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FUSSBALL: Weshalb die Nations League eine Chance verdient hat

Mit Nationaltrainer Vladimir Petkovic hat Marco von Ah (55) gestern an der Auslosung für die Nations League in Lausanne teilgenommen. Der Medienchef des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) verspricht sich sportlich vom neuen Format einiges.
Daniel Wyrsch

Interview: Daniel Wyrsch

Marco von Ah, bald finden im europäischen Fussball keine Testspiele mehr für Nationalmannschaften statt. Wie finden Sie das?

Das stimmt nicht ganz. Für die Gruppenspiele der Nations League werden vier von sechs Spieltagen reserviert sein. Zwei Daten sind frei für Testspiele. Wir werden versuchen, mit jenen Nationen Partien zu vereinbaren, die gleichzeitig mit uns spielfrei sind in der Nations League. Der Spielplan der Nationalteams wird deshalb ab dem Herbst noch klarer strukturiert sein als bisher. Zudem bekommen wir es in der Nations League mit Gegnern zu tun, die mit uns auf Augenhöhe sind.

Die Nations League beginnt nach der WM in Russland. Wie gross ist der Anreiz für das Schweizer Nationalteam und Coach Vladimir Petkovic, daran teilzunehmen?

Der Anreiz ist gross, sehr gross sogar. Vladimir Petkovic sucht immer die ­bestmöglichen Wege zur sportlichen ­Entwicklung seines Teams. Und da verspricht er sich einiges mit eben diesen Spielen gegen plus/minus gleich starke Gegner. Für ihn ist der sportliche Aspekt immer der wichtigste. Das hat sich jetzt auch wieder im Vorfeld der WM in Russland gezeigt: Unserer Hotelwahl hat er noch nicht zu viel Beachtung geschenkt, den Rasen und die Infrastruktur im Torpedo-Stadion, wo wir trainieren, hat er längst genau unter die Lupe genommen.

Freuen Sie sich auf die vier Spiele gegen Belgien und Island?

Belgien und Island gehören nicht zu den Grossen wie Deutschland oder Spanien. Aber mir gefällt, dass Petkovic gleich ­öffentlich sagte, die Schweiz wolle die Gruppe gewinnen, doch ist es möglich, dass wir selbst mit ansprechenden Leistungen dieses Ziel verpassen werden.

Wie verändert sich mit der Nations League die Situation für junge ­Spieler, die auf dem Sprung in die A-Nationalmannschaft sind?

Fakt ist, dass wir weniger Testspiele ­haben. Talente setzt ein Coach wohl häufiger in einem vergleichsweise bedeutungsarmen Testspiel ein. Ich kann mir vorstellen, dass man in der Nations League auf Experimente verzichtet. Bei uns habe ich allerdings ein gutes Gefühl: Petkovic hat immer wieder jungen Talenten, die in den Klubs auf sich aufmerksam gemacht hatten, ihre Chancen gegeben und sie sukzessive ins A-Team integriert. Akanji zum Beispiel schaffte diesen Sprung gleich in sehr entscheidenden WM-Qualifikationsspielen.

Die EM-Qualifikation fängt erstmals nicht im Herbst nach der WM statt, sondern erst im März 2019. Hält sich die Mehrbelastung der Spieler durch die Nations League im Rahmen?

Das ist so, die Profis werden gleichwohl etwas mehr in Anspruch genommen, aber wir werden das weiterhin mit Vernunft und Augenmass tun. Vladimir Petkovic ist wie Vorgänger Ottmar Hitzfeld lange Klubtrainer gewesen, er wird die Spieler nicht unnötig belasten.

Die Klubs sind nicht begeistert über die vielen Nationalteam-Termine.

Petkovic ist immer im Dialog mit den Klubs, er hat viel investiert. Er besuchte die Trainer, Sportchefs und Präsidenten unserer Nationalspieler in der Bundes­liga, Serie A und Premier League. Ist ein Spieler verletzt, werden die Ärztedossiers ausgetauscht und besprochen.

Was halten Sie vom Modus? Fussballzwerge wie Andorra, San Marino oder Liechtenstein können sich so einfacher das EM-Ticket holen.

Für uns ist das sportlich einwandfrei. An der Endrunde wird man sehen, was für ein solches Team möglich ist. Klar ist: Diese Teams profitieren mehr als wir durch die Fernsehpräsenz. Und klar ist auch, dass man auf Aspekte stossen kann, die es zu verbessern gilt. Aber jetzt hat diese Nations League erstmals ihre Chance verdient.

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