Notsituation: Der SC Kriens bittet die Liga und den FC Luzern um Hilfe

Der SC Kriens spielt am Samstag (20.30) auswärts gegen den FC Wil und muss weiteres Verletzungspech beklagen. Nun fällt auch noch Flügel Omer Dzonlagic bis Ende Saison aus.

Turi Bucher
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Wegen einer Fraktur am Schienbein wird Flügelspieler Omer Dzonlagic dem SC Kriens bis Ende Saison fehlen.

Wegen einer Fraktur am Schienbein wird Flügelspieler Omer Dzonlagic dem SC Kriens bis Ende Saison fehlen.

Bild: Pius Amrein (20. Juni 2020)

Der SC Kriens liess die Fussballfans vor der Coronapause mit beeindruckenden Leistungen aufhorchen – und er tut es auch nach der Coronapause. Kriens muss seit Wiederbeginn aus verschiedenen Gründen – viele Verletzungen, aber auch Absenzen und vorzeitige Abgänge – praktisch auf eine ganze Mannschaft verzichten und realisierte seither in vier Partien trotzdem zwei Siege und ein Unentschieden. Auch wenn die Barrage, der 2. Tabellenrang ein Traum bleibt – der SCK verteidigt den für den Kleinfeld-Klub überragenden 4. Rang mit aller Vehemenz.

Doch wie weiter mit dem Mini-Kader? SCK-Trainer Bruno Berner sagt:

«Wir reisen am Samstag mit 13 Feldspielern und zwei Torhütern nach Wil.»

Nach dem Sieg gegen Chiasso fallen nun auch noch die Stammspieler Omer Dzonlagic mit einer Fraktur am Schienbein und Albin Sadrijaj nach einer Blinddarm-Notoperation einige Wochen aus.

Die Kader-Krise hat Sportchef Bruno Galliker nun dazu veranlasst, aktiv zu werden. Das heisst nicht, dass er selber seine alten Puma-Fussballschuhe aus dem Keller holt, sondern: Galliker hat schriftlich ein Gesuch an die Liga gestellt, um zusätzlich Spieler holen zu können. Begründung: Notsituation!

Das aktuelle Reglement sieht vor, dass keine Transfers getätigt werden dürfen, ausser, wenn ein Spieler seit der letzten Transferperiode oder aufgrund des Coronavirus arbeitslos ist. Kriens aber hat ganz anderes im Sinn: «Der SC Kriens hat kein U21-Team wie die Grasshoppers und auch keine U18-Mannschaft wie der FC Chiasso», zählen Galliker und Berner gemeinsam Beispiele auf. Was Kriens aber hat: eine Partnerschaft mit dem FC Luzern. Nun möchte der SC Kriens, sofern die Liga das SCK-Gesuch gutheisst, dass er vom FCL für die restlichen Challenge-League-Spiele Talente zur Verfügung gestellt bekommt.

Kriens kann heute in der Tabelle aufholen

Galliker weiss, dass die Vereine bei der Kaderplanung aufgefordert sind, Verletzungen, Sperren und unerwartete Abgänge mit einzukalkulieren. «Aber dies hier ist eine Ausnahmesituation», sagt Coach Berner, «so denken wir und so handeln wir.» Und Galliker, der die Bittstellung noch am Donnerstagabend nach der ärztlichen Diagnose zu Dzonlagic’ Verletzung an den Fussballverband versandte, ergänzt: «Im Falle eines positiven Entscheids der Liga werden wir mit dem FCL Kontakt aufnehmen. Im Rahmen unserer Partnerschaft geben wir regelmässig talentierte Junioren an den FCL ab. Unsere Notsituation wäre eine gute Gelegenheit, um auch einmal einen jungen Spieler ins Kleinfeld zurückzuholen.»

In Wil sind noch keine Neuen dabei, zu kurzfristig ist das Begehren. Weil die im Barragekampf vor Kriens platzierten Grasshoppers und Vaduz sich gestern direkt duellierten, wäre die Gelegenheit für die Berner-Mannschaft günstig, in der Tabelle aufzuholen. Berner verspricht zum Start ins letzte Saisonviertel: «Jene Spieler, die in Wil für uns da sind, sind voll motiviert!»