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FUSSBALL: Nati überrascht schon bei Abflug

In der Nacht zum Dienstag startet das Schweizer Frauenteam in die WM. Ein Turnier, das den Spielerinnen schon jetzt interessante Erfahrungen beschert, wie sich nach der Ankunft in Kanada zeigt.
Im neuen Gewand zum WM-Abenteuer: Die Führungsspielerinnen Ramona Bachmann (links) und Lara Dickenmann beginnen am Flughafen Zürich Kloten die Dienstreise zur WM standesgemäss im massgeschneiderten Anzug. (Bild: Keystone / Salvatore di Nolfi)

Im neuen Gewand zum WM-Abenteuer: Die Führungsspielerinnen Ramona Bachmann (links) und Lara Dickenmann beginnen am Flughafen Zürich Kloten die Dienstreise zur WM standesgemäss im massgeschneiderten Anzug. (Bild: Keystone / Salvatore di Nolfi)

Seraina Degen, Vancouver

Als sich das Schweizer Frauen-Nationalteam am Flughafen Zürich-Kloten besammelt, sticht etwas sofort ins Auge: Statt wie bei früheren Zusammenzügen gewohnt, sind die Schweizerinnen diesmal nicht in grauen Trainerhosen und roten Oberteilen angereist sondern in massgeschneiderten marineblauen Hosenanzügen inklusive roter Krawatte. «Das gefällt mir gut, ist dem Anlass entsprechend und eines Nationalteams würdig», sagt Coach Martina Voss-Tecklenburg vor dem Abflug nach Vancouver.

Erstmals selbst im Panini-Album

Die Schweiz will aber nicht nur neben dem Platz eine gute Figur abgeben, sondern auch auf dem Spielfeld. Dafür bereitet sich das Team seit Tagen vor Ort in Vancouver vor und holt sich den letzten Schliff vor dem Startspiel gegen Japan, das in der Nacht zum Dienstag um 4 Uhr Schweizer Zeit (SRF 2 live) stattfindet. Und so sind die Spielerinnen längst vom WM-Fieber ergriffen. Bereits die Ankunft am Flughafen ohne Anstehen am Zoll und frenetischem Empfang durch Schweizer Fans sei «grandios» gewesen, erzählt Sandra Betschart. «Da habe ich gemerkt, dass wir an der WM angekommen sind», sagt sie.

Tags darauf hatten die Spielerinnen am Vormittag gar ein bisschen Freizeit. Einige nutzten diese, um dem nahe gelegenen Einkaufszentrum einen ersten Besuch abzustatten. Andere gingen am Strand spazieren oder genossen einfach das Panorama. Vancouver, an der Westküste Kanadas gelegen, befindet sich am Meer. Und trotzdem sind von der Stadtmitte aus die Rocky Mountains zu sehen. «Bis jetzt gefällt es mir sehr gut. Es ist sehr sauber, aber nicht so hektisch wie in anderen Grossstädten», sagt Betschart, die Chamerin, «die Stadt erinnert mich fast ein wenig an Luzern.»

Einen speziellen Glücksbringer hat sie nicht dabei, dafür eine Polaroid-Kamera, mit der sie Fotos macht und diese dann in ihr persönliches WM-Album einkleben will. Und Motive dafür gibt es bestimmt genug. «Zu den Fotos schreibe ich meine Erlebnisse hinzu. Das Album wird meine persönliche und spezielle Erinnerung an die WM sein», sagt sie. Stichwort Album: Ganz speziell findet die 26-Jährige auch, dass sie und ihre Teamkolleginnen erstmals in einem Panini-Album verewigt sind. Denn seit der Männer-WM 1994 sind sie und ihre beiden Brüder leidenschaftliche Sammler der Porträt-Aufkleber. Und nun ist sie gar ein fester Bestandteil des aktuellen Albums zur Frauen-WM. «Mir fehlen nur noch 14 Bilder», sagt sie und hofft, mit ihrer Zimmerkollegin Ramona Bachmann noch das eine oder andere Bild tauschen zu können.

Im Zimmer der beiden Zentralschweizerinnen werden allerdings nicht nur Panini-Bilder getauscht, sie unterhalten sich natürlich auch über die WM und nun vor allem über das bevorstehende Spiel gegen Japan. «Für uns ist es gut, dass wir gegen Japan ins Turnier starten. Wir haben nichts zu verlieren und müssen unser Spiel durchziehen», sagt Betschart. Will heissen, dass die Schweiz sich gegen die amtierenden Weltmeisterinnen nicht hinten reinstellt.

Nationaltrainerin Voss-Tecklenburg wurde zuletzt immer wieder zu den Chancen und Zielen ihres Teams befragt. Und immer wieder sagte sie: «Wir wollen die Gruppenphase überstehen, alles andere wäre eine Enttäuschung.»

Einzug in K.-o.-Runde ist realistisch

Das sollte machbar sein, auch wenn über die anderen Gruppengegner Kamerun und Ecuador nicht viel bekannt ist. Die Schweiz verfügt angeführt von international erfahrenen Spielerinnen wie Lara Dickenmann (bisher Lyon, neu Wolfsburg), Ramona Bachmann (Rosengard, Sd), Ana-Maria Crnogorcevic (Frankfurt) und Lia Wälti (Potsdam) – zwar über ein dünnes, aber dennoch technisch und spielerisch starkes Kader und kann für eine Überraschung sorgen.

Dank der erstmaligen Qualifikation für einen Grossanlass ist die mediale Aufmerksamkeit in der Schweiz enorm gestiegen. Das Schweizer Fernsehen beispielsweise berichtet erstmals umfassend über den Frauenfussball. Während der WM zeigt SRF 18 Spiele live. «Nun liegt es an uns, diesen Schwung nachhaltig zu nutzen», sagt Martina Voss-Tecklenburg. Am besten gleich am Montagabend (Ortszeit) gegen Japan.

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