FUSSBALL: Rothenburg kämpft sich über den Abstiegsstrich

Drittligist Rothenburg gelingt gegen Hitzkirch mit dem 2:1-Sieg der Befreiungsschlag. Der neue Trainer Michel Kohler (31) ist erleichtert.

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Michel Kohler ist der neue Trainer des FC Rothenburg. (Bild: Michael Wyss)

Michel Kohler ist der neue Trainer des FC Rothenburg. (Bild: Michael Wyss)

«Was wir benötigen, ist ein Erfolgserlebnis. Das könnte uns beflügeln», glaubte der neue Trainer Michel Kohler (31) vor dem Duell gegen Hitzkirch. Und siehe da, der neue Mann an der Seitenlinie schaffte in seinem zweiten Spiel den ersten Sieg. Kohler, der vor wenigen Tagen auf Kevin Burri (freiwilliger Rücktritt) folgte: «Das war wichtig. Ein Glücksgefühl, das sich meine Spieler verdienten. Das war eine überzeugende Vorstellung», stellte das Rothenburger Eigengewächs fest. Bereits vor einer Woche stand der 31-jährige Familienvater einer Überraschung nahe. Bei seinem Trainereinstand musste Kohler, der auch noch als Sportchef figuriert, bei Emmenbrücke eine 2:3-Niederlage (Siegestreffer in der Nachspielzeit) einstecken. Kohler: «Das war bitter und frustrierend. Ein Punkt wäre verdient gewesen.»

Zurück zum Auftritt gegen die Seetaler. Damit schafften die Kicker von der Chärnsmatt den Sprung über den Strich. Mit zwei Siegen und fünf Niederlagen steht der Liganeuling auf dem zehnten Rang. «Die Qualität ist vorhanden. Wir haben ein junges, aber sehr williges Team mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren. Zudem haben im 25-Mann-Kader 22 Spieler den FC Rothenburg als Stammverein. Ich spüre eine grosse Verbundenheit mit dem Verein. Das könnte sich als Vorteil erweisen, wenn es in den Abstiegskampf gehen sollte.» Mit Pascal Zimmermann (29, Mittelfeld) und Basil Arnold (26, Verteidiger) kehrten zwei Routiniers von Hergiswil (2. Liga inter) zum Stammverein zurück. Präsident Werner Zurkirchen (52) glaubt: «Wir schaffen die Liga­zugehörigkeit. Für unseren Verein mit der tollen Infrastruktur und grossen Nachwuchsabteilung ist es ein Muss, dass wir auf diesem Niveau spielen.» Und Captain und Eigengewächs Yves Haslimann (29, Verteidiger) ist überzeugt: «Unsere Leistungskurve zeigt nach oben. Wir haben in den beiden jüngsten Partien gezeigt, dass wir in dieser Liga bestehen können.»

Hitzkircher Niederlage, die doppelt schmerzt

Kohlers Engagement ist befristet. «Ich habe bis Ende Vorrunde zugesagt. Dann werden wir analysieren und über die Bücher gehen.» Sollte Kohler die Rothenburger in den restlichen Partien aber aus der Abstiegszone führen, müsste er doch bleiben, oder? Er sagt lachend: «Ja, wenn ich den restlichen vier Partien zwölf Punkte hole, können wir uns nochmals darüber unterhalten.» Am Samstag (18.00, Risch) folgt das Gastspiel bei Ebikon. Kohler: «Wir gehen gestärkt ins Rontal. Wir sind Aussenseiter, aber nicht chancenlos.»

Für Hitzkirch, das sich vorne mitspielen sieht, war der Nuller in Rothenburg ein Rückschlag. Der 17-jährige Offensivspieler Albin Balaj, das Hitzkircher Eigengewächs, spricht Klartext: «Es war nicht unsere beste Leistung, die wir zeigten. Wir haben den Sprung ins Mittelfeld verpasst. Mit dem Sieg hätten wir uns auch Luft nach hinten verschaffen können. ­ Eine Niederlage, die doppelt schmerzt.» Hitzkirch belegt den 8. Rang mit neun Zählern. Die Seetaler empfangen am Samstag (18.00, Hegler) Alpnach (6. Rang; 10 Punkte). «Wir müssen eine Reaktion zeigen. Ein Sieg ist Pflicht», gibt sich Balaj kampfbetont.

Michael Wyss

regionalsport@luzernerzeitung.ch