Senegal: Die Hoffnung auf «Déjà-vu plus»

2002 sorgte Senegal erstmals an einer Weltmeisterschaft für Furore. 16 Jahre später ist man wieder mit dabei – dank dem damaligen Captain.

Raphael Gutzwiller
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Senegal's Trainer Allou Cissé während des Spiels zwischen dem Senegal und Luxembourg. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Senegal's Trainer Allou Cissé während des Spiels zwischen dem Senegal und Luxembourg. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Es war ein Märchen eines kleinen, bis dahin gänzlich unbekannten Fussballlandes. Senegal reiste 2002 zum ersten Mal an eine Weltmeisterschaft – und verblüffte alle. Im Startspiel schlug man den amtierenden Weltmeister Frankreich 1:0, später stürmte man bis in den Viertelfinal. Das Team mit den Stars El Hadji Diouf, Papa Bouba Diop und Captain Aliou Cissé holte damals viele Sympathien – und wurde zum Vorbild der heutigen Fussballergeneration.

Und ausgerechnet der damalige Captain Cissé führte Senegal als Trainer endlich wieder, zum zweiten Mal in der Geschichte, an eine Weltmeisterschaft. Und wieder verfügt der Senegal über viele hochkarätige Spieler: Da sind Topstürmer Sadio Mané (Liverpool), die beiden Abwehrkolosse Kalidou Koulibaly (Napoli) und Salif Sané (noch Hannover, bald Schalke) oder Mittelfeldspieler Idrissa Gueye (Everton). Mit dabei ist übrigens auch der ehemalige Sion-Stürmer Moussa Konaté.

Skurril ist dafür die Geschichte, wie sich Senegal für die WM in Russland qualifizierte. Durch einen 2:0-Sieg gegen Südafrika sicherte sich der Senegal den Gruppensieg. Dabei handelte es sich um ein Wiederholungsspiel: Wegen Manipulation durch den Schiedsrichter Joseph Lamptey (Ghana) wurde das Spiel neu angesetzt. Nun träumt Senegal von einer WM wie 2002. Oder von einem «Déjà-vu plus», wie es der Trainer Cissé sagt. Das heisst: Dasselbe wie 2002 – oder vielleicht sogar noch viel mehr. (rg)

Senegal

Einwohner: 15,4 Millionen
Weltrangliste: 28
WM-Teilnahmen: 2
Bestes WM-Ergebnis: Viertelfinal (2002)
Gründung Verband: 1960

Besonderheit

Taxis in der senegalesischen Hauptstadt Dakar haben einen Tierschwanz. An der Stossstange der gelb-schwarzen Taxis ist jeweils ein Büschel aus Pferde-, Ziegen oder Schafshaar angebracht. Gesegnet von einem Marabout, einem Heiligen, verspricht das Anhängsel Glück im Strassenverkehr.

Kader

Torhüter: Diallo (Rennes), N’Diaye (Horoya), Alfred Gomis (Ferrara).

Verteidiger: Koulibaly (Napoli), Gassama (Alanyaspor), Mbodji (Anderlecht), Wague (Eupen), Sabaly (Bordeaux), Ciss (Valenciennes), Sané (Hannover).

Mittelfeld: Ndiaye (Stoke), Gueye (Everton), Kouyate (West Ham), N’Doye (Birmingham), N’Diaye (Wolverhampton).

Angriff: Mané (Liverpool), Balde (Monaco), Sakho (Rennes), Konaté (Amiens), Sarr (Rennes), Niang (Turin), Sow (Bursaspor), Diouf (Stoke).

Trainer: Aliou Cissé.