FUSSBALL: Ottmar Hitzfeld hört nach der WM auf

Nati-Coach Ottmar Hitzfeld verlängert seinen Vertrag nach der WM in Brasilien nicht. Der 64-Jährige beendet seine 30-jährige Trainer-Karriere im nächsten Sommer.

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Coach Ottmar Hitzfeld gab am Donnerstag bekannt, dass er nach der WM aufhört. (Bild: Keystone)

Coach Ottmar Hitzfeld gab am Donnerstag bekannt, dass er nach der WM aufhört. (Bild: Keystone)

Nach der WM ist Schluss: Ottmar-Hitzfeld hat am Donnerstagmittag bekanntgegeben, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängert. Hitzfeld: «Das ist die schwierigste Entscheidung meiner Trainer-Laufbahn».

«Die Zeit ist gekommen, aufzuhören»

Hitzfeld begründet seinen Entschluss damit, dass er nach der WM in Brasilien 65 Jahre alt sein werde und nach über 30 Jahren im Kräfte raubenden Metier die Zeit gekommen sei, um nach der WM aufzuhören. Die Gefahr, dass die Schweizer WM-Ambitionen in Brasilien nun gefährdet seien, sieht Hitzfeld überhaupt nicht: «Ich gab beim FC Bayern München meinen Rücktritt im Dezember 2007 bekannt und gewann im Mai 2008 Meisterschaft und Pokalfinale.» Hitzfeld spricht von einem Entscheid der Vernunft - in einem Klima, das absolut problemfrei und gut sei, wie er an der Medienkonferenz betonte.

Der Verband nahm den Entschluss Hitzfelds gefasst zur Kenntnis. SFV-Präsident Peter Gilliéron: «Wir bedauern seinen Entscheid sehr. Aber so bedauerlich die Entscheidung unseres Nationalcoachs ist, Ottmar Hitzfeld hat diese persönlich so geschildert, dass sie für uns nachvollziehbar ist und nicht anderes übrig bleibt, als sie zu akzeptieren und zu respektieren.»

Nachfolge: SFV will sich Zeit lassen

Betreffend Nachfolge-Regelung will sich der SFV gebührend Zeit lassen, wie Generalsekretär Alex Miescher betont. «Wir wollen nicht gleich am Kandidatenkarussell drehen, sondern erst einmal innezuhalten und die Vorbereitungen auf die WM wie geplant voranzutreiben.»

Ottmar Hitzfeld übernahm das Schweizer Nationalteam per 1. Juli 2008 von Köbi Kuhn und führte es an die WM-Endrunden 2010 in Südafrika sowie 2014 in Brasilien. Zu den grössten Siegen dieser Zeit gehören das 1:0 gegen Spanien an der WM-2010, das 5:3 gegen Deutschland Ende Mai 2012 und das 1:0 gegen Brasilien Mitte August 2013.

Namen werden schnell ins Spiel kommen. Marcel Koller, derzeit in Verhandlungen mit dem ÖFB, dürfte zu den Kandidaten zählen, Christian Gross, seit seinem Abgang bei YB ohne Job, ist immer ein Thema. Und in Deutschland arbeitet Lucien Favre in Mönchengladbach mit überwältigendem Erfolg. Der Romand könnte zu einem Top-Kandidaten aufsteigen. Er ist ein Coach modernster Prägung und wäre in der Lage, die Arbeit auf hohem Niveau weiterzuführen.

rem/si

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