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FUSSBALL: Sommer: «Alles beginnt wieder bei null»

Im kapitalen EM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien steht heute Yann Sommer im Tor. Der Goalie hat sich in Mönchengladbach weiterentwickelt, obwohl der Höhenflug des Klubs gestoppt ist.
Zeigt sich dieser Tage gut gelaunt und zuversichtlich: Yann Sommer (Zweiter von rechts) geniesst wie hier beim Training in Freienbach die Zeit bei der Nati - fernab seines im Tabellenkeller steckenden Klubs Mönchengladbach. (Bild: Freshfocus/Andy Müller)

Zeigt sich dieser Tage gut gelaunt und zuversichtlich: Yann Sommer (Zweiter von rechts) geniesst wie hier beim Training in Freienbach die Zeit bei der Nati - fernab seines im Tabellenkeller steckenden Klubs Mönchengladbach. (Bild: Freshfocus/Andy Müller)

Christian Brägger, Basel

Seit Vladimir Petkovic der Nati-Trainer ist und Goalie Diego Benaglio nach der WM in Brasilien aus der Nationalmannschaft zurückgetreten ist, hütet Yann Sommer das Tor der Schweiz. Dies wird er auch heute gegen Slowenien (20.45 Uhr/SRF 2) im kapitalen EM-Qualifikationsspiel um den zweiten Gruppenrang tun – er ist gesetzt. So soll es auch kein schlechtes Omen sein, dass er heute ausgerechnet im Basler St.-Jakob-Park sein 13. Länderspiel absolviert. Der 26-jährige Basler hat auf die vergangene Saison hin nach all den Jahren und Erfolgen mit seinem Stammklub, dem FC Basel, den Schritt ins Ausland zu Mönchengladbach gewagt – dem Team des Schweizer Coachs Lucien Favre. Dass ihn der deutsche Sender ARD gleich ins Team der vergangenen Saison gewählt hat, sagt alles über seine Flughöhe in der Bundesliga. Mit Sommer im Tor erzielte Gladbach vergangene Saison Bestwerte. Der Vereinsrekord liegt nun neu bei 18 Pflichtspielen ohne Niederlage, in der Rückrunde kassierte das Team nur zehn Gegentore – ein Bundesliga-Rekord.

Konkurrenzsituation beflügelt ihn

Im Schweizer Nationalteam wäre Sommer – im Gegensatz zum Verein – austauschbarer, zumal mit Roman Bürki (Dortmund) und Marwin Hitz (Augsburg) zwei weitere Könner des Fachs in der Bundesliga Topleistungen liefern. Besonders Bürki hat einen grossen Schub hinter sich nach seinem Wechsel weg von Absteiger Freiburg hin zu Dortmund, das nach drei Runden mit dem Punktemaximum die Tabelle anführt. Sommer sagt dazu: «Ich gönne ihm das.»

Den Gladbachern läuft es hingegen nicht mehr wunschgemäss, mit drei Niederlagen sind sie Tabellenletzte. In Bedrängnis fühlt sich Sommer im Nationalteam nach Bürkis Höhenflug aber nicht. «Wir haben immer Druck untereinander, das ist ganz normal», sagt er, «das Konkurrenzverhalten bringt uns ja auch weiter. Wir sind ein Team und unterstützen uns gegenseitig.» Sommer wird vorderhand also weiterhin das Vertrauen von Petkovic geniessen, ihm ist jedenfalls nichts anderes bekannt. Er erklärt den Einbruch in der Bundesliga mit den Weggängen von Max Kruse und Christoph Kramer: Da sei viel Substanz verloren gegangen. «Und die Gegner wissen nun auch, wie wir spielen. Sie haben sich auf uns eingestellt», verdeutlicht Sommer.

Sommer: Hinspiel war frustrierend

Der Goalie verneint, dass die Erwartungen in Gladbach überhöht sind, seit die Champions League erreicht wurde. «Die vergangene Saison war einfach fantastisch, uns ist fast alles gelungen, wir waren eingespielt», sagt er, «unser Trainer hat sehr hohe Ansprüche an den Fussball, da brauchen auch die Neuzugänge Zeit, bis alles sitzt. Spätestens jetzt haben wir gemerkt, dass alles wieder bei null beginnt.»

Genau dasselbe gilt für die Schweiz auch gegen Slowenien, nach der 0:1-Niederlage in Maribor im Vorjahr, die trotz drückender Überlegenheit und 19 Torchancen überraschend hingenommen werden musste. Das Spiel beginnt heute wieder bei null. «Wir haben damals Fehler gemacht und einfach nicht die wohl vorentscheidende Führung erzielt. Es war frustrierend», sagt Sommer.

Hoher Sieg wäre speziell wertvoll

Seither hat Petkovic die Schweiz aber entwickelt. Und auch in vielen Gesprächen brachte er die Spieler weiter, kommunizierte mit ihnen offen. Der Stamm steht, weshalb das Team gegen Slowenien ähnlich wie in Litauen aussehen wird. Einzig Timm Klose wird für den verletzten Johan Djourou verteidigen, und in der Offensive erhält Admir Mehmedi auf dem linken Flügel das Vertrauen. Sommer erwartet wie im Hinspiel eine Partie auf Biegen und Brechen. Ein Spiel, in dem er aber auch wohl nicht allzu viele Bälle halten muss, zumal die Slowenen auswärts dafür bekannt sind, zuerst auf die Defensive zu achten. «Sie werden auf Konter spielen», ist sich Sommer sicher.

An der Pressekonferenz vor dem Spiel im St.-Jakob-Park zeigte sich Petkovic – wie das ganze Team in all den Tagen – gut gelaunt. Er wollte das Spiel nicht als absoluten Final sehen, auch wenn er sagt: «Wenn wir gewinnen, haben wir zu 80 Prozent Chancen, uns direkt zu qualifizieren.» Nochmals verwies er auf die Niederlage vor elf Monaten, die ihm gezeigt habe, «dass wir auf jedes Detail achten müssen und bis zur letzten Minute grösstmögliche Konzentration brauchen». Und auch er wusste, dass mit einem Sieg von mehr als zwei Toren die Türe sehr weit offen ist – und die sechs Punkte Vorsprung vor Slowenien wären wegen des gewonnenen direkten Vergleichs im Prinzip sieben. Das wäre perfekt.

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