FUSSBALL: Sagt René Weiler Ja zum FCL?

Die Trainersuche beim FCL dauert an. Mit René Weiler (41) ist ein junger, unverbrauchter Trainer die hoffnungsvollste Variante. Wird er am Montag als neuer FCL-­Coach vorgestellt?

Daniel Wyrsch
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René Weiler schweigt zu einem möglichen FCL-Engagement. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

René Weiler schweigt zu einem möglichen FCL-Engagement. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

Bis Ende dieser Woche wollten FCL-Präsident Ruedi Stäger und FCL-Sportchef Alex Frei einen neuen Trainer präsentieren – wollten. Doch daraus ist nichts geworden. U-21-Trainer Gerardo Seoane (35) führt das Fanionteam noch immer interimistisch. Von den Kandidaten in der engsten Auswahl haben Wohlen-Trainer Ciriaco Sforza (44) und Ex-Basel-Trainer Thorsten Fink (46) dem FCL eine Absage erteilt. Nur der vormalige Aarau-Trainer René Weiler (41) hat bis jetzt eisern geschwiegen. Von Anfang an ist er auf der Liste mit drei Trainern gewesen, die Frei heute den Verwaltungsräten als Nachfolger von Carlos Bernegger vorstellen möchte. Die Frage stellt sich: Wird Weiler neuer FCL-Trainer?

Ein taktisch gewiefter Trainer

Weiler wäre eine interessante Lösung. Er ist ein unverbrauchter Trainer, der den FC Aarau 2013 mit grossem Vorsprung zurück in die Super League führte und dort mit schnellem Umschaltfussball von Abwehr auf Angriff sowie taktischem Geschick sofort etablierte. Weiler kann sich artikulieren und hat ein gutes berufliches Beziehungsnetz.

Der Familienvater verliess Aarau im letzten Sommer freiwillig, da er sich im umsatzschwachen Klub vom Brügglifeld nicht mehr weiter entwickeln konnte. Luzern – obwohl gerade in prekärer sportlicher Lage – bietet mit der prächtigen Swissporarena, den hervorragenden Trainingsmöglichkeiten, den begeisterungsfähigen Fans und dem grossen Einzugsgebiet ganz andere Möglichkeiten als Aarau.

Andermatt nur Aussenseiter

Neben Weiler nimmt Martin Andermatt (52) eine Aussenseiterrolle ein. Der Zuger war schon öfter Anwärter auf den Trainerjob in Luzern. Es wäre aber eine grosse Überraschung, wenn es der aktuelle Coach von Zug 94 schaffen würde – obwohl Andermatt einst in der Bundesliga Ulm und Eintracht Frankfurt trainierte.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Frei wie schon bei Bernegger einen Überraschungsmann aus Basel oder mit Basler Vergangenheit aus dem Hut zaubert. Doch Benjamin Huggel ist bereits beim FCL im Nachwuchs tätig, Thomas Häberli und Raphael Wicky werden ihre sicheren Jobs in FCB-U-Teams kaum für eine derart herausfordernde Aufgabe wie beim Tabellenletzten in Luzern aufgeben. Patrick Rahmen wäre noch am ehesten eine Option, obwohl der 45-Jährige erst kürzlich zum Assistenten des neuen HSV-Coaches Joe Zinnbauer ernannt worden ist.

Neuanfang steht bevor

Für Alex Frei dürfte Weiler die bestmögliche Lösung sein. Morgen Montag wollen der Sportchef und Präsident Stäger den neuen FCL-Trainer vorstellen, der die Luzerner auf das Kellerduell gegen Vaduz vom kommenden Sonntag (13.45 Uhr, Swissporarena) vorbereiten soll. Ein hoffnungsvoller Neuanfang könnte auf die turbulente vergangene Woche folgen.

Es ist dem neuen Trainer zu wünschen, dass er beim FCL über die durchschnittliche Halbwertszeit von Trainern von knapp zwei Jahren im Amt bleibt. Der am Montag entlassene Carlos Bernegger hält mit 18 Monaten den Rekord in der Swissporarena.