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FUSSBALL: Keiner kann Hergiswil stoppen

Hergiswil gewinnt den Spitzenkampf gegen Goldau 2:0 (1:0): Der Höhenflug der Nidwaldner hält an – dicke Luft dafür bei den Schwyzern.
Roland Bucher
Matchwinner für Hergiswil: Florian Eberhard (im roten Dress). (Bild: Philipp Schmidli (Hergiswil, 5. Mai 2018))

Matchwinner für Hergiswil: Florian Eberhard (im roten Dress). (Bild: Philipp Schmidli (Hergiswil, 5. Mai 2018))

Knapp nach dem Schlusspfiff, als Trainer Marc Odermatt seine Mannen zum Sieg-Shakehand bat, lehnte sich Florian Eberhard gönnerisch weit aus dem Fenster: «Heute gibt’s zur Feier des Tages einen kulinarischen Sieben­gänger.» Eberhard, das muss man wissen, war der Matchwinner: Das Tor zum richtungsweisenden 1:0 schoss er höchstpersönlich, das siegsichernde 2:0 bereitete er mustergültig vor.

Das Spiel selber, dieser Spitzenkampf vor 600 Fans, die sich hie und da in der Hitze des Gefechtes auch auf den Rängen rangelten, war kein Siebengänger. Auch nicht Schmalkost. Aber biedere, fussballerische Alltagsmahlzeit. Dieses regionale Fussball-Highlight des Wochenendes bediente sich zu sehr der Rustikalität, um wirklich ästhetisch hohen Ansprüchen zu genügen. Dies indes änderte – richtigerweise – nichts, aber auch gar nichts daran, dass Marc Odermatt, Hergiswils Feldherr, ohne Umschweife sagte: «Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat exakt das umgesetzt, was ich gefordert habe.» Dominieren, dem Spiel den Stempel aufdrücken, siegen: und eine kleine Vorentscheidung im Duell um Rang eins, um den Aufstieg zu schaffen. «Interessiert mich keinen Deut», konterte Odermatt, «es gibt noch so viel zu tun, bis wir es geschafft haben.»

Goldauer mut- und auch ideenlos

Goldau indes symbolisierte am Ende eines zähen Abnützungskampfs ein geschlagenes Häufchen, das zu spüren schien: Vielleicht ist uns heute der Titel ­entglitten. Höhepunkt des Tageshandwerks war ein Mundwerk, präziser formuliert eine Schimpftirade von Zeno Huser, der seine Auswechslung nach 80 Minuten partout nicht wahr haben wollte, ziemlich deutlich seine Meinung posaunte. Dieser Entscheid von Goldaus Spielertrainer Claudio Marini allerdings war durch Husers spürbar werdende Kraftlosigkeit durchaus erklärbar. Wenig Sinn machte, dass sich Marini selber viel zu spät einwechselte: Sein Team versprühte vor seiner Einwechslung ungefähr so viel Kreativität wie ein Statistikbeamter. «Das Spiel hätte auch auf die andere Seite kippen können, wir hatten zu Beginn zwei gute Chancen», forderte Marini Mitleid – stimmt nicht: Hergiswil war besser, homogener, mit mehr Siegwillen beseelt.

Hergiswil: Die werden langsam unheimlich. Die Siegserie nimmt nun schon bald eine zweistellige Dimension an und: Erstmals führt das Team von Marc Odermatt die Rangliste auch verlustpunktmässig an. Die Nidwaldner hatten beim Führungstreffer viel Glück, als ein Freistoss-Schüss­chen aus 35 Metern den Weg ins Tor fand, und bestätigten in der Folge, dass sie das Team der Stunde sind. «Sind wir?», fragte Odermatt verschmitzt. «Wir hatten doch auch Glück.»

Kann sich Goldau noch entwirren?

Lange kann sich der FC Hergiswil nicht mehr hinter solchem Understatement verstecken. Es sei denn, Goldau entwirrt sich und tritt wieder so überzeugend auf, wie es im letzten Herbst die regionalen Fussballherzen eroberte. Am Samstag deutete wenig darauf hin.

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

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