FUSSBALL: Weitere Baustellen für den SCK

Dem SC Kriens läuft es sportlich rund. Der Blick auf die Spielertrikots verrät aber: Es fehlt ein Hauptsponsor. Die Suche gestaltet sich schwierig.

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Hat noch Platz für einen Grosssponsor: das Trikot des Krienser Stürmers Omar Thali (vorne, im Spiel vom 22. August gegen Vincent Leuthard von den Old Boys Basel). (Bild Manuela Jans-Koch)

Hat noch Platz für einen Grosssponsor: das Trikot des Krienser Stürmers Omar Thali (vorne, im Spiel vom 22. August gegen Vincent Leuthard von den Old Boys Basel). (Bild Manuela Jans-Koch)

René Barmettler

Beim SC Kriens spielt eine erste Mannschaft, der es zuzuschauen zurzeit grosse Freude macht. Spielerisch weiss sie zu überzeugen und knöpft als Aufsteiger in der dritthöchsten Spielklasse ihren Gegnern viele Punkte ab. Da ist ein Team am Werk, dem durchaus in naher Zukunft der Aufstieg in die Challenge League zugetraut werden kann. Auch auf geschäftlicher Ebene hat der Klub wieder mehr Luft: Die Schuldenlast von einst rund 1,2 Millionen (2013) Franken konnte bis auf einen Rest von 170 000 Franken getilgt werden (Stand September 2015). Die finanzielle Baustelle kann deshalb noch nicht geschlossen werden. Im Gegenteil, es tat sich in diesem Bereich eine neue auf. Auf der Einnahmenseite gibt es ein Problem. Der SCK ist seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem Generalsponsor. «Pilatus Markt» ist zwar weiterhin präsent, will sich aber auf die Unterstützung des Breitensports konzentrieren. Deshalb fehlt auf den Trikots des Fanionteams seit diesem Sommer die sonst gewohnt grosse Werbeaufschrift. Wer sich also auf Sponsorensuche begibt, sollte folgendes beherzigen:

  • Eine frühzeitige Einreichung der Sponsoringanfrage, damit das Sponsorship noch bei der Budgetplanung berücksichtigt werden kann.
  • Die Festlegung des Sponsoringbudgets erfolgt in vielen Unternehmen häufig bereits im Herbst des Vorjahres.

SCK-Präsident Werner Baumgartner gibt sich selbstkritisch: «Leider haben wir diesen Termin verpasst.» Die Vergangenheitsbewältigung und das Stadionprojekt haben die Kräfte beim SC Kriens in den letzten beiden Jahren stark gebunden. Ausserdem wurden vor der Amtszeit Baumgartners nicht nur Rechnungen nicht beglichen, sondern man leistete sich einen unsorgsamen Umgang mit den Unterstützern. So geschah unter anderem, dass sich der Handballclub Kriens-Luzern einen dieser Sponsoren wegschnappen konnte. Es hat zwar nichts mit diesem Fall zu tun, dennoch ist es so etwas wie Ironie des Schicksals: Baumgartner wirkte bis vor kurzem als «Geschäftsführer Entwicklung» bei einem Sarner Bauunternehmen. Diese Firma engagiert sich aber nicht etwa beim SCK, sondern ist auf der Homepage des HC Kriens-Luzern als «Gold Partner» aufgeführt. Nun will auch der SCK diesbezüglich nachlegen, ein Generalsponsor ist dennoch nicht in Sichtweite. Baumgartner formuliert es vorsichtig: «Wir können es in diesem Jahr noch schaffen, stehen aber nicht unmittelbar vor einem Abschluss.»

Im Frühjahr klärt sich Stadionfrage

Was kann der SCK einem Grosssponsor bieten? Baumgartner: «Er hat einen Auftritt auf unserer Webseite, im Stadion und auf den Trikots bis auf Stufe der Spitzennachwuchsteams.» Der SCK-Präsident streicht einen wichtigen Nebeneffekt hervor: «Ein Sponsor wird mit etwas Positivem verbunden.» Dieser Effekt vergrössert sich, je mehr Erfolg sich beim Verein einstellt. Die Aussicht, dass die Krienser zeitnah ein neues Stadion erhalten könnten, dürfte ein zusätzliches Argument bei der Suche sein. «Ich glaube fest daran, dass der Einwohnerrat das Stadionprojekt im Frühjahr 2016 gutheissen wird. Das wäre ein weiterer Teil schöner Geschichte für den SCK: Dadurch werden wir attraktiver und spannender.»

Apropos Stadionneubau: Gegen diese Baustelle hat beim SC Kriens wohl niemand etwas einzuwenden. Einiges an Wohlwollen spürt Baumgartner bereits jetzt: «Viele, die uns nach der grossen Krise den Rücken zugewendet haben, kehren wieder zurück. Unsere seriöse Arbeit und das Auftreten gegen aussen wird irgendwann zusätzlich belohnt werden», ist sich Baumgartner sicher. In Zukunft will der inzwischen selbstständige Bauunternehmer selbstredend nur noch von denjenigen Baustellen etwas wissen, die nichts mehr mit der Vereinsvergangenheit zu tun haben.