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FUSSBALL: «Wisst ihr, was wir vergeben?»

Verkehrte Welt in Hergiswil: Der Abstiegskandidat bezwingt den Leader aus Hochdorf verdient mit 1:0. Bei den Seetalern ist der Frust nach Spielschluss entsprechend gross.
Stephan Santschi
Der Hergiswiler Flavio Weber (Mitte) umkurvt die Hochdorfer Lukas Jost (links) und Brian Közle. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 7. April 2017))

Der Hergiswiler Flavio Weber (Mitte) umkurvt die Hochdorfer Lukas Jost (links) und Brian Közle. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 7. April 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Remo Meyer, der Spielertrainer der Hochdorfer, machte sich gerade daran, das Spielgeschehen in einer ersten Stellungnahme zu analysieren, als sein Goalie Patrick Schmidt vor die Ersatzbank trat und in Richtung seiner Teamkollegen schrie: «Wisst ihr, was wir hier vergeben?» Der Frust über die 0:1-Niederlage beim abstiegsbedrohten Hergiswil war offensichtlich gross bei den Gästen, auch Meyer verheimlichte nicht, dass man als Leader mit einem anderen Selbstverständnis auftreten sollte. Doch die Luzerner Seetaler machten gestern in diesem vorgezogenen Spiel der 17. Runde in der 2. Liga inter nie den Eindruck einer Spitzenmannschaft und bezogen verdientermassen die sechste Niederlage in dieser Saison. «In Hergiswil ist es immer schwer. Eigentlich sollte diese Mannschaft von der Qualität her ganz vorne stehen», hielt Meyer fest.

Verkehrte Welt also in Hergiswil. Dass die Einheimischen den Coup landeten, hatten sie Norman Blättler zu verdanken. Der 24-jährige Bruder des gestern abwesenden Captains Jason stand in der 78. Minute genau richtig, um die Flanke von Luca Mombelli über die Linie zu drücken.

Reto Burri wechselt wieder den Sieg ein

Trainer Reto Burri hatte Blättler erst vier Minuten davor eingewechselt und damit wie schon in der Vorwoche ein glückliches Händchen bewiesen. Beim 3:2-Erfolg in Brunnen hatte er mit Livio Kauer ebenfalls den Siegtorschützen kurz vor Schluss auf den Platz geschickt. «Norman überlegt vor dem Tor nicht viel, er haut einfach drauf. Genau diese Entschlossenheit haben wir gebraucht», resümierte Burri, der bis zur letzten Sekunde um die drei Punkte bangen musste. Blättlers Treffer belebte die bis dahin ereignislose zweite Halbzeit deutlich und lancierte sogar so etwas wie einen offenen Schlagabtausch. Hochdorf, das lange Zeit wenig Lust auf Offensivfussball versprühte, markierte nun Präsenz im gegnerischen Strafraum und wäre in der 87. Minute fast noch zum Ausgleich gekommen, als Manuel Kuchling den Hergiswiler Goalie bereits umspielt hatte, seinen Querpass in die Mitte aber schlecht platzierte. «Schwein gehabt», murmelten die Zuschauer auf der Grossmatt-Tribüne, kurz darauf war Schluss und der vielumjubelte Sieg Tatsache.

Aufgrund der Überlegenheit der spielerisch stärkeren Nidwaldner in der ersten Halbzeit ging dieses Ende absolut in Ordnung. Hergiswil drückte dem Spiel seinen Stempel auf, gefiel phasenweise mit netten Kombinationen, wurde im Strafraum aber zu selten konkret. «Wir verfügen nicht über einen Torjäger, wie Goldau ihn mit Zeno Huser hat», stellte Burri fest. Sein Team geht nun mit viel Aufwind an die nächste Herausforderung am kommenden Mittwoch, wenn es mit einem Sieg in Olten wiederum die Qualifikation für die 1. Hauptrunde des Schweizer Cups schaffen kann.

Die Hochdorfer, die im vierten Spiel des Jahres bereits die dritte Niederlage kassierten, laufen derweil Gefahr, eine vorzüg­liche Ausgangslage im Aufstiegsrennen zu verspielen.

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