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FUSSBALL: Steht der FC Aarau vor dem Aus?

Am Wochenende findet für lange Zeit das letzte Derby zwischen dem FC Aarau und dem FC Wohlen statt. Im Freiamt ist das Profitum schon beerdigt, auch in Aarau ist das Ende so nah wie nie. Die Führungscrew plant den Rückzug.
Sebastian Wendel und Ruedi Kuhn, Aarau
Aarau's players reacts after losing against Servette, during the Challenge League soccer match of Swiss Championship between Servette FC and FC Aarau, at the Stade de Geneve stadium, in Geneva, Switzerland, Saturday, February 24, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi) (Bild: Salvatore Di Nolfi / Keystone (Genf, 24. Februar 2018))

Aarau's players reacts after losing against Servette, during the Challenge League soccer match of Swiss Championship between Servette FC and FC Aarau, at the Stade de Geneve stadium, in Geneva, Switzerland, Saturday, February 24, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi) (Bild: Salvatore Di Nolfi / Keystone (Genf, 24. Februar 2018))

«In zwei Jahren ist der Profi­fussball im Kanton Aargau tot.» Das SMS von René Meier vor Weihnachten ist die Reaktion auf die Ankündigung der HRS, das neue Stadion in Aarau nur gemeinsam mit vier Hochhäusern zu bauen. Hat der Ehrenpräsident des FC Wohlen Recht? Verschwindet nach den Freiämtern, die im Mai freiwillig absteigen, bald auch der FC Aarau von der Bildfläche?

In 77 Tagen läuft die Bau­bewilligung im Torfeld Süd ab. Bis dahin werden die Abbrucharbeiten auf dem Areal beginnen. Mehr als den Zweck, die Baubewilligung aufrechtzuerhalten, hat dies vorerst nicht. Gemäss ihren Aussagen im Dezember will die Bauherrin HRS Real Estate AG mit dem Hochbau des Stadions erst beginnen, wenn eine rechtskräftige Baubewilligung für vier rundherum geplante Hochhäuser vorliegt. Die Wohntürme mit bis zu 24 Stockwerken sollen die Kosten des Gesamtprojekts von 36 Millionen Franken finanzieren. Im Mai 2017 hatte die HRS erklärt, dass ein Stadion mit Mantelnutzung wirtschaftlich nicht genügt. Dafür hatte bereits ein rechtskräftig bewilligtes Bauvorhaben vorgelegen. Bleibt die HRS bei ihrer jetzigen Haltung, wird wegen der zu erwartenden Einsprachen gegen die Hochhäuser ziemlich sicher nicht bis 2021 mit dem ­Stadionbau begonnen.

Derzeit laufen Verhandlungen zwischen der HRS und der Stadt Aarau. Ziel: die HRS auf anderem Weg dazu bewegen, unabhängig von den Hochhäusern mit dem Stadionbau zu beginnen. Denn wird bis 2021 nicht in die Höhe gebaut, verfällt die Ausnahme­bewilligung für den FC Aarau, im Profifussball mitzuspielen.

Die Ungewissheit und der Zeitdruck haben das Klima aufgeheizt: Anfang dieser Woche hat die Gruppe «meinstadion.ch» um Ex-FCA-Präsident Michael Hunziker Sanktionen von 5 Millionen für die HRS gefordert, falls das Stadion im Torfeld Süd nicht gebaut würde. Der Hintergedanke des Vorpreschens dürfte taktischer Natur sein: Die Bauherrin soll aus dem Schneckenhaus ­kriechen und klarmachen, ob sie a) das Stadion überhaupt bauen will und b) wie viel mehr als die ursprünglichen 36 Millionen Franken sie für den Verkauf des Stadions möchte.

Die Aktion sorgte in den HRS-Büros für rote Köpfe. Aber auch aus neutraler Sicht stellt sich die Frage: Helfen die neusten ­Voten von «meinstadion.ch» dem Projekt wirklich? Schaden sie nicht vielmehr der Stadt in deren Gesprächen mit der HRS? Die HRS wird kaum das Stadion von den Hochhäusern entkoppeln und gleichzeitig in einem allfälligen neuen Vertrag mit der Stadt eine Konventionalstrafe akzeptieren.

Sanierung im Brügglifeld würde Millionen kosten

Die Welt kann Ende März, wenn die Stadt über die Verhandlungen informieren will, anders aus­sehen – aber Stand jetzt gilt zusammengefasst: Eine zeitnahe Realisierung des Stadions im Torfeld Süd ist unrealistisch. Was heisst: Ein Bauunternehmen beerdigt den Profifussball im Aargau. Ausser es gehen neue Türen auf. Es sind zwar nur Gedankenspiele, aber wegen der schwindenden Hoffnung im Torfeld Süd existieren sie: In FCA-Kreisen wird darüber gesprochen, das neue ­Stadion auf dem Areal Obermatte in Buchs zu bauen. Realistisch? Sicher nicht bis 2021.

Eine andere Möglichkeit wäre die Brügglifeld-Sanierung. Diese ist alternativlos, wenn der FC Aarau nach der Beerdigung des Torfels-Süd-Projekts nicht in den Amateur-Fussball absteigen, sondern auch nach 2021 in der Challenge League spielen will. Der 94-jährige Altbau müsste für über 3 Millionen Franken saniert werden – nur für die Challenge League. Denn Super-League-Fussball im Brügglifeld ist ab 2021 nicht mehr möglich.

Sebastian Wendel und Ruedi Kuhn, Aarau

sport@luzernerzeitung.ch

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