Restprogramm: Basel (a), Lugano (h), Lausanne (a), Thun (a), Sion (h), Luzern (a), Young Boys (h).

Thun
Platz 7, 32 Punkte

  • Situation: Für die Berner Oberländer sah es vor einigen Wochen noch schlecht aus.Spätestens nach der 2:7-Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Sion am 25. Spieltag war Thun der Abstiegskandidat Nummer eins. Aber seitherhat das Team von Marc Schneider in vier Spielen nie verloren, holte dabei acht Punkte. Das liegt auch daran, dass das gefährlicheSturmduo wieder fit ist: Marvin Spielmann erzielte in dieser Saison bisher 11 Tore, Dejan Sorgic kommt auf 5 Treffer. Den Weg zurück zum Erfolg schafften die Thuner jedoch nicht mit schönem Offensivfussball. Trainer Schneider sagt: «Wir spielen jetzt zwar nicht den Fussball, den das Publikum und auch ich gerne sehen würden. Dafür holen wir dank einer stabileren Defensive die nötigen Punkte.»
  • Unsere Prognose: Die Thuner haben Erfahrung im Abstiegskampf, das wird sich am Ende auszahlen: Auch in diesem Jahr verbleiben siein der Super League.
  • Restprogramm: Young Boys (h), St. Gallen (a), Basel (a), Grasshoppers (h), Zürich (h), Lausanne (a), Sion (h).

Lugano
Platz 8, 32 Punkte

  • Situation: Noch vor sieben Runden dachte man, die Tessiner hätten in dieser Saison nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Nach vier Siegen in Folge zum Rückrundenstart lagen die Luganesi auf dem 4.Rang. Danach folgte eine haarsträubende Niederlagenserie. Zuerst wurde Ex-FCZ-Goalie David Da Costa durch Joël Kiassumbua ersetzt. Doch auch mit dem Luzerner im Tor ging es nicht aufwärts. Nach sechs Niederlagen in Folgemusste Pierluigi Tami gehen. Der neue Cheftrainer in Lugano heisst Guillermo Abascal und ist erst 29 Jahre alt. Er wurde am 3. April beim Challenge-League-Verein Chiasso entlassen. Im ersten Spiel unter seiner Leitung holte Luganoeinen Punkt gegen den FC Thun.
  • Unsere Prognose: Es ist eine sehr mutige Entscheidung von Lugano-Präsident Angelo Renzetti, im Abstiegskampf auf einen sehr jungenTrainer zu setzen. Bei Rekordmeister GC liegt aber noch mehr im Argen, Lugano kann sich deshalb knapp retten.
  • Restprogramm: Sion (a), Grasshoppers (a), St. Gallen (h), Luzern (a), Lausanne (h), Young Boys (a), Zürich (h).

Sion
Platz 9, 31 Punkte

  • Situation: Endlich zeigt der FC Sion, wozuerfähig ist: In den letzten beiden Runden gewann er gegen Lausanne (2:0) und gegen Luzern (1:0) auf eine Art und Weise, wie sie für einen Abstiegskandidaten untypisch ist. Auf dem Flügel ist Carlitos wiedererstarkt, im Sturm wirbeln Mboyo und Cunha. Trainer Maurizio Jacobacci hat es zudem verstanden, den Wallisern Teamgeist und Defensivarbeit einzuimpfen. Unter dem ehemaligen Kriens-Trainer hat Sion 1,56 Punkte pro Spiel geholt und gewann vier von neun Spielen. Auf der Tribüne ist rund um Präsident Christian Constantin Ruhe eingekehrt – auch wenn Sion für die nächsten beiden Saisonsfür europäische Wettbewerbe gesperrt wurde. Grund ist eine verspätete Transferzahlung.
  • Unsere Prognose: Sion hat genug Klasse im Kader und inzwischen auch die Solidarität in der Defensive, um sich so schnell wie möglich aus den Abstiegsrängen zu verabschieden. Am Ende der Saison landet der Klubauf Rang sechs.
  • Restprogramm: Lugano (h), Basel (h), Zürich (a), Young Boys (h), Grasshoppers (a),St. Gallen (h), Thun (a).

Lausanne
Platz 10, 31 Punkte

Print

Print

  • Situation: Lausanne-Sport wurde in der Winterpause als Transfersieger gefeiert: Die Waadtländer verpflichteten Zidane-Sohn Enzo, Basel-Mittelfeldspieler Alexander Fransson und Thun-Topskorer Simone Rapp. Seit der Übernahme des Vereins durch den Chemiekonzern Ineos aus Rolle VDhat Lausanne plötzlich Geld für neue Spieler. Mit dem Abstieg sollte das Team von Fabio Celestini eigentlich nichts mehr zu tun haben. Doch es kam anders: In zehn Spielen im Jahr 2018 hat Lausanne nur gerade sechs Punkte geholt und liegt auf dem letzten Rang. Im Umfeld von Lausanne bleibt es trotzdem noch ruhig, das neue Logo mit den Farben des Investors hat man in der letzten Woche sogar auf Wunsch der Fans wieder gewechselt (siehe Bild).
  • Unsere Prognose: Auch wenn Lausanne eine schwache Rückrunde zeigt, schaffen die Westschweizerden Liga­erhalt. Das liegt an den qualitativ guten Spielern und an Trainer Fabio Celestini, der bereits abstiegskampferprobt ist.
  • Restprogramm: Luzern (h), Young Boys (a), Grasshoppers (h), Zürich (a), Lugano (a), Thun (h), St.Gallen (a).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.