FUSSBALL: Van Ecks Idee für die FCL-Junioren

René van Eck (49) geniesst in Luzern Kultstatus, seit er den FCL zurück in die Super League geführt hat. Jetzt würde er gerne als Nachwuchschef zurückkommen.

Daniel Wyrsch
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Zeigt momentan noch seinem Klub FC Den Bosch in der zweithöchsten holländischen Liga, wo es langgeht – und möchte das bald auch bei den FCL-Junioren tun: René van Eck. (Bild: Imago)

Zeigt momentan noch seinem Klub FC Den Bosch in der zweithöchsten holländischen Liga, wo es langgeht – und möchte das bald auch bei den FCL-Junioren tun: René van Eck. (Bild: Imago)

Daniel Wyrsch

In Luzern gibt es nicht viele Spieler und Trainer, die derart in Erinnerung geblieben sind wie René van Eck. Der eisenharte Vorstopper spielte achteinhalb Jahre für den FCL. Drei Jahre war er Cheftrainer – bis zum Aufstieg in die Super League 2006. Um die Erfahrenen Jean-Michel Tchouga und Ivan Dal Santo herum hatte er eine Mannschaft mit den einheimischen Talenten David Zibung, Christophe Lambert, David Andreoli, Raffaele Izzo, Michael Diethelm und Marco Sucic aufgebaut.

Jetzt tut dem 49-jährigen Holländer das Herz weh, wenn er sieht, was mit dem Verein passiert, «bei dem ich die beste Zeit meiner Karriere erlebt habe». Van Eck: «Bei den hervorragenden Bedingungen müsste der FCL mehr rausholen.» Er denkt dabei nicht in erster Linie an die erste Mannschaft, die in der Super League gegen den Abstieg kämpft. Van Eck hat den Bericht in der gestrigen Ausgabe unserer Zeitung gesehen, in dem statistisch aufgezeigt ist, dass Luzerns Nachwuchsspieler kaum eine Chance haben, den Durchbruch zu schaffen. «Das stimmt mich nachdenklich. Ich finde, den meisten Talenten muss man in der heutigen Zeit aufzeigen, dass sie viel härter an sich arbeiten müssen, wenn sie im Profifussball etwas erreichen wollen.»

Holländisches Modell für FCL

Van Eck ist seit Anfang Februar Cheftrainer beim FC Den Bosch in der zweithöchsten holländischen Liga. Die Verantwortlichen sind mit seiner Arbeit zufrieden, er hat den Klub aus der Abstiegszone geführt. Im Sommer kann er bleiben, wenn er möchte. Van Eck würde aber gerne etwas anderes machen. «Ich habe gesehen, dass in Luzern der Job des Nachwuchschefs frei wird», sagt er, «ich würde gerne zurückkommen.» Auch wegen seiner drei Kinder, die in Luzern leben. Van Eck ist überzeugt, dem FCL weiterhelfen zu können. «Ich kann meine Erfahrungen aus dem Ausland einbringen», sagt er, «in Holland zählt der schöne Fussball, in Deutschland zuerst das Resultat. Mir ist es möglich, diese beiden Philosophien miteinander zu kombinieren.»

Van Eck könnte es sich gut vorstellen, unter FCL-Sportchef Rolf Fringer (58) zu arbeiten. «Ich kenne ihn lediglich von den früheren Spielen her als gegnerischen Trainer», sagt Van Eck, «er ist immer positiv gestimmt. Auch jetzt hat er in Luzern seine Kommunikationsstärke bewiesen und Ruhe in den Klub gebracht.» Eine Zusammenarbeit der beiden erfolgreichsten FCL-Trainer der letzten zehn Jahre wäre natürlich etwas ganz Besonderes.

Van Eck geniesst bei vielen FCL-Fans Kultstatus. Er steht für bedingungslose Einsatzbereitschaft als Abwehrspieler und eine direkte, unkonventionelle und mitreissende Art als Trainer. Über die Arbeit des aktuellen Luzern-Coaches, Markus Babbel (42), meint van Eck: «Der Cheftrainer macht es gut, die Mannschaft hat sechs Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Da ist keine Unruhe von aussen gerechtfertigt!» Es sei normal, dass man mit einem Team nach so einem Saisonbeginn nicht durchmarschieren könne. «Markus Babbel hat aber kontinuierlich etwas aufgebaut», sagt van Eck, «das finde ich als Aussenstehender.»

Van Eck sieht in Luzern Handlungsbedarf bei den Junioren. «Wenn ich sehe, wie in Holland bei den Topklubs Feyenoord Rotterdam und Ajax Amsterdam ehemalige Profis zurückgekehrt sind und erfolgreich mitarbeiten, dann wäre dieses Modell sicher auch beim FCL erfolgreich adaptierbar», meint er. Es gehe ihm nicht um seine Person, sondern um das Wohlergehen des Vereins. «Luzern hätte mit dem früheren Torschützenkönig Petar Aleksandrov einen guten Mann, der jetzt Stürmertrainer beim FC St. Gallen ist. Oder Jean-Michel Tchouga könnte man zurückholen, um den Stürmern zu helfen. Stephan Lehmann stünde als Goalietrainer bereit», verdeutlicht van Eck, «Heinz Moser und Stefan Marini sind inzwischen Trainer von Nachwuchs-Nationalteams.»

Zoff um lange Haare ist vergessen

Es habe also genug fähige und qualifizierte ehemalige Profis, die den Klub weiterbringen könnten. «Meiner Meinung nach ist es ganz wichtig, dass man erfahrene Leute verpflichtet, die wissen, wie der FCL tickt, und die sich mit ihm identifizieren», sagt van Eck, «das wäre auch ein Aufbruchsignal für die Fans.»

Wenn van Eck sagt, er wisse, was die Zuschauer in Luzern sehen wollen, dann nimmt man ihm dies ab. «Ich verlange von meinen Spielern, dass sie immer alles geben. Die Einstellung ist entscheidend, dann verzeihen die Fans auch mal eine Niederlage», erklärt er.

Übrigens: Das Theater mit Hauptaktionär Bernhard Alpstaeg vor zwei Jahren um die langen Haare des Holländers hat van Eck vergessen: «Mir geht es um den FCL – Herrn Alpstaeg wohl auch.»