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FUSSBALL: Sursee hofft und bangt mit seinem Topskorer

Die Hoffnung auf den Ligaerhalt beim FC Sursee trägt einen Namen: Elvis Bratanovic. Ob der Topskorer allerdings noch länger auf der Schlottermilch kickt, ist fraglich.
Auch beim 2:0 gegen Langenthal zweifacher Torschütze: der Surseer Elvis Bratanovic (rechts). (Bild: Pius Amrein (Sursee, 21. Oktober 2017))

Auch beim 2:0 gegen Langenthal zweifacher Torschütze: der Surseer Elvis Bratanovic (rechts). (Bild: Pius Amrein (Sursee, 21. Oktober 2017))

Auf einen Stürmer von diesem Kaliber haben sie in Sursee lange gewartet. Elvis Bratanovic hat in elf Partien für den FC Sursee zwölf Tore erzielt – davon eines im Cup gegen Höngg. Im ersten Saisonspiel gegen Delémont war Bratanovic noch nicht spielberechtigt. Seit dem Abgang von Severin Dätwyler zum SC Cham im Sommer 2015 verfügte der FC Sursee nicht mehr über einen derart treffsicheren Stürmer – und steckt trotz der Tore von Brata­novic vor dem Derby gegen den FC Schötz im Abstiegsstrudel.

Für den FC Sursee ist Brata­novic ein Glücksfall. Dass er überhaupt auf der Schlottermilch spielt, ist eine Geschichte, bei der Meister Zufall einen gehörigen Anteil am Drehbuch mitgeschrieben hat. Der 25-jährige Slowene kam in diesem Sommer in die Schweiz und in die Region Sursee, weil sein Bruder Zlatan hier im Sanitärbereich arbeitet und beim BSV Rotweiss Sursee seit zwei Jahren als Handballgoalie spielt. Der Weg in die Schweiz war für Fussballer Elvis so nicht vorgezeichnet.

Profi in Tschechien und Polen

Elvis Bratanovic erlernte das Fussballspiel in Slowenien, wo er alle Juniorennationalteams durchlief und zum Profi reifte. Mit 22 Jahren wagte er den Sprung ins Ausland, spielte zwei Jahre für den tschechischen Erstligisten Teplice, danach ein halbes Jahr in Polen. Trotz Probetrainings hat er in der Schweiz keinen Vertrag in einer höheren Liga erhalten. So heuerte er in Sursee an. «Elvis ist schon ein speziell guter Stürmer, der aus wenigen Möglichkeiten viel kreiert», sagt sein Trainer André Grüter. Nicht nur seine Torgefahr ist mittlerweile auf den Erstligaplätzen bekannt, sondern auch sein körperbetontes Spiel. Elvis Bratanovic weiss seinen Körper geschickt zwischen den Gegner und den Ball zu stellen. In der Defensivarbeit fällt Bratanovic hingegen nicht allzu sehr auf – ein Faktum, das auch André Grüter bekannt ist, das er aber verschmerzen kann, solange der bullige Stürmer seine Tore schiesst.

Die Kommunikation des Trainerstabs mit dem Stürmer geschieht in Englisch, mit Händen und Füssen – und mit Mitspieler Lazar Lukic als Übersetzer. «Mit Lazar kann ich alles besprechen. Er übersetzt mir auch während des Spiels und gibt mir die Anweisungen des Trainers weiter», sagt Bratanovic, dem vor allem die gute Spielorganisation in den Schweizer Fussballligen, selbst im Amateurbereich, imponiert. Die 1. Liga verfüge über eine gute Qualität, «ähnlich wie in Slowenien in der zweithöchsten Spielklasse». Deshalb sei es für ihn auch nicht einfach, in jedem Spiel zu treffen. Aber, so Bratanovic: «Ich gebe alles, weil es für den FC Sursee wichtig ist, dass er in dieser Liga bleibt.»

Tätowierter Knutschfleck

Wie lange Elvis Bratanovic aber noch in Sursee bleibt, ist offen. Der Liebhaber von ausgefallenen Tattoos – an seinem Hals prangt beispielsweise ein Kussmund – möchte weiterhin als Profi vom Fussball leben. Das ist von den finanziellen Ressourcen in Sursee nicht möglich. «Fussball ist mein Leben, ich gebe alles für diesen Sport», sagt der Slowene und deutet damit an, dass er die erstbeste Gelegenheit nutzen würde, in einer höheren Liga zu spielen. Das bleibt auch dem Surseer Sportchef Erich Möstl nicht verborgen. «Bratanovic hat das Potenzial, in einer höheren Liga zu spielen. Und wir wissen auch um seine Ambitionen», sagt Möstl. Man würde ihm deshalb auch keine Steine in den Weg legen, sollte ein Challenge-League-Club anklopfen. Konkrete Angebote liegen dem FC Sursee aber nicht vor, sodass der bis Ende November befristete Vertrag durchaus verlängert werden könnte. Die ersten Gespräche wurden bereits geführt. «Die Chancen, dass Bratanovic auch im Frühling bei uns spielt, beziffere ich auf 50:50», so Möstl, der den Slowenen als «umgänglichen, angenehmen Typ» beschreibt.

Egal, ob Elvis Bratanovic seinen Vertrag beim FC Sursee verlängert oder nicht – Arbeit wird auf Erich Möstl und die Surseer Sportkommission so oder so zukommen. Die Tabellensituation verlange in der Winterpause eine umfassende Analyse über die Kaderzusammensetzung und mögliche Korrekturen, kündigt Möstl an. Ein Sieg im Derby gegen den FC Schötz und die Tore von Bra­tanovic würden dem Team von André Grüter für diese Analyse mit Bestimmtheit bessere Argumente liefern. (cb)

Hinweis

1. Liga, Gruppe 2. Samstag. 16.30: Sursee – Schötz.

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