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FUSSBALL: Kickers schreit sich Frust von der Seele, Sursee wirkt ratlos

Auf der einen Seite herrscht pure Erleichterung, auf der anderen Erklärungsnotstand. Kickers Luzern schlägt Sursee im Duell der Kellerkinder mit 2:1 und schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf.
Sursees Lukas Graf (rechts) kommt gegen Kickers-Mittelfeldspieler Philippe Fischer zu spät. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Oktober 2017))

Sursees Lukas Graf (rechts) kommt gegen Kickers-Mittelfeldspieler Philippe Fischer zu spät. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Oktober 2017))

Was hat der FC Kickers Luzern in den letzten Wochen nicht alles erdulden müssen. Acht Niederlagen in neun Spielen, ein Torverhältnis von 1:31, der letzte Platz in seiner 1.-Liga-Gruppe und dann auch noch das Aus in der Cup-Qualifikation in Zug. Gestern, kurz nach 19 Uhr, entlud sich all der angestaute Frust und verwandelte sich in ausgelassenen Jubel. 2:1 gewannen die Stadtluzerner gegen den FC Sursee, «wir empfinden absolute Erleichterung, endlich haben wir uns für die Arbeit im Training belohnt», gab Marco Kistler zu Protokoll.

Er, mit 26 Jahren schon Urgestein und seit dieser Saison auch Captain von Kickers Luzern, hatte massgeblichen Anteil am Sieg. In der 67. Minute tauchte er nach einem schönen Zuspiel in die Tiefe allein vor dem gegnerischen Tor auf und bezwang den Keeper im zweiten Anlauf zur 1:0-Führung. Es war in 877 Erstliga-Minuten der erst zweite Treffer seiner Mannschaft in dieser Saison. «Diesmal haben wir sie reingemacht. Ich hatte ein gutes Gefühl, und das sagte ich meinen Kollegen schon vor dem Spiel», hielt Kistler fest. Um die Trendwende einzuleiten, hatte sein Team einige Details verändert. «Das Einlaufen haben wir anders gestaltet, und bei der Platzwahl entschieden wir uns diesmal für die andere Seite», verriet Kistler.

Erwähnenswert: Der linke Flügel hatte sich mit seinem Trainer schon auf die Auswechslung geeinigt, der erfolgreiche Abschluss war seine letzte Aktion. «Ich war müde, wollte einem anderen Spieler Platz machen. Das Timing war perfekt.»

Zunächst Langeweile, dann offener Schlagabtausch

Kistlers Tor löste die Partie der beiden Kellerkinder aus der Lethargie. Davor hatte der Unterhaltungswert nämlich gegen null tendiert, nur der Pfostenschuss von Sursees Pascal Christen (7.) erzeugte Torgefahr, der Rest war pure Langeweile. Nach der 67. Minute lieferten sich die beiden Teams dann aber einen offenen Schlagabtausch, der in der 83. Minute zu einem Höhepunkt fand: Eloy Aneas schloss einen Konter über Leandro Coelho zum 2:0 ab. Sursee kämpfte mit dem Mut der Verzweiflung, schaffte durch Samuel Hubers Kopfball nach einem Corner in der 89. Minute den Anschluss und brachte den Gastgeber in der Nachspielzeit nochmals gehörig ins Zittern. Das bessere Ende behielt Kickers Luzern letztlich aber für sich.

Entsprechend konsterniert waren nach Spielschluss die Surseer, die nun zu Gunsten von Kickers Luzern unter den Relegationsstrich gefallen sind. Samuel Huber, der seinem Team mit dem 2:1 nochmals kurzeitig etwas Hoffnung geschenkt hatte, tat sich schwer, die richtigen Worte zu finden. «Wir spielten im Angriff ideenlos, wir verloren die entscheidenden Zweikämpfe, mir ist das unerklärlich», sagte der 28-jährige Innenverteidiger. Woche für Woche würden sie im Videostudium Sequenzen des eigenen Spiels analysieren. «Doch das hat nichts mehr mit Taktik zu tun. Uns fehlt der unbändige Wille, der uns in der letzten Rückrunde noch ausgezeichnet hat.»

Auf Sursee wartet bereits das nächste Kellerduell

Seit neun Begegnungen ist Sursee in der Meisterschaft sieglos, zudem scheiterte es am letzten Wochenende in der ersten Runde der Cup-Qualifikation. «Wir müssen nun zusammenstehen und uns in den letzten vier Matches des Jahres zusammenreissen», forderte Huber und blickte Richtung Samstag, wenn Langenthal in der Schlottermilch zum nächsten Kellerduell gastiert. «In unserer Verfassung wird auch dieses Spiel alles andere als einfach.»

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

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