FUSSBALL: «Ich verdanke Murat Yakin sehr viel»

Stephan Andrist (25) ist mit fünf Toren bester FCL-Schütze. Vor dem Spiel heute (13.45) beim FC Basel, dem er gehört, spricht er über Bernegger, Yakin und Frei.

Interview Daniel Wyrsch
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Stephan Andrist (Mitte, rechts Stahel) und der FCL haben zuletzt Zuversicht geschöpft. (Bild Philipp Schmidli)

Stephan Andrist (Mitte, rechts Stahel) und der FCL haben zuletzt Zuversicht geschöpft. (Bild Philipp Schmidli)

Stephan Andrist, waren Sie in der Anfangszeit in Luzern lockerer drauf?

Stephan Andrist: Zu Beginn war es ein Neuanfang gewesen, ich hatte beim FC Luzern eine gute Vorrunde gespielt.

Unter dem inzwischen entlassenen Ryszard Komornicki kamen Sie nur selten zum Einsatz, sassen am Schluss auf der Tribüne. Was war passiert?

Andrist: Ich will dazu nichts mehr sagen. Was gewesen ist, ist gewesen, das kann man nicht mehr ändern.

Geniessen Sie beim neuen Trainer Carlos Bernegger das Vertrauen?

Andrist: Es ist ein neuer Trainer, alles hat für alle bei null angefangen, man muss gut trainieren, wenn man die Chance bekommt, muss man diese nützen. Ich habe das Vertrauen des Trainers bekommen, konnte unter ihm zwei Spiele machen. Ich will ihm das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen.

Ist das Training wirklich ganz anders, viel intensiver als vorher?

Andrist: Wir sind länger auf dem Platz, trainieren viel intensiver. Es ist ein neuer Trainer, der eine neue Vorstellung hat, wie wir spielen wollen. Die will er uns so schnell wie möglich mitgeben.

Führt Bernegger viele Einzelgespräche, nimmt er Sie zur Brust?

Andrist: Er spricht sehr viel zur Mannschaft. Das ist sehr wichtig.

Letzten Sonntag haben Sie auffällig gespielt beim 1:1 gegen GC, allerdings erzielten Sie aus fünf Chancen lediglich ein Tor.

Andrist: Über meinen Kopfball auf Corner habe ich mit GC-Goalie Roman Bürki gesprochen, er gab ehrlich zu, dass er den Ball gar nicht gesehen habe. Dass der Ball genau ihn traf, war Glück für ihn und Pech für uns. Das Gute ist, dass wir zu Chancen kommen. In den vorherigen Partien sind wir kaum zu Möglichkeiten gekommen. Jetzt dringen wir in den Sechzehner ein, sind sehr präsent, nur müssen nun die Bälle rein.

Fühlen Sie sich viel besser als noch vor wenigen Wochen?

Andrist: Wie gesagt, in den Trainings muss ich hart arbeiten, ich spüre, dass die Bälle wieder ins Tor gehen. Im Spiel klappt es noch weniger gut. Jetzt muss ich den Schalter umlegen, damit ich von vier Gelegenheiten mindestens zwei nutze.

Ist der Match in Basel eine Chance für Sie, ein Topspiel zu zeigen?

Andrist: Wir gehen nach Basel, wo es sehr viele Zuschauer haben wird. Für jeden von uns ist es etwas Besonderes, denn wir spielen gegen den besten Verein der Schweiz, der FCB ist im Halbfinal der Europa League, das hat noch kein Schweizer Klub geschafft und gelang im Europacup lange nicht mehr. Für mich ist es speziell, weil ich in Basel wohne. Wir freuen uns auf das Spiel.

Glauben Sie, dass Basel nach dem Hinspiel gegen Chelsea müde ist?

Andrist: Die Basler werden parat sein.

Hat der FCL gegen den Tabellenführer FC Basel überhaupt eine Chance?

Andrist: Im Fussball ist immer etwas möglich, der Match dauert 90 Minuten.

Sie sind FCB-Leihspieler. Haben Sie sich Gedanken gemacht, ob Sie zurückgehen oder in Luzern bleiben?

Andrist: Ich habe es schon mehrmals gesagt: Ich bin bis Sommer ausgeliehen, dann wird man sehen, was passiert.

Das tönt eher nach einer Rückkehr in den St.-Jakob-Park.

Andrist: Im Fussball weiss man nie, was morgen ist.

Hat Murat Yakin mit Ihnen geredet, um die Situation auszuloten, falls Valentin Stocker den FCB verlässt?

Andrist: Ich führte keine Gespräche.

Zu Yakin pflegen Sie ein besonderes Verhältnis. Er war Ihr Trainer in Thun.

Andrist: Er war für die Fortsetzung meiner Karriere sehr wichtig. Wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs war ich fast eineinhalb Jahre ausgefallen und kurz davor gestanden, meine Fussballerlaufbahn zu beenden. Muri hat mich in vielen Gesprächen aufgebaut. Ich verdanke ihm sehr viel.

Acht Runden stehen noch aus, wann planen Sie für nächste Saison?

Andrist: In Luzern ist die Ligazugehörigkeit noch nicht sicher. Man könnte absteigen, was wir natürlich nicht wollen. Man wird sehen, was passieren wird.

Haben Sie schon mit FCL-Sportdirektor Alex Frei gesprochen?

Andrist: Nein, habe ich nicht.

Sie spielten bis September 2012 in Basel mit Alex Frei. Wie war das Verhältnis zu ihm?

Andrist: Wir waren Teamkollegen, gingen ab und zu miteinander essen. Ich konnte viel von ihm lernen, nun ist er Sportchef, das ist schon sehr speziell. Jetzt ist er der Chef, trägt einen Anzug.

Hinweis

Mehr zur Super League auf Seite 12.