FUSSBALL: Jetzt greift Köln nach Jantscher

Jakob Jantscher spielt heute (19.45) mit dem FC Luzern gegen YB, wo er auf der Wunschliste steht. Für den Österreicher interessieren sich aber noch grössere Klubs.

Daniel Wyrsch
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«Assist-König» Jakob Jantscher: nur noch drei Spiele im Dress des FC Luzern? (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

«Assist-König» Jakob Jantscher: nur noch drei Spiele im Dress des FC Luzern? (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Daniel Wyrsch

Für den FC Luzern geht es heute bei den Young Boys in Bern um einen Startplatz in der Europa-League-Qualifikation. Das Hauptgesprächsthema in der fussballinteressierten Zentralschweiz ist aber seit Wochen Jakob Jantscher (26). Der Österreicher (6 Tore, 11 Assists) hat das Interesse grösserer Vereine geweckt. Immerhin nimmt FCL-Trainer Markus Babbel die ungeklärte Zukunft seines offensiven Mittelfeldspielers gelassen hin, schliesslich hat der Bayer im Fussball schon so viel erlebt. Babbel: «Ich habe gelesen, dass YB, Köln und Basel hinter Jantscher her sind. Völlig normal, beschäftigt er sich mit diesen Klubs.»

Babbel erklärt weiter: «Jakob ist gefragt, weil er monatelang gute Leistungen gezeigt hat. Es ist auch eine Auszeichnung für die Mannschaft und uns, dass wir Spieler wie ihn so interessant gemacht haben, dass sich grössere Klubs Gedanken über eine Verpflichtung machen.»

Babbels realistische Einschätzung

Allzu grosse Hoffnungen, Jantscher trotz der festgeschriebenen Ausstiegssumme von 1,7 Millionen Franken bis zum Vertragsende im Sommer 2017 in Luzern halten zu können, macht sich Babbel offensichtlich nicht. Sie könnten in dieser Beziehung nur dagegenhalten, indem sie Jantscher sagen würden, dass er ein ganz wichtiger Bestandteil für die Mannschaft sei und sie auf ihn bauen würden. «Am Ende hat man es nicht wirklich in der Hand», meint Babbel.

Vom FCL hat der Coach im Fall eines Wegzugs von Jantscher oder der ebenfalls umworbenen Spieler Remo Freuler, Marco Schneuwly oder Dario Lezcano gefordert, einen Plan B in der Hinterhand zu haben. Diesem Wunsch haben die Aktionäre entsprochen, sie haben ein Zusatzbudget von geschätzten 500 000 Franken gesprochen. Dieses muss wohl für einen neuen Offensivmann verwendet werden, denn in Sachen Lohnerhöhung wird Luzern weder mit YB und noch viel weniger mit Basel oder Köln mithalten können.

YB-Sportchef bestätigt Interesse

Jantscher selber will nichts über die an ihm interessierten Klubs sagen. Seit Wochen möchte er überhaupt nicht über seine Zukunft reden: «Ich konzentriere mich ganz auf die letzten Spiele, ab dem 29. Mai kümmere ich mich dann darum, ob ich bleibe oder wechsle.» Dazu passt, was YB-Sportchef Fredy Bickel sagt: «Ich hatte keinen Kontakt zu Jantscher, nur mit seinem Berater. Dieser hat mir gesagt, dass sich Jakob im Moment noch nicht entscheiden will.»

Bessere Chance aufs Nationalteam

Von Seiten des FCB gibt es bislang keine Statements zu einem offiziellen Interesse an Jantscher. Das gehört zur Basler Transfer-Vorgehensweise. Dafür haben die österreichischen Zeitungen «Krone» und «Österreich» berichtet, dass der 1. FC Köln Jantscher auf dem Einkaufszettel hat. Hintergrund: Kölns Trainer Peter Stöger ist ein Landsmann des FCL-Angreifers. Nach dem Abgang von Anthony Ujah für 4,5 Millionen Euro zu Bremen ist Manager Jörg Schmadtke dringend auf der Suche nach Verstärkungen in der Offensive.

Jantscher, der liebend gerne wieder für Österreichs Nationalelf spielen würde, hätte dazu beim Bundesligisten klar bessere Karten. Nationalcoach Marcel Koller ist Kölns Ex-Trainer. Vielleicht rät Koller Jantscher sogar, nach Deutschland zu wechseln. Koller hatte dem Grazer letztes Jahr den FCL empfohlen.

Liveticker: Der FCL auswärts gegen YB – jede spannende Szene unter www.luzernerzeitung.ch/liveticker