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Kommentar

Doppeladler-Jubel: Die Fifa hat sich mit dem Urteil einen Gefallen getan

Geldstrafen für Shaqiri, Xhaka und Lichtsteiner: Die Fifa hat mit den Urteilen zum Doppeladler-Jubel rund um die Schweizer Nationalmannschaft ein Präjudiz umschifft. Mit Spielsperren hätte sie die Büchse der Pandora geöffnet.
Christian Brägger
Christian Brägger, Sportredaktor (Urs Bucher)

Christian Brägger, Sportredaktor (Urs Bucher)

Es gehört zum Fussball, dass in ihm mehr gesehen wird als Sport. Dass Dinge hineinprojiziert werden, die grundsätzlich nichts verloren haben im Fussball. Das passiert den Mannschaften und Anhängern, das passiert der Gesellschaft und es passiert auch der Fifa, die sich oft mit der Politik verbündet.

Es wäre überhaupt kein gutes Zeichen für den Weltverband gewesen, hätte er Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Stephan Lichtsteiner wegen ihrer Doppeladler-Grüsse mit Spielsperren belegt. Er hat nun mit den verhängten Geldbussen wegen Missachtung des Fairplay-Gedankens dieses Präjudiz umschifft, weil sonst jede Aktion auf und neben dem Rasen neu gedeutet werden müsste; das wäre eine komplizierte Sache.

Vielleicht hat der Schweizer Fussballverband bewusst öffentlich gesagt, es habe im Vorfeld des Serbien-Spiels keine Diskussionen über die Problematik mit Gesten gegeben. Sonst hätte seine Argumentation, die Doppeladler seien Affekthandlungen gewesen, bei der Fifa nicht gegriffen. In dem Zusammenhang sei die Pose als kultureller Code zu verstehen, als Sprache junger Leute quasi.

Verband wie Spieler haben vielleicht zur Unzeit einen Denkzettel verpasst bekommen. Sie müssen aus ihrem Verhalten die Lehren ziehen, wollen sie mit der äusserst positiven Entwicklung auf dem Platz und in Zeiten der sozialen Medien Schritt halten. Der Feind lauert plötzlich überall. Dass das Thema so heiss gekocht wurde, hat aber auch mit dem Schweizer Fernsehen zu tun, das als Beschleuniger für eine gesellschaftliche Kontroverse wirkte, weil es live und ungefiltert die Aktionen vorverurteilte. Eines gilt es zu bedenken: Wir, die Gesellschaft, hängen hier etwas hoch, verurteilen Jubelposen, die aus höchsten Emotionen entstanden. Beobachten wir doch unser eigenes Verhalten bei Emotionen, sei es nur beim Autofahren.

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