FUSSBALL: Urs Meiers Angst um die Trophäe

Der FC Zürich tritt heute (19.30) in Zug gegen den SC Cham im Achtelfinal des Cups an. FCZ-Trainer Urs Meier (53) ist im Stadion Hertiallmend ein alter Bekannter.

Interview Daniel Wyrsch
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Triumphiert: FCZ-Trainer Urs Meier nach dem Sieg am 2. April 2014 im Cupfinal gegen den FC Basel. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Triumphiert: FCZ-Trainer Urs Meier nach dem Sieg am 2. April 2014 im Cupfinal gegen den FC Basel. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Urs Meier, haben Sie sich erholt und die unglückliche späte 1:2-Niederlage im Spitzenkampf vom Sonntag gegen den FC Basel bereits verarbeitet?

Urs Meier: Im Moment war das schon ein Schlag gewesen. Wir haben viel Aufwand betrieben und sind schlecht belohnt worden. Das haben wir nicht verdient, sogar Leute des Gegners FCB attestierten uns, dass wir die Niederlage nicht verdient hätten. Trotzdem gehen wir zuversichtlich an unsere nächsten Aufgaben heran. Bis jetzt haben wir nach Niederlagen immer gut reagiert.

Am Mittwoch spielen Sie in Zug um den Einzug in den Cup-Viertelfinal. Spürt Ihre Mannschaft drei Tage nach dem Spitzenkampf den Kraftaufwand der letzten Wochen?

Meier: Sicher, aber es ist unser Ziel gewesen, in der Meisterschaft, im Cup und in der Europa League zu spielen. Jetzt, wo wir immer noch in allen drei Wettbewerben dabei sind, beklagen wir uns nicht darüber.

Spielt der FCZ gegen Cham in Bestbesetzung, oder schonen Sie den einen oder anderen Ihrer Filigrantechniker Chikhaoui, Chiumiento oder Schönbächler?

Meier: Wir haben wegen unseres Pensums angeschlagene Spieler, die müssen wir ersetzen. Sicher nicht dabei ist der verletzte Berat Djimsiti, wer sonst pausiert, entscheiden wir am Matchtag. Da wir über ein breites Kader verfügen, werden einige Junge zum Einsatz kommen. Es sind gute Nachwuchsspieler, die in der Lage sind, sich mit ihren Qualitäten gegen den SC Cham durchzusetzen. Schon gegen Basel spielten wir am Schluss mit vielen Jungen. Allerdings gäbe es, im Unterschied zur Liga, im Cup keine Möglichkeit mehr zur Korrektur. Wir unternehmen alles, um den Cuptitel zu verteidigen.

Die Chamer dürfen sich also wenig Hoffnung machen, dass sich der FC Zürich wie vor zwei Monaten YB gegen den SC Buochs eine Riesenblamage leistet.

Meier: Im Vergleich dazu erwähne ich, dass ich eine 100-prozentige Seriosität und Einstellung verlange. Wir werden Vollgas geben, es wird ein schwieriger Match, weil es für die Chamer der Match des Jahres ist, wie sie auf ihrer Homepage richtigerweise schreiben. Sie haben den Vorteil des kleinen Stadions, wir haben den Druck, können die Cuptro­phäe verlieren.

Seit zwei Jahren sind Sie FCZ-Cheftrainer. Sie haben den Ruf, sich gegen Unterklassige ebenso seriös vorzubereiten wie gegen Ligakonkurrenten oder Gegner aus der Europa League. Wie oft sahen Sie Cham spielen?

Meier: Ich habe zwei Spiele gesehen, wir sind bestens vorbereitet, wissen um die Qualitäten eines Gegners, der Ambitionen auf die Promotion League hat.

Kennen Sie einige Cham-Spieler, oder sind Ihnen deren Namen bekannt?

Meier: Ich kenne mehrere Leute von Cham: Stojanov, Herger, Merenda, Bader und Goalie Merlo, der bei GC war, und den Linksaussen Balaj.

Im Stadion Hertiallmend in Zug, wo Cham Ihre Mannschaft empfängt, haben Sie in den 80er-Jahren für den damaligen SC Zug gespielt. Was sind Ihre prägendsten Erinnerungen an diese Zeit?

Meier: Sicher ist schade gewesen, dass wir mit dem SC Zug nur ein Jahr in der obersten Liga blieben. Wir waren unglaublich euphorisch in die Saison gestartet. Damals gab es für einen Sieg nur zwei statt wie heute drei Punkte. Nach fünf Spielen waren wir mit sieben Punkten auf Platz 3. Da nahmen sie uns am grünen Tisch fünf Punkte weg, weil Killmaier nicht qualifiziert gewesen war. Erstaunlich war, dass dies erst nach fünf Runden bemerkt wurde. Irgendwie hat es nicht gepasst mit einem Sportclub Zug, der in der NLA vorne mitmischt. Es war ein sehr harter Schlag, plötzlich standen wir auf dem letzten Platz und waren total destabilisiert.

Dabei wurde es in der Folge für den SC Zug noch schlimmer.

Meier: Ja, es kamen erhebliche finanzielle Probleme dazu. Unser Präsident hatte nach dem Börsencrash Suizid begangen. Die Umstände waren schliesslich so komplett gegen die Mannschaft, da halfen alle fussballerischen Qualitäten nichts mehr. Trotz dieser traurigen Erinnerungen kehre ich mit Freude in die Hertiallmend zurück.

Schweizer Cup, Achtelfinals

Heute, 19.30 Uhr (in Zug, Hertiallmend): Cham (1. Liga) - FC Zürich.

Bereits gespielt: Luzern - Aarau 1:2. Lugano - Grasshoppers 0:1 n. V. Wohlen - Basel 1:3. St. Gallen - Thun 2:1 n. V. Köniz (Promotion League) - Sion 0:3. Buochs (2. Liga inter) - Schötz (1. Liga) 2:0. Münsingen (1.) - Wil 3:2.

Auslosung Viertelfinals

Die Auslosung der Viertelfinals (4. März 2015) findet am Sonntag, 7. Dezember, während der Sendung «Sportpanorama» (18.15 Uhr) auf SRF 1 statt.