FUSSBALL: Luzern siegt, Schötz hadert

Der Start in die Rückrunde glückt dem U21-Nachwuchs des FC Luzern – 3:1-Sieg gegen Schötz. Die Gäste ärgern sich über vergebene Torchancen und den Schiedsrichter.

Stephan Santschi
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Der Schötzer Eigentorschütze Luca Ferricchio (links) klärt vor dem heranstürmenden Luzerner Matchwinner Lukas Riedmann. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 4. März 2017))

Der Schötzer Eigentorschütze Luca Ferricchio (links) klärt vor dem heranstürmenden Luzerner Matchwinner Lukas Riedmann. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 4. März 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Wer weiss, vielleicht wäre es wirklich nochmals spannend geworden, hätte Schiedsrichter Tonini in der 75. Minute auf Notbremse entschieden. Luzerns Goalie Simon Enzler stürmte aus seinem Strafraum, kam bei seiner Rettungsaktion aber zu spät und brachte Angreifer Labinot Aziri zu Fall. Für Schötz-Trainer René Erlachner ein klarer Fall, er drehte sich Richtung Tribüne, wo der Vereinsvorstand sass, und meinte: «Das ist doch eine rote Karte.» Gleicher Meinung war der Gefoulte nach Spielschluss: «Ich bin schneller am Ball, er trifft mich am Bein – das war die Schlüsselszene!»

Ob es die Schlüsselszene war, bleibt dahingestellt, schliesslich führten die Luzerner U21-Junioren zu diesem Zeitpunkt bereits mit 3:1. Fakt aber ist: Tonini hatte Enzler nur die gelbe Karte gezeigt. Das milde Urteil war wohl auf die Tatsache zurückzuführen, dass sich Aziri den Ball unmittelbar vor dem Foul unerreichbar weit vorgelegt hatte. Auch in personellem Gleichstand waren die letzten 15 Minuten aus Schötzer Sicht aber die besten des Spiels. Drei gute Abschlussgelegenheiten blieben ungenutzt, jedes Mal war Aziri der Mann im Mittelpunkt. «Ich müsste zwei, drei Tore machen, der Goalie hatte einen guten Tag, es tut mir leid für die Mannschaft», kommentierte der 25-jährige Solothurner, der in der Winterpause von Wangen bei Olten nach Schötz gewechselt war. So blieb der Sonntagsschuss von Michael Koch aus 25 Metern zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich in der 39. Minute der einzige Volltreffer der Gäste an diesem Nachmittag.

Einmal «blind», einmal wie «im Training»

Luzerns Nachwuchs, der die Tabelle nach dem ersten Halbjahr souverän anführte, startet damit auch erfolgreich in die Rückrunde, baut seinen Vorsprung als Leader sogar auf zehn Punkte aus. Zwingend war er nicht, der Sieg gegen Schötz, letztlich setzte sich auf holprigem Geläuf und bei windigen Bedingungen das spielstärkere und effizientere Team durch. Matchwinner für die Stadtluzerner war neben Enzler der linke Flügel Lukas Riedmann, an zwei Toren war er massgeblich beteiligt: In der 21. Minute erwischte er Schötz-Keeper Bossert mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel zum 1:0, in der 62. Minute lenkte Verteidiger Ferricchio seine Flanke zum 3:1 ins eigene Tor. «In der ersten Szene sehe ich, dass der Goalie rauskommt, und schiesse blind aufs Tor. Die zweite war eine 1:1-Situation mit Rennen bis zur Grundlinie und Flanken zur Mitte – so wie wir es im Training immer wieder üben», erläuterte Riedmann seine beiden besten Aktionen.

«Möchte mich für die 1. Mannschaft empfehlen»

Aus Ägeri stammend und letzte Saison dorthin in die 2. Liga ausgeliehen, steht er seit der laufenden Spielzeit fix im U21-Kader. «Ich möchte mit dem Team die Aufstiegsspiele erreichen und mich dann für die 1. Mannschaft empfehlen, ich nehme Schritt für Schritt», sagt der bald 20-Jährige, der neben dem Fussball zu 50 Prozent einer KV-Beschäftigung nachgeht. Seine Vorbilder seien fussballerisch Cristiano Ronaldo und menschlich Kevin De Bruyne – Letzterer, weil er nicht viel rede, auf dem Platz aber seine Leistung bringe.

Auf Schötzer Seite ist dies Neuzugang Labinot Aziri noch nicht wunschgemäss geglückt, doch dazu bleibt ihm ja noch etwas Zeit. «Es war schon länger mein Ziel, nach Schötz zu wechseln, vor Jahren schaute ich mir schon die Heimspiele an, als meine Kollegen Burim Kukeli und Zenun Selimi mit dem Team in die Aufstiegsspiele kamen», erzählte Aziri. Ähnliches dürfte in dieser Saison kaum mehr möglich sein, nach der 1:3-Niederlage verschwinden die Schötzer vorerst im Mittelfeld der Tabelle.

Hinweis
Telegramme und Rangliste in der 1. Spalte.