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FUSSBALL: Kickers-Joker sticht

Kickers Luzern gewinnt nach harzigem Saisonstart sein erstes Spiel in der 1. Liga. Bei Zug 94 ist nach dieser 0:1-Niederlage die Stimmung im Keller.
René Barmettler
Manuel Jelmini von Kickers Luzern (rot-weiss-schwarzes Leibchen) sieht sich mit der Gegenwehr von Zugs Torhüter Nils Bruhnsen (links) und Erick Ntsicka konfrontiert. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 2. September 2017))

Manuel Jelmini von Kickers Luzern (rot-weiss-schwarzes Leibchen) sieht sich mit der Gegenwehr von Zugs Torhüter Nils Bruhnsen (links) und Erick Ntsicka konfrontiert. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 2. September 2017))

René Barmettler

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch

Ein 0:0 hätte nun wirklich nicht der Logik entsprochen. Nach vier Runden haben Kickers Luzern (15) und Zug 94 (10) zusammen 25 Gegentore einstecken müssen. Aber tatsächlich stand es im Zentralschweizer Kellerduell nach 90 Minuten noch immer torlos unentschieden. Dann plötzlich hatte Sandro Villiger auf der rechten Seite den Ball am Fuss. «Ich wartete auf den Flügelspieler, um diesen anzuspielen. Aber dann bemerkte ich, dass ich nicht richtig angegriffen wurde», sagte der in der 73. Minute eingewechselte Spieler nach Spielschluss. Also setzte er zum Dribbling gegen zwei Zuger an, und als er allein vor Goalie Nils Bruhnsen stand, überwand er mit einem Flachschuss auch noch den dritten Gegenspieler – 1:0 nach knapp 91 Minuten. Der Joker hat gestochen, und als der Schiedsrichter zwei Minuten später die Partie beendete, konnten die Stadtluzerner nach dem ersten Saisontor auch die ersten Punkte bejubeln. Eine grosse Erleichterung nach diesem harzigen Start für den Aufsteiger: «Es geht ein anderer Wind über 90 Minuten», wie es Sandro Villiger treffend formulierte. «Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können», sagte Kickers-Trainer Faras Hayavi, «ich bin glücklich über diesen Sieg.»

Dass die Gemütslage auf Seiten der Zuger eine ganz andere war, lag auf der Hand. Vor diesem «Krisengipfel» auf dem Tribschen-Platz hatten sie nur gerade einen Punkt ergattert – zu wenig, das entspricht nicht den Ansprüchen bei Zug 94. Diesen hinken sie seit Anfang Saison hinterher. Das vermeintliche Spitzenteam der letzten Spielzeit konnte erst gegen Ende der Saison auftrumpfen, nun steckt es erneut tief in der Krise. Trainer Roland Widmer taugte gestern bestens als Stimmungsbarometer: In regelmässigen Abständen tat er seinen Unmut kund, zitierte die Spieler sofort nach dem Schlusspfiff in die Kabine. «Was nicht richtig umgesetzt wurde? Alles!», sagte er hinterher. «Wir spielten mutlos, wie schon in den letzten Spielen. Ich vermisse Spieler, die Verantwortung übernehmen, im Moment sehe ich keine Leaderfigur.»

Kickers vergibt drei Top-Chancen

Das Spiel begann rasant, gespickt mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Die Verunsicherung war spürbar, aber der Aufsteiger hätte in der ersten Halbzeit unbedingt in Führung gehen müssen. Mittelfeldspieler Manuel Jelmini brachte innert einer Minute zuerst Filipe Rodrigues Almeida (38.) und danach Leandro Nunes Coelho (39.) mit Traumpässen in Abschlussposition. Doch beide scheiterten kläglich vor Bruhnsen. Als auch noch Mauricio Manuel Maumar nach einem Corner eine weitere Top-Chance vergab, hätten sich die Zuger über einen Rückstand nicht beklagen dürfen. So aber blieben sie im Spiel und hatten in der letzten halben Stunde physische Vorteile, die sie aber nicht zu nutzen wussten. Ruben Burkards «Hechtköpfler» flog rund 14 Meter neben das Gehäuse (66.). Später musste er wegen einer Verletzung dem Teamkollegen Leonard Reci Platz machen. Und fast hätte dieser Joker gestochen: Bei einem Gegenstoss stürmte Zug 94 mit zwei Spielern gegen einen Kickers-Verteidiger in den Strafraum – doch Reci setzte den Ball ebenfalls neben das Tor (83.).

So war es dem Joker bei Kickers Luzern vergönnt, den Siegestreffer zu erzielen. Die vierte Kickers-Grosschance konnte Villiger nutzen. «Auch wir spürten den Druck», sagte Faras Hayavi hinterher. Aber Kickers kam mit diesem schliesslich besser zurecht. Für die Zuger wird die Situation immer ungemütlicher. Widmer: «Ich weiss, ich wiederhole mich: Wir müssen ruhig bleiben und in den nächsten Spielen Leistung zeigen.» Widmer hat in der vergangenen Rückrunde gezeigt, dass er im Stande ist, dieses Team aus der Krise zu führen. Ob ihm das nochmals gelingt (falls man ihn lässt)?

Hinweis

Telegramm, Resultate und Rangliste auf Seite 38.

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