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FUSSBALL: Matthias Hüppi: «Die zentralen Figuren sind jene auf dem Platz»

Der ehemalige Fernseh-Moderator Matthias Hüppi äussert sich im Interview über seine neue Arbeit als Präsident des FC St. Gallen.
Patricia Loher und Christian Brägger, St. Gallen
Matthias Hueppi, Präsident FC St. Gallen: «Ich bin bescheiden, was meine Person betrifft.» (Bild: Benjamin Manser/Keystone)

Matthias Hueppi, Präsident FC St. Gallen: «Ich bin bescheiden, was meine Person betrifft.» (Bild: Benjamin Manser/Keystone)

Matthias Hüppi, Ihre Ernennung zum Präsidenten des FC St. Gallen wirft Wellen. Überrascht Sie das?

Ja. Ich habe mir nie ausgemalt, wie es sein könnte. Vor allem bin ich froh, dass die Vertraulichkeit gewahrt blieb. Dass nichts nach aussen drang. Zuerst musste ja die ausserordentliche Generalversammlung über die Bühne. Was wir an Erklärungen hätten liefern müssen, wenn etwas durchgesickert wäre – auch gegenüber SRF. Es wäre eine blöde Situa­tion gewesen.

War der Wirbel um Ihre Person nicht vorhersehbar?

Ich bin bescheiden, was meine Person betrifft. Aber nach einiger Zeit ist eine Verankerung in der Gesellschaft schon vorhanden. Das habe ich bei meinem Rücktritt als Skikommentator gemerkt, als die Leute mir ihre Wertschätzung kundtaten. «Jetzt hören Sie einfach auf, ich bin doch mit Ihnen gross geworden.»

Ist man als Moderator ein Mann des Volkes?

So würde ich mich nicht sehen. Ich brauche einen gewissen Sicherheitsabstand zwischen mir und den Menschen, die ich nicht kenne. Das hat nichts mit Arroganz, sondern vielmehr mit Eigenschutz zu tun. Ich bin auch Einladungen zu Veranstaltungen selten gefolgt, sondern habe mir selber ein Ticket gekauft. Zuletzt stand ich bei einem Konzert der Toten Hosen mitten im Getümmel: Die Leute haben mir alle fünf Minuten ein Bier anbieten wollen – dabei hatte ich doch eine Sendung am nächsten Tag.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als die Aktionäre Sie zum ersten Mal kontaktierten?

Vor allem sah ich einen gewaltigen Berg an Arbeit. Es war schön, so etwas zu hören, aber sofort meldete sich auch eine andere Stimme, die sagte, dass das zu gross sei. Ich habe das Amt aber von Anfang an nicht ausgeschlossen.

Was gab den Ausschlag, dass Sie zusagten?

Letztlich muss man von etwas überzeugt sein. Sehr intensiv waren die Gespräche mit meiner Frau. Sie sagte rasch, wenn so eine Türe aufgehe, solle man den Mut aufbringen. Sie sagte das nicht, weil sie sich als «Frau Präsidentin» sieht. Aber jetzt geht es erst richtig los, schon kommen Anfragen von Spielervermittlern.

Hat sich Spielerberater Donato Blasucci schon gemeldet?

Ich müsste nachschauen, heute gab es zahlreiche Anrufe, die ich nicht entgegennehmen konnte. Ich kenne ihn nicht persönlich. Das dürfte sich vielleicht bald ändern. Aber meine Türen sind offen. Es dürfen alle zu mir kommen.

Was gehen Sie sofort an?

Ich werde vor allem alltägliche Aufgaben wahrnehmen, bereits wollen viele Leute der Belegschaft Vieraugengespräche. Ich will zum Beispiel rasch Regeln aufstellen, was die Bewegung im Umfeld der Garderobe anbelangt. Da gibt es keinen Durchgangsverkehr mehr. Es gab Leute aus der Organisation, die das Gefühl hatten, nach einer Partie könnten sie Spaghetti essen mit den Spielern. Es geht darum, Team und Trainer das bestmögliche Umfeld für ihre Arbeit zu schaffen.

Das heisst konkret?

Die zentralen Figuren sind jene auf dem Platz. Da braucht es nur wenig im Umfeld und es wird störend, wie auch die Spieler berichteten. In die Garderobe kommt niemand, ausser der Trainer erlaubt den Zutritt. Die Spieler müssen sehen, dass wir sofort handeln, auch wenn dies vorerst nur im Kleinen stattfindet.

Sie müssen den Rückenwind nun nutzen. Sonst sind Sie einfach der neue Präsident, aber im Club bleibt alles beim Alten.

Es wird ein Sportchef kommen. Das ist keine Frage. Ich hoffe, das passiert schnell. Und das Zweite ist der CEO-Posten in der Event AG. Es ist unmöglich, dieses Unternehmen ad interim zu führen. Alle anderen Positionen werden von uns fundiert durchleuchtet. Und wenn da etwas auftaucht, das man ändern muss, werden wir das machen.

Also geht es auch um Vergangenes?

Selbstverständlich. Aber es wird mit allen anständig geredet. Wir vermitteln niemandem das Gefühl, dass er Angst haben muss.

Interview: Patricia Loher und Christian Brägger, St. Gallen

sport@luzernerzeitung.ch

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