FUSSBALL: «Wir werden hier etwas reissen»

Morgen Mittwoch spielt der SC Cham in Zug im Schweizer-Cup-Achtelfinal gegen den FC Zürich. Der Chamer Trainer Jürg Portmann glaubt an die Überraschung.

Interview Michael Wyss
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Der Chamer Trainer Jörg Portmann gibt im Training Anweisungen. Seine Marschrichtung ist klar: «Wir werden Vollgas geben.» (Bild: Maria Schmid)

Der Chamer Trainer Jörg Portmann gibt im Training Anweisungen. Seine Marschrichtung ist klar: «Wir werden Vollgas geben.» (Bild: Maria Schmid)

Interview Michael Wyss

Jörg Portmann, der Cupknüller rückt näher. Kribbelt es schon?

Jörg Portmann: Ja, das tut es. Wir brennen auf den Anpfiff und freuen uns sehr auf dieses Duell mit Zürich. Wir sind heiss und können es kaum erwarten, bis es losgeht. Wir haben nun genug trainiert. Zürich kann kommen.

Sie haben als Trainer ja im Schweizer Cup schon gegen ganz grosse Mannschaften gespielt!

Portmann: Das ist so. Mit dem 2.-Liga-interregional-Team von Eschenbach konnte ich gegen Basel, Winterthur und Wohlen spielen. Mit Cham erlebte ich das bittere Aus gegen Locarno im Penaltyschiessen. Nun steht das nächste Highlight für mich als Trainer bevor.

Nun kommt der Cupsieger FC Zürich. Was wissen Sie über diesen auf dem Papier übermächtigen Gegner?

Portmann: Sie sind offensiv stark, spielen einen kreativen Fussball und haben sehr gute Spieler in ihren Reihen. Speziell ist sicher, dass sie mit einer Dreier-Abwehrkette spielen. Wir steigen gut vorbereitet in dieses Duell.

Auch die Zürcher werden gut vorbereitet sein. FCZ-Trainer Urs Meier hat Cham beobachtet. Haben Sie das mitbekommen?

Portmann: Ja, das weiss ich, und das zeigt mir auch, dass sie Respekt vor dieser Aufgabe haben. Sie nehmen dieses Duell nicht auf die leichte Schulter. Das ist auch verständlich, denn in der ersten Liga wird Fussball auf gutem Niveau geboten, und eine gewisse Qualität ist da halt schon auch vorhanden. Überrascht bin ich deshalb nicht, dass die Zürcher uns sehen wollten.

Ist es ein Vorteil im Hinblick auf das Cupspiel, dass die Chamer in der Meisterschaft erfolgreich dastehen?

Portmann: Absolut. Wir gehen nun mit einem positiven Erlebnis und einem guten Gefühl in dieses Spiel. Die Moral und das Selbstvertrauen stimmen. Eine gute Rangierung in der Meisterschaft beflügelt die Akteure zusätzlich für den Cup. Dank dem dritten Platz in der Meisterschaft zur Winterpause konnten wir uns auch in Ruhe auf diese Partie vorbereiten, ohne Nebengeräusche und Unruhen. Wären wir in der hinteren Region klassiert gewesen oder sogar noch im Abstiegsstrudel, wäre die Vorbereitung auf das Cupspiel sicher im Schatten der Meisterschaft gestanden.

Glauben Sie an die Sensation, sprich, dass Cham den FCZ aus dem Cup werfen kann?

Portmann: Wenn ich das nicht tun würde, wäre ich wohl der falsche Mann hier. Natürlich glaube ich, dass wir die Zürcher besiegen können. Der Cup kennt eigene Gesetze, es gibt immer wieder Überraschungen. Wieso nicht am Mittwoch? Cham hatte ja vor zwei Jahren den damaligen Super-Ligisten Servette besiegt. Wir wollen am Mittwoch nicht einfach ein schönes Erlebnis geniessen, sondern wir werden hier etwas reissen. Ich habe ein sehr gutes Gefühl.

Die Zürcher hatten ja bereits in der letzten Cuprunde grosse Mühe gegen den Erstligisten Black Stars. Erst in der Verlängerung setzte sich der Favorit durch.

Portmann: Wie gesagt, im Cup kann immer alles passieren. Man muss auch immer das Undenkbare denken. Der Druck lastet auf den Schultern des FC Zürich. Wir können befreit aufspielen. Soll aber nicht heissen, dass wir einfach ein bisschen mitspielen werden. Wir wollen die Sensation und morgen Abend in Zug Vereinsgeschichte schreiben. Wir werden Vollgas geben.

Wie gefällt es Ihnen eigentlich beim SC Cham?

Portmann: Ausgezeichnet. Der Verein wird sehr familiär und professionell geführt. Der Verein entwickelt sich auch sehr positiv. Es werden Ziele gesteckt, die realistisch sind. Schritt für Schritt. Die Ennetseer blieben auch immer auf dem Boden der Realität. Das zahlt sich nun aus.

Könnten Sie sich vorstellen, in einer höheren Liga zu trainieren?

Portmann: Ich fühle mich bei Cham in der 1. Liga sehr wohl. Meine Traineraufgabe fordert mich stark hier. Ich kann viel profitieren und muss auch noch einiges dazulernen. Ich mache nicht immer alles richtig, auch ich bin nur ein Mensch. Die Aufgabe hier erfüllt mich aber. Aus familiären und beruflichen Gründen könnte ich mir derzeit keinen grösseren Aufwand vorstellen. Genau so, wie es jetzt ist, stimmt es für mich.

Zurück zum Cupspiel. Was braucht es, um den Super-League-Club FC Zürich zu besiegen?

Portmann: Es braucht ein perfektes Spiel von uns, viel Leidenschaft und von der ersten Minute an viel Glaube und Wille. Zudem müssen wir defensiv gut stehen und offensiv sehr effizient sein. Wir werden unsere Chancen bekommen.