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Mücken als Stimmungskiller: «Sie waren in den Augen und im Mund»

England und Tunesien kämpften am Montagabend auch gegen Millionen Mücken. Selbst die Sicherheitsvorkehrungen wurden wegen der Insekten gelockert.
Dominik Kortus (SID)
Der englische Torhüter Jordan Pickford ist geschlagen (Bild: roman Pilipey / EPA (Wolgograd, 18. Juni 2018))

Der englische Torhüter Jordan Pickford ist geschlagen (Bild: roman Pilipey / EPA (Wolgograd, 18. Juni 2018))

Es waren Szenen, wie es sie nur selten bei einem Fussballspiel zu sehen gibt. Spieler, die sich auf dem Feld mit Mückenspray einsprühen und versuchen, die lästigen Tierchen mit den Händen wegzuwedeln. Unmengen von kleinen Insekten haben die WM-Bühne am Montagabend in Wolgograd für ihre ganz eigene grosse «Show» genutzt – und den Mannschaften aus England und Tunesien einen weiteren nervigen Gegner beschert. «Uns wurde zwar gesagt, dass es viele geben werde, aber es waren viel mehr, als wir gedacht hatten», sagte Englands Captain und Doppeltorschütze Harry Kane nach dem 2:1-Erfolg gegen Tunesien. «Wir haben dann Mückenspray benutzt – vor dem Spiel und in der Halbzeit», erklärte Kane. «Das war auch notwendig, denn sie waren in den Augen und im Mund.»

Zuckmücken haben gerade Paarungszeit

Vor allem die englische Presse stürzte sich mindestens genauso begierig auf die «Mückenplage» wie die Insekten auf ihre «Opfer». Von «bösartigen» Moskitos, die das englische Teamhotel belagerten, war genauso zu lesen («Evening Standard») wie von einer «Invasion von Blutsaugern» («Sun»). Die tatsächliche Gefahr war allerdings weitaus geringer. Denn bei einem Grossteil dieser fliegenden Insekten handelte es sich offenbar um nicht stechende Zuckmücken, sogenannte Chironomidae. «Das ist eine normale Erscheinung zu dieser Jahreszeit. Es ist einfach ein bisschen schlechtes Timing mit der WM», zitierte die BBC den Insektenforscher Adam Hart von der Universität von Gloucestershire. «Es ist eher nervig als ein echtes Problem. Zum Glück hält es nicht lange an.» Denn gegenwärtig ist Paarungszeit bei den Zuckmücken, und da die Arena in der Millionenstadt direkt an der Wolga liegt, leiden Spieler und Zuschauer besonders unter den Tierchen. Im Vorfeld war das Problem bereits bekannt, die Stadt versuchte, mit dem Einsatz von Chemikalien die Zahl der Insekten zu verringern. Offenbar nicht mit dem gewünschten Erfolg. In der Fanzone Wolgograds war es den Besuchern allerdings in kleinen Mengen erlaubt, Insektenspray mitzunehmen. Normalerweise sind Flüssigkeiten verboten. Als Ausrede für die Niederlage wollten die Tunesier die Mücken ohnehin nicht nehmen. «Ich habe sie nicht gemerkt», sagte Nationaltrainer Nabil Maaloul: «Ich habe mich auf das Spiel konzentriert.»

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