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Trotz Rückkehrer Müller – bittere 0:1-Heimniederlage für den FCL

Auch Rückkehrer Marius Müller kann die Niederlage gegen den FC Sion nicht abwenden. Trotz einer bemühten Leistung verlieren die Luzerner gegen ein defensives Sion mit 0:1.

Silvio Frei
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Die FCL-Startaufstellung

Marius Müller kehrt nach längerer Verletzung in die Startaufstellung zurück. Auch Pascal Schürpf spielt heute von Beginn an.

Die Tore

71. Minute: Aus spitzem Winkel kommt Itaintinga zum Abschluss und vermag den Ball im weiten Eck zu versenken. Die FCL-Abwehr sieht dabei nicht gut aus. Bitter für die Luzerner: Bei der nächsten Spielunterbrechung wäre Itaintinga bereits ausgewechselt gewesen.

Itaitinga jubelt nach dem Tor zum 0:1

Itaitinga jubelt nach dem Tor zum 0:1

Bild: Martin Meienberger / freshfocus

Matchbericht

Nach längerer Verletzung ist heute Marius Müller zurück im Tor. Dies erstaunt ein bisschen, lieferte Vaso Vasic in den letzten Spielen doch jeweils eine super Leistung. Ebenfalls von Anfang an spielt heute Pascal Schürpf. Damit sind zwei absolute Leader wieder zurück in der Startaufstellung der Leuchtenstädter.

Der FCL startet furios in das Spiel. Nach rund einer Minute gibt es bereits den ersten Corner für die Luzerner, Marco Burch scheitert jedoch an Torhüter Kevin Fickentscher. Auch in der Folge drücken die Luzerner weiter auf das Gas, von den Wallisern ist nach 10 Minuten offensiv noch nicht viel zu sehen. Nach 12 Minuten taucht der FC Sion zum ersten Mal vor dem Tor der Luzerner auf, Itaitinga scheitert jedoch am stark agierenden Müller. Nur zwei Minuten später kommen die Walliser dann zu einem Freistoss aus rund 20 Metern, die Defensive der Innerschweiz steht aber stabil und klärt den Ball souverän. Beim FCS spielt der in die Startaufstellung zurückgekehrte Brasilianer Adryan stark auf. Nach 20 gespielten Minuten ist die Partie ausgeglichener als zu Beginn.

In den folgenden acht Minuten lässt Luzern Sion das Spiel machen und man begrenzt sich auf solide Defensivarbeit. Nach 28 Minuten ist der Luzerner Anhang bereits am Jubeln, der Treffer von Marvin Schulz wird jedoch wegen einem Abseits von Schürpf aberkannt. In der Folge plätschert das Spiel ein bisschen vor sich hin und beide Mannschaften bringen nichts Zählbares zustande. Nach der 36. Minuten kommt es beim FCL dann bereits zum ersten Wechsel: Ex-Bayern-Profi Holger Badstuber muss das Feld verlassen, für ihn kommt Simon Grether. Für Schulz bedeutet dies, dass er von nun als Innenverteidiger spielt. Grether nimmt dafür die Position als rechter Aussenverteidiger ein. Die Luzerner agieren nun primär via schnelle Konter, können Fickentscher und die Walliser Verteidigung bisher aber noch nicht bezwingen. Zumindest bei den Eckbällen haben die Gastgeber ganz klar die Nase vorn, konnten die Standardsituation jedoch noch nicht in einen Treffer umwandeln.

Neutralisieren sich in der ersten Hälfte meist im Mittelfeld: Anto Grgic (Sion) und Christian Gentner (Luzern)

Neutralisieren sich in der ersten Hälfte meist im Mittelfeld: Anto Grgic (Sion) und Christian Gentner (Luzern)

Bild: Martin Meienberger / freshfocus

Auch in der zweiten Halbzeit spielt Sion stark in der Defensive. An Birama Ndiaye und Co. kommen die Luzerner kaum vorbei. Standardsituationen bleiben weiterhin das Mittel der Wahl bei den Leuchtenstädter: In der 47. Minute kommt Schulz zu einem gefährlichen Abschluss nach einem Corner von Ugrinic, der Ball segelt jedoch hauchdünn über die Latte. Im Gegenzug taucht Adryan vor Müller auf, dessen wuchtigen Schuss kann Müller gerade noch blocken und um den Pfosten lenken – eine sehr starke Aktion des Deutschen. Es läuft bereits die 59. Minute als es beim FCL zum Doppelwechsel kommt: Christian Gentner und Jordy Wehrmann verlassen den Platz, für sie kommen Edeljoker Varol Tasar und Lorik Emini. Schürpf übernimmt die Captainbinde von Gentner.

Kaum im Spiel kann sich Varol Tasar bereits in Szene setzen. Zweimal kommt er vor Fickentscher zum Abschluss, dieser pariert aber mirakulös und die Luzerner müssen sich mit einer Ecke begnügen. Nach 70 Minuten ist Luzern zwar die aktivere Mannschaft, aber es ist der FC Sion, der zum ersten Tor durch Itaintinga kommt. Aus spitzem Winkel trifft dieser das Tor, die Abwehr sieht dabei nicht gut aus. In der 73. Minute überschlagen sich die Ereignisse: Schiedsrichter Bieri zeigt nach einem Foul an Ndiaye zuerst auf den Elfmeterpunkt, der VAR greift jedoch ein und aberkannt den Penalty – es gab zwar Kontakt, diesem ging jedoch ein Abseits voraus. Somit eine korrekte Entscheidung des VARs.

Es läuft nun bereits die letzte Viertelstunde. Kann der FCL nochmals ausgleichen? Bemüht sind die Luzerner auf jeden Fall. Trainer Celestini reagiert entsprechend und wechselt Yvan Alounga für Sidler ein. In der 82. Minute holt sich dann Ndiaye noch eine gelbe Karte bei Bieri ab. Es läuft bereits die 89. Minute als die Luzerner ihre elfte Ecke treten, aber auch diese bringt nicht den erhofften Ausgleich. Das Spiel der Luzerner zu diesem Zeitpunkt wird ideenlos und die Hoffnungen schwinden. Ein Negativzeichen setzt noch Varol Tasar: In der 91. und 93. holt er sich je eine gelbe Karte ab und fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. Der FCL war heute Abend keinesfalls die schlechtere Mannschaft, Sion war einfach effizienter - diese Niederlage tut weh.

Die Luzerner müssen geschlagen vom Platz.

Die Luzerner müssen geschlagen vom Platz.

Bild: Martin Meienberger / freshfocus

Das sagt Fabio Celestini nach dem Spiel

FCL-Trainer Celestini hadert eindeutig mit der Niederlage heute:

«Wir haben das Spiel gut begonnen und hatten ein gutes Gefühl. Aber wenn man vorne die Tore nicht macht, dann bekommt man sie hinten.»
«Uns fehlt es an Konstanz: Wir spielen teilweise sehr gut und machen dann plötzlich eine Reihe von doofen Fehlern.»

FCL-Reaktionen

Christian Gentner nach dem Spiel:

Dejan Sorgic nach dem Spiel:

FCL-Noten

Telegramm

Luzern – Sion 0:1 (0:0)
Swisspor-Arena. – 8241 Zuschauer. – SR Bieri.
Tor: 71. Itaitinga (Stojilkovic) 0:1.
Luzern: Müller; Schulz, Burch, Badstuber (37. Grether), Sidler (79. Alounga); Ndiaye, Gentner (60. Tasar), Wehrmann (60. Emini), Ugrinic; Sorgic, Schürpf.
Sion: Fickentscher; Wesley, Saintini, Ndoye, Cipriano; Costa, Zuffi, Grgic; Itaitinga (73 Bamert), Stojilkovic, Adryan (65. Karlen).
Bemerkungen: Luzern ohne Campo, Frydek, Alabi und Farkas (alle verletzt). Sion ohne Schmied, Andersson, Araz, Iapichino, Hoarau (alle verletzt). – Gelb-rote Karte: 94. Tasar (Reklamieren. – Verwarnungen: 18. Wehrmann, 82. Ndiaye, 85. Costa, 91. Tasar (alle Fouls). 28. Schürpf im Abseits vor Flanke auf Schulz, dessen Tor aberkannt wird. 73. Penalty aberkannt, weil Ndiaye zuvor im Abseits.

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Resultate und Tabelle

Ausblick

Nach diesem Wochenende folgt nun eine Nationalmannschaftspause. Der FC Luzern trifft im nächsten Super-League-Spiel am Sonntag, 21. November, auswärts auf den FC Lugano. Das letzte Spiel im Cornaredo fand am 13. April 2021 statt: Damals bezwang man Lugano dank Toren von Schürpf und Ndiaye mit 2:1 im Cup-Viertelfinal.

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