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FUSSBALL: Mutig gegen den Angstgegner

Ganz Madrid blickt heute (20.45 Uhr, ZDF) auf das Champions-League-Duell im Halbfinal zwischen Titelverteidiger Real und Atletico. Der Herausforderer geht die Aufgabe mit Selbstvertrauen an.
Marco Mader (sid)
«Wir sind bereit.» Atletico-Stürmer Fernando Torres, hier im Ligaspiel gegen Valencia, hat sich mit seinem Team gegen Rivale Real viel vorgenommen. (Bild: JuanJo Martín/EPA (Madrid, 25. April 2017))

«Wir sind bereit.» Atletico-Stürmer Fernando Torres, hier im Ligaspiel gegen Valencia, hat sich mit seinem Team gegen Rivale Real viel vorgenommen. (Bild: JuanJo Martín/EPA (Madrid, 25. April 2017))

Marco Mader (SID)

Königliche Rekordchampions gegen «Matratzenmacher», Cristiano Ronaldos galaktische Superstars gegen Diego Simeones Maurermeister: Die Rollen vor dem Madrider Stadtderby zwischen Titelverteidiger Real und Atletico im Halbfinal der Champions League sind klar verteilt. «Real ist der Favorit», sagt Atleticos Fan-Liebling Fernando Torres vor dem heutigen Hinspiel beim Bezwinger von Bayern München, aber: «Wir wissen, wer wir sind und dass wir es mit jedem aufnehmen können. Wir haben vor niemandem Angst.»

Allerdings ist der «eterno rival», der ewige Rivale und Nachbar, gerade in Europa Atleticos Angstgegner. Immer, wenn es im Europapokal gegen Real ging, ging es schief – und meist auf besonders brutale Weise. Wie 1959, als Alfredo Di Stéfano und Ferenc Puskas Real im Entscheidungsspiel (2:1) in den Final schossen. Wie 2014, als Atletico eine Hand am Pokal hatte, Real aber in der Verlängerung die «Decima», den zehnten Titel, klarmachte (4:1). Wie im Viertelfinal 2015 (0:0/0:1) und wie beim Elfmeterschiessen im Endspiel 2016 (3:5).

Real kann zweimal Geschichte schreiben

«Das ist eine Extra-Motivation für uns», sagt Torres über die bittere Finalniederlage der vergangenen Saison, als Atletico-Urgestein Juanfran der entscheidende Fehlschuss unterlief. Klar, es werde schwierig gegen Ronaldo, Toni Kroos und all die anderen Stars, «aber wir haben so viel Selbstvertrauen, zu sagen, dass wir mit Demut und Aufopferungsbereitschaft erneut in den Final kommen können. Wir sind bereit, haben Lust und Ambitionen.»

Aber die hat auch Real, gerade nach der Viertelfinal-Demonstration gegen den FC Bayern. «Wir wissen, wie stark wir sind», sagt Reals Mittelfeldmann Casemiro, und Trainer Zinédine Zi­dane meint: «Wir sind bereit und wissen, was wir zu tun haben.» Von einer Glückssträhne gegen Atletico will er jedoch nichts wissen. «Es bedeutet nichts, dass wir gegen sie in diesem Wettbewerb bereits gewonnen haben», sagt Zidane. Atletico sei zuletzt «jedes Jahr besser geworden. Sie haben uns immer Schwierigkeiten bereitet und geben nie auf. Sie kämpfen und nutzen ihre Waffen. Aber wir haben auch Waffen.»

Real kann gleich zweimal Geschichte schreiben: als erster Champion seit der Neuschaffung der Königsklasse (1992), der seinen Titel erfolgreich verteidigt. Und mit dem ersten Double aus Champions League und Meisterschaft seit 1958.

Wer ersetzt Gareth Bale?

Trainer Zidane muss aber zwei knifflige Personalfragen lösen: Wer ersetzt den verletzten Gareth Bale – Isco oder Marco Asensio? Und bringt er den genesenen Raphael Varane im Abwehrzentrum für den zuletzt überzeugenden Nacho? Atletico hofft auf das Mitwirken von Yannick Carrasco und Sime Vrsaljko, passen müssen Juanfran und José Giménez.

Die Generalprobe am vergangenen Samstag verlief jeweils erfolgreich: Real bezwang den FC Valencia 2:1. Atletico, das als Dritter in der Primera Division zehn Punkte hinter dem Rivalen liegt, gewann 5:0 auf Las Palmas.

Ein bisschen Aberglaube spielt beim Duell übrigens auch mit: Anders als im verloren gegangenen Viertelfinal 2015 hielt Atletico diesmal das Abschlusstraining wie vorgesehen im Estadio Santiago Bernabeu ab.

Champions League

Halbfinal, Hinspiele. Heute, 20.45: Real Madrid – Atletico Madrid.

Mittwoch, 20.45: Monaco – Juventus Turin.

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