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FUSSBALL: Hoffen auf «neuen» Lezcano

Dario Lezcano ist neben Puljic und Ianu quasi der dritte Rückkehrer zum FCL. Erst noch wollte er weg, heute (17.45) stürmt er mit Marco Schneuwly gegen YB.
FCL-Stürmer Dario Lezcano (links) im Trainingslager in Spanien im Zweikampf mit Matthias Henn von Eintracht Braunschweig. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

FCL-Stürmer Dario Lezcano (links) im Trainingslager in Spanien im Zweikampf mit Matthias Henn von Eintracht Braunschweig. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

daniel wyrsch

Dario Lezcano geht es gut, er lacht und öffnet sich den Medien. So hat man den 24-jährigen Paraguayer schon lange nicht mehr gesehen. In der Öffentlichkeit wirkt er sonst sehr ruhig, fast scheu. Vor drei Wochen deutete vieles darauf hin, dass er, seine Ehefrau und die drei Kinder Luzern verlassen und in die Heimat zurückkehren würden. Der Spitzenklub Olimpia aus Paraguays Hauptstadt Ascuncion hatte für Lezcano ein Angebot gemacht. Doch FCL-Präsident Ruedi Stäger ging nicht darauf ein. «Die Offerte war zu tief», sagte dieser.

Lezcano wie eine (Spieler-)Aktie

Wer die Laufbahn von Lezcano genauer verfolgt hat, den erstaunte dieser Fakt nicht. Vor genau drei Jahren hatte der Südamerikaner vom FC Thun nach Luzern gewechselt. Weil der Transfer von Raul Bobadilla nicht zu Stande kam, der Argentinier von Gladbach statt zu Luzern zu den potenteren Young Boys wechselte, lag für FCL-Verhältnisse plötzlich viel Geld in der Einkaufskasse. Der gewiefte Taktiker Murat Yakin, damals Trainer bei den Zentralschweizern, nutzte die Gunst der Stunde. Für satte 1,2 Millionen Franken holte er Lezcano vom FC Thun. Der teuerste Zuzug der Klubgeschichte bedeutete allerdings nicht, dass Luzern ihm einen Spitzenlohn bezahlt. Im Gegenteil: «Dario ist günstig im Unterhalt», meinte Yakin schmunzelnd. Lezcano erhielt einen Viereinhalbjahresvertrag, der erst im Sommer 2016 endet. Hintergrund: Der Paraguayer ist für die Investoren, die seinen Transfer finanzierten, wie eine Aktie. Spielt er gross auf, steigt sein Wert und sie könnten Lezcano mit Gewinn verkaufen. Daraus ist bis dato nichts geworden. In 71 Ligaspielen schoss er 14 Tore und gab 9 Assists. Keine überragende Bilanz.

Das lange Gespräch mit Fringer

In der laufenden Saison ist Lezcano mit 4 Treffern zwar der zweitbeste FCL-Torschütze hinter Marco Schneuwly (7), trotzdem gehört er zu den Verlierern der Vorrunde. In der Anfangsphase der Saison besass er Chancen im Dutzend, er hätte für einen deutlich angenehmeren Start sorgen können. Doch das ist Vergangenheit. Mit Rolf Fringer ist seit Anfang Jahr ein neuer Sportchef, eine andere Ansprechperson beim FCL. Als Lezcano vor drei Wochen nicht mit ins Camp nach Marbella wollte, weil er auf den Wechsel nach Asuncion hoffte, sass Fringer eine Stunde mit dem Profi zusammen. Er machte Lezcano klar, dass er sich mit Leistungen beim FCL für grössere Vereine im Ausland aufdrängen müsse, wo er mehr verdienen könne.

Torchancen in Vorbereitung genutzt

Der Mann aus den Anden verstand. Lezcano liess seinen abgelaufenen Pass auf der Botschaft in Bern verlängern und reiste der Mannschaft hinterher nach Südspanien. Dort tauchte ein Lezcano auf, den man beim FCL so noch nicht gesehen hat. Mit Cristian Ianu quälte er sich beim Laktattest über zahlreiche Laufrunden, tags darauf schoss er im Testmatch gegen den Leader der 2. Bundesliga, Ingolstadt, das 1:0-Siegtor. Auch gegen die Ligakonkurrenten der Deutschen Braunschweig (5:3) und Union Berlin (1:0) – traf er jeweils zum 1:0. Wieder in Luzern zurück, verwertete er abgeklärt fünf von sechs Torchancen und legte zweimal für Sturmpartner Marco Schneuwly auf zum 9:0-Kantersieg über YF Juventus Zürich aus der drittklassigen Promotion League.

Was ist das für ein Wandel vom «Chancentod» zum Matador? Lezcano: «Ich bin schon lange in Luzern. Ich konzentriere mich mehr, habe ein Ziel. Ich will zeigen, was ich kann.» Ausserdem, meint er, sei es doch sein Job als Stürmer, dass er Tore schiessen müsse.

Vorfreude auf Kühlschrank-Match

Lezcano scheint endlich angekommen zu sein. Selbst die Kälte stört ihn nicht. Obwohl es zu Hause in Paraguay viel wärmer wäre, «macht es mir nichts aus, wenn es gegen YB unter null Grad ist. Das geht gut zum Fussballspielen.» Dem technisch begabten Stürmer macht es wieder Spass, gegen den Ball zu treten.

Passend dazu die Antwort von FCL-Coach Markus Babbel auf die Frage, warum sich Lezcano so wandelte: «Es gefällt ihm bei uns. Dario ist einfach ein guter Spieler, wenn er voll fokussiert ist. Der Systemwechsel von einer Spitze auf einen Zweimannsturm hat ihm und auch den anderen Stürmern gut getan.»

Die Erkältung von letzter Woche, Lezcano liess das letzte Testspiel in Lugano (3:1) aus, beeinträchtigt ihn gegen YB nicht. «Er macht einen starken Eindruck, ist topfit», sagt Babbel mit Vorfreude.

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