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Bitteres WM-Ende für Manuel Akanji

Er war der grosse Newcomer der Schweiz an dieser Weltmeisterschaft: Manuel Akanji. Doch ausgerechnet er lenkt den Schuss von Emil Forsberg zum WM-Aus ins eigene Tor ab. Trost erhält er von den Mitspielern.
Raphael Gutzwiller, St. Petersburg
Denis Zakaria (links) törstet Manuel Akanji nach dem Spiel. (Bild: Efrem Lukatsky/AP (St. Petersburg, 3. Juli 2018))

Denis Zakaria (links) törstet Manuel Akanji nach dem Spiel. (Bild: Efrem Lukatsky/AP (St. Petersburg, 3. Juli 2018))

Und dann ist es vorbei. Manuel Akanji lässt sich auf den Boden des Fussballplatzes im Stadion St. Petersburg fallen, sein Gesicht vergräbt er in seinem Trikot. Auch wenn auf den Tribünen über 64000 Zuschauer sitzen, in diesem Moment ist er einsam. Schweden-Schweiz 1:0. So steht es auf der Anzeigetafel, die Schweiz scheidet im WM-Achtelfinal gegen Schweden aus.

Als Torschütze wird Emil Forsberg gefeiert, doch Manuel Akanji macht sich für jenes Tor verantwortlich. Er hatte den Ball unglücklich ins eigene Tor abgelenkt. «Ich sehe, wie Forsberg den Ball gut mitnimmt und eine freie Schussbahn vor sich hat. Darum mache ich einen Schritt vorwärts und versuche den Ball irgendwie zu klären. Stattdessen geht er mir über den Fuss und von dort ins Tor, direkt ins Lattenkreuz. Das ist doppelt bitter, da man in der Wiederholung sieht, dass der Ball direkt auf Yann Sommer gekommen wäre.»

«Mir fehlen die Worte»

So beschreibt Akanji selber jene Szene, die für das Ausscheiden der Schweizer Mannschaft gegen Schweden sorgt. Inzwischen ist er umgezogen, die Kapuze hat er tief ins Gesicht gezogen, Interviews will er in diesem Moment eigentlich lieber nicht geben. Doch Manuel Akanji ist ein höflicher Mann, auch in diesem schweren Moment nimmt er sich Zeit für die Fragen der Journalisten. Und zum ersten Mal seit langem sind es nicht nur positive Fragen, die ihm gestellt werden. «Mit fehlen die Worte. Die Enttäuschung ist riesig», sagt er.

Direkt nach Spielschluss, als er auf dem Rasen liegt, wird er von seinen Teamkameraden getröstet. Zuerst von Ricardo Rodriguez, dann von Denis Zakaria und Gelson Fernandes. «Es war natürlich schön, wie sie mich versucht haben aufzumuntern», sagt Akanji später. «Gelson hat mir gesagt, das sei bestimmt nicht meine letzte WM gewesen.» Selbst die schwedischen Gegenspieler hätten ihn für eine starke Weltmeisterschaft gelobt. «Das hört man gern.»

Das Lob für Manuel Akanji ist berechtigt. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund mit guter Technik, starkem Zweikampfverhalten und mit einer ruhigen, bescheiden Art hat eine überzeugende Weltmeisterschaft gespielt. Insbesondere im Startspiel gegen Brasilien (1:1) ist er herausgestochen, auch in den folgenden Gruppenspielen gegen Serbien (2:1) und Costa Rica (2:2) machte er seine Sache überzeugend. Für viele ist Akanji der kommende Defensivleader der Schweizer Nationalmannschaft.

Akanjis Blick geht nun nach vorne

Der 22-Jährige hat eine erstaunliche Entwicklung genommen. Im Sommer 2015 wechselt er von Winterthur zu Basel. Zuerst setzt ihn ein Kreuzbandriss ausser Gefecht, dann startet er richtig durch. Im Juni 2017 kommt er auf den Färöern zum Debüt in der Nationalmannschaft, den Platz in der Verteidigung gibt er nicht mehr ab. Für 25 Millionen Franken wechselt er im Winter zu Borussia Dortmund, auch dort hat er keine Schwierigkeiten, sich durchzusetzen.

Und nun folgte die starke Weltmeisterschaft mit einem unglücklichen Ende. «Diese eine Situation ist keine Zusammenfassung meiner Weltmeisterschaft. Ich glaube, dass ich insgesamt ein gutes Turnier gespielt habe, ich konnte der Mannschaft Rückhalt geben», sagt Akanji. «Beim Verteidigen passieren manchmal unglückliche Aktionen, damit muss ich leben.»

Zum Abschluss des Gesprächs scheint er schon wieder ein bisschen besser gestimmt. «Ich versuche, nach vorne zu schauen. Die Weltmeisterschaft ist das grösste, das es gibt. Es ist ein schönes Erlebnis. Und jetzt gilt es, hart dafür zu arbeiten, damit ich in vier Jahren wieder dabei bin.»

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