FUSSBALL: Puljic köpfelt FCL ins Glück

Der FC Luzern besinnt sich auswärts gegen Lieblingsgegner Zürich auf den Abstiegskampf. Ohne zu brillieren, siegen die Luzerner 1:0 und verschaffen sich Luft auf Schlusslicht Aarau.

Drucken
Teilen
Die Entscheidung für den FCL: Innenverteidiger Tomislav Puljic (rechts in Blau) setzt sich mit dem Kopf gegen Zürichs Ivan Kecojevic durch - Berat Djimsiti (Nr. 5) und FCZ-Goalie Yanik Brecher können das 0:1 nicht mehr verhindern. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Die Entscheidung für den FCL: Innenverteidiger Tomislav Puljic (rechts in Blau) setzt sich mit dem Kopf gegen Zürichs Ivan Kecojevic durch - Berat Djimsiti (Nr. 5) und FCZ-Goalie Yanik Brecher können das 0:1 nicht mehr verhindern. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Daniel Wyrsch, Zürich

Exemplarisch holt Sally Sarr mit einem für ihn typischen Energieanfall einen Corner heraus. In der 82. Minute schlägt der eingewechselte Adrian Winter diesen zur Mitte, Innenverteidiger Tomislav Puljic löst sich von Bewacher Ivan Kecojevic und kommt beinahe unbedrängt zum Kopfball: Der Ball landet unhaltbar in der tiefen Torecke der Zürcher zum 1:0 für die Zentralschweizer. Puljic zelebriert seinen dritten Treffer im achten Spiel seit der Rückkehr zum FCL an der Eckfahne. Der 32-jährige Kroate könnte vor lauter Glück die ganze Welt umarmen, stellvertretend herzt er einen Ballbuben.

Gelungene Standortbestimmung

Für den meist positiv denkenden Puljic war sofort klar gewesen, dass er den Siegtreffer erzielt hatte. Doch es gab in den inklusive der Nachspielzeit – restlichen zwölf Minuten noch die eine oder andere heikle Aktion für den FCL zu überstehen. Luzerns Trainer Markus Babbel musste hinterher eingestehen: «Wir sind dank einem stehenden Ball zum glücklichen Sieg gekommen.»

Sein direkter Vorgesetzter, Sportchef Rolf Fringer, hatte im Vorfeld des Spiels im Letzigrund von einer echten Standortbestimmung gesprochen. Er wollte, dass sich die Mannschaft nach der unglücklich hohen 1:4-Heimniederlage vor der Länderspielpause gegen den FC Basel wieder voll und ganz auf den Kampf gegen den Abstieg fokussiert. Das haben die Zentralschweizer getan. Ohne spielerisch zu überzeugen, setzten sie auf dem vom anhaltenden Regen tiefen und glitschigen Terrain vor allem auf ihre läuferischen und physischen Fähigkeiten.

Brenzlige Szenen für den FCL

Trotzdem ist dieser fünfte Saisonsieg nur möglich geworden, weil dem FCL Glücksgöttin Fortuna gestern hold war. Schon in der 4. Minute lenkte Puljic einen Freistoss von Mario Gavranovic in der Mauer hochspringend mit angewinkeltem Ellbogen an den Pfosten. Zürich, seit dem 5. Oktober zu Hause ohne Sieg, besass ausserdem weitere Gelegenheiten aus Freistössen vor der Strafraumgrenze. Kurz vor Luzerns Siegtor schoss Davide Chiumiento (78.) nach einem Sololauf knapp am Pfosten vorbei. Und bei Puljics Tor kam hinzu, dass Marco Schneuwly in abseitsverdächtiger Position vor Zürichs neuer Nummer 1, Yanick Brecher, stand. Der 21-jährige FCZ-Rückkehrer aus Wil machte seine Sache anstelle des degradierten Vorgängers David Da Costa (28) gut. Gegen die platzierten Kopfbälle von Puljic (59.) und Jahmir Hyka (71.) gelangen dem zweifellos talentierten Brecher spektakuläre Paraden.

Für Babbel, der «ein zerfahrenes Spiel mit den gefährlichsten Aktionen aus Standards» sah, zählte am Ende eines: «Für uns ist es ein überragender Sieg in einer sehr schwierigen Situation.» Die drei Punkte helfen dem FCL ungemein auf dem Weg zum einzig relevanten Saisonziel, dem Ligaerhalt. Aarau unterlag gestern deutlich in Basel, so ist Luzerns Vorsprung auf das Schlusslicht zehn Runden vor Schluss auf doch recht beruhigende sechs Punkte angewachsen.

400 mitgereiste FCL-Fans feierten am Ende Puljic, sie skandierten seinen Namen. Kein Zufall siegte Luzern beim Lieblingsgegner. Es ist der vierte Sieg in Folge beim FCZ, dessen Coach Urs Meier immer mehr in Bedrängnis gerät.