Fussball
Kriens ist nur noch ein Opfer: 1:3-Niederlage mit einem Spieler mehr

Und wieder versagt der SC Kriens: Gegen den FC Vaduz setzte es die 12. Saisonniederlage ab. Sogar mehr als eine Halbzeit lang in Überzahl spielend, geht der SCK mit 1:3 (1:1) unter. Den Ligaerhalt können die Krienser abschreiben.

Turi Bucher
Drucken
Ein hoher Ball in den Vaduzer Strafraum wird von Yannick Schmid geklärt.

Ein hoher Ball in den Vaduzer Strafraum wird von Yannick Schmid geklärt.

Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 04.12.2021)

Diese Liga, die Challenge League, hat neun Spitzenteams und ein Opfer. Das Opfer – es heisst Kriens. Kriens-Gegner Vaduz hat jetzt mit diesem 3:1-Sieg die Tabellenspitze übernommen. Doch der Vaduz-Vorsprung auf den Aufsteiger Yverdon im 9. Rang beträgt nur gerade 8 Punkte. Dann, ganz, ganz weit hinten, im 10. Rang, … kommt noch Opfer Kriens. Es hat in 16 Spielen gerade mal 6 Punkte geholt und somit 15 Punkte Rückstand auf den rettenden 9. Rang.

Was besonders weh tut: Der SC Kriens spielte auch gegen den neuen Leader durchaus ebenbürtig mit. Doch in der 23. Minute erstmals defensiv richtig unter Druck, kassierte der SCK auch gleich einen Treffer. Cédric Gasser spedierte den Ball zum 1:0 für Vaduz ins Krienser Tor.

Der 1:1-Ausgleich weckte Hoffnungen

Nun stellte sich die Frage: Ist Kriens in diesem Spiel in der Lage, ein Tor zu erzielen? Die Antwort: Ja.

Vielleicht half der unmittelbar vor dem Krienser Treffer zurecht diktierte Platzverweis gegen den Vaduzer Denis Simani (40.) mit. Aber der SCK hatte das Spiel ja schon zuvor mitgeprägt, sogar mehrheitlich dominiert. Jedenfalls war der 1:1-Ausgleich durch Lino Lang in der 42. Minute hochverdient. Es wars ein richtiger Traumangriff, der zu diesem Krienser Torerfolg führte - am Schluss bediente der in den FCV-Strafraum stürmende Ashvin Balaruban mit einem Querpass den Torschützen. Überhaupt gehörten die beiden FCL-Leihspieler zusammen mit Mittelfeldmann Ransford Selasi zu den besten Kriensern.

Das 1:1 - es war jedenfalls eine Offensivaktion, die zeigte: Sie leben noch, sie sind noch da, sie können halt doch etwas, die Fussballer des SC Kriens. Ein Glücksgefühl vor dem Pausenpfiff, und ein klares Signal: Nun musste die Mannschaft von Trainer René van Eck in der 2. Halbzeit mit einem Spieler mehr auf dem Feld auf Sieg spielen!

Und was taten die Krienser? Sie traten nach der Pause den Beweis an, dass sie diese Saison nicht über die Tauglichkeit für die Challenge League verfügen. Helios Sessolo hatte in der 54. Minute die Chance, Kriens aus sechs Metern Distanz in Führung zu bringen – sein Schuss flog aber steil Richtung Pilatus.

Krienser Abwehr versagt schon wieder

Eine Stunde war gespielt, da begaben sich die Krienser wieder in die Opferrolle. Vaduz, seit dem Wiederanpfiff mit nur zehn Spielern eigentlich die ganze Zeit in der Defensive stehend, spielte die Krienser Abwehr schnell konternd aus – dann flog Simone Rapps abgefälschter Schuss als Bogenball höchst unglücklich ins Netz, ins Krienser Tor. Es hiess 2:1 für das Gästeteam.

Danach zeigte sich auch, dass Kriens keinen wie Rapp im Team hat. Denn der eingewechselte Albion Avdijaj versorgte in der 79. Minute den Ball alleine vor dem leeren Vaduzer Tor nicht zum 2:2, sondern bevorzugte die Arme von Vaduz-Torhüter Benjamin Büchel. Wäre hier der Kriens-Ausgleich gefallen, die Partie hätte noch auf die Krienser Seite kippen können. Stattdessen schoss Rapp eine Minute nach Avdijajs grosser Ausgleichschance das 3:1.

«Die Enttäuschung ist riesengross»

Kriens darf eine halbe Partie lang in Überzahl spielen und verliert 1:3 - das ist vielsagend. Kriens-Captain Marijan Urtic war nach dem Schlusspfiff den Tränen nahe. «Die Enttäuschung ist riesengross, sie geht sehr, sehr tief. Es ist einfach nur traurig, wir belohnen uns für unsere guten Leistungen nicht.»

Das Planpapier «Ligaerhalt» können die Krienser nun beiseitelegen, am besten im Papierkorb verschwinden lassen. Aber wer Avdijaj oder Sessolo vor dem gegnerischen Tor erlebt hat, muss befürchten, dass sie beim SCK auch den Papierkorb nicht treffen.

Kriens – Vaduz 1:3 (1:1)

Kleinfeld. – 650 Zuschauer. – SR Piccolo.

Tore: 23. Gasser 0:1. 42. Lang 1:1. 62. Rapp 1:2. 80. Rapp 1:3.

Kriens: Neuenschwander; Urtic, Isufi, Goelzer, Busset; Lang (82. Djorkaeff), Selasi, Mistrafovic (71. Yesilçayir); Balaruban (64. Avdijaj); Aliu (81. Sukacev); Sessolo (81. Marleku).

Vaduz: Büchel; Rahimi, Schmid, Simani; Ulrich, Gajic, Dobras, Gasser (70. Lüchinger), Hug (62. Obexer); Cicek (62. Sutter); Rapp.

Bemerkungen: Kriens ohne Costa, Bürgisser und Alessandrini (alle verletzt). Vaduz ohne Di Giusto, Wieser, Iodice, Ibrisimovic, Antoniazzi (alle verletzt. Platzverweis: 40. Simani (2. Gelb-Foul). Verwarnungen: 2. Goelzer, 10. Simani, 48. Mistrafovic (Fouls), 76. Avdijaj (Unsportlichkeit, 76. Rahimi (Unsportlichkeit).

Aktuelle Nachrichten